Testbericht: Yu-Gi-Oh! 5D’s Wheelie Breakers

Auf Basis der japanischen Anime-Reihe „Yu-Gi-Oh! 5D’s“ bringt Konami nun einen, zumindest auf dem Papier, interessanten Genremix auf die Wii. Ein Arcade-Rennspiel gepaart mit dem bekannten Kartenspiel zur Reihe. Wir haben uns für euch ein passendes Deck zusammengestellt und anschließend mit unserem Rennboliden die Piste unsicher gemacht.

Willkommen in New Domino City!

Zugegeben, der Mix aus Renn- und Kartenspiel klingt sehr interessant, auch sicherlich für Nicht-Kenner der Yu-Gi-Oh!-Reihe. Haben doch bereits Titel wie etwa Puzzle Quest in der Vergangenheit gezeigt, dass eine untypische Zusammenstellung von Genres durchaus Erfolg haben kann. So starten wir also gleich ins Spiel und starten den Story-Modus. Hier darf zunächst ein Name eingetippt werden, anschließend ein Outfit für den Charakter und zu letzt noch das gleiche Spielchen für das Renngefährt. Insgesamt stehen hier acht Level bevor, die es zu meistern gilt. Eine nette und hilfsbereite Assistentin führt dabei von Rennen zu Rennen die Gespräche mit den potentiellen Gegnern und gibt weitere Tipps. Vor jedem Rennen darf das Kartendeck bearbeitet, neue Karten gekauft, aber auch das Vehikel, ein futuristisches Motorrad, einiger Upgrades unterzogen werden. Auf der Strecke gilt es dann gegen einen Kontrahenten anzutreten und natürlich zu gewinnen. Dabei heißt es natürlich erstmal das Vehikel gekonnt über den virtuellen Asphalt zu steuern, zudem können jedoch Karten aus dem Deck in die Hand genommen werden und entweder beiseite gelegt oder ausgespielt werden. Die Karten unterscheiden sich dabei in drei Kategorien: Zauber, Monster und Fallen. Um die Karten jedoch einsetzen zu können, müssen die entsprechenden Aktionspunkte dafür ausgegeben werden, welche es jedoch auf der Strecke einzusammeln gilt. Durch Zauber kann natürlich auf das Renngeschehen eingewirkt werden, beispielsweise wird die Höchstgeschwindigkeit des Vordermanns kurzzeitig gedrosselt. Durch den Einsatz von Fallen wird automatisch auf eine Aktion des Gegenspielers reagiert – diese bleiben zunächst inaktiv und kommen dann ins Spiel, wenn die vorgesetzten Bedingungen, beispielsweise ein Angriff des Gegners, erfüllt sind. Die Monsterkarten hingegen beschwören ein Monster, mit dem dann ein aktiver Angriff gegen den Konkurrenten auf der Strecke gestartet werden kann. Um weitere Karten in die Hand zu bekommen, müssen „Zugpunkte“ auf der Rennstrecke durchfahren werden – diese sind in Form von Kartensymbolen auf der Piste verteilt.

Im Story-Modus liegt der Fokus ganz klar auf den 1-zu-1-Duellen, im Grand Prix-Modus hingegen gibt es pro Grand Prix eine gewisse Anzahl an Rennen zu meistern, die jedoch mit mehreren Teilnehmern auf der Strecke stattfinden. Hier ist natürlich deutlich mehr Action geboten als nur mit insgesamt zwei Spielern. Am Ende einer Serie werden dann die erzielten Punkte addiert und der Rennfahrer mit der höchsten Anzahl gewinnt. Wer hingegen ein völlig individuelles Spiel starten möchte, der ist beim Match-Up richtig. Hier können sämtliche Einstellungen und die Anzahl der Teilnehmer festgelegt werden, natürlich sind auch mehrere menschliche Mitspieler möglich – insgesamt können vier Spieler auf die Piste gehen.

Ich will Spaß, ich will Spaß – ich geb‘ Gas, ich geb‘ Gas!

Die Steuerung ist für ein Rennspiel recht mager ausgefallen. Gespielt wird wahlweise mittels Wii Remote und Nunchuk oder per Classic Controller. Gas geben erfolgt per Z, Bremsen per C und Lenken mit dem Analogstick – das war es auch schon. Dabei ist es vor allem schwierig langgezogene Kurven zu befahren, trotz Einsatz der Bremsen oder weniger Gas. Sicherlich, das Verhalten des Fahrtzeugs kann nach und nach durch Upgrades beeinflusst werden, das Verhalten auf der Strecke ist jedoch recht unspektakulär und fast schon statisch. Alleingenommen hat in unseren Augen der Rennspielanteil daher sich nicht mit allzu viel Ruhm beckleckert. Der Einsatz der Aktionskarten hingegen kann einige Punkte gutmachen. Anders als in anderen Arcade-Racern ist hier nämlich ein taktisches Geschick von Vorteil, um zum einen ein gutes Deck zusammenzustellen, zum anderen aber die passenden Karten im Spiel an der geeigneten Stelle auszuspielen. Hier ist man deutlich mehr gefordert, um sich am Ende einen Vorteil verschaffen zu können. Um Karten zu verwenden kann mittels D-Pad nach rechts und links aus den fünf Karten auf der Hand gewählt werden – ein Drücken nach unten wirft die Karte weg, ein Drücken nach oben spielt diese aus. Beschwört der Spieler ein Monster, so kann er fortan mittels A-Knopf Aktionen mit dem Monster ausführen, sprich meist auf den Gegner damit schießen. Die Monster sind allerdings mit einer Lebensenergie ausgestattet, die der Gegenspieler durch ein eigenes Monster oder anderer Karten verringern kann.

Grafik und Sound

Yu-Gi-Oh! 5D’s Wheelie Breakers wurde im Cell-Shading-Look gehalten, somit kommt der Charme der Anime-Serie gut herüber. Man muss allerdings sagen, dass es den Rennstrecken an Details fehlt, irgendwie wirken diese meist sehr unauffällig und karg. Gut, der Spieler ist sicherlich viel mit Steuerung des Vehikels sowie dem Ausspielen der Karten beschäftigt und achtet nicht allzu sehr darauf, dennoch hätte hier nach unserem Geschmack deutlich mehr grafische Details dem Spiel gut getan. Immerhin, das Spiel kommt im mittlerweile standardmäßigen 16:9 und 480p daher.

Der Sound geht grundsätzlich durch passende Effekte und Musikuntermalung völlig in Ordnung, der deutsche Sprecher hingegen, der während der Rennen Kommentare vom (Karten-)Stapel lässt, geht bereits nach kurzer Zeit gehörig auf den Zeiger. In einer übertriebenen Art und Weise lässt er immer und immer wieder die gleichen Sprüche los. Einfach nur nervig.

Fazit

Yu-Gi-Oh! 5D’s Wheelie Breakers kann den erhofften interessanten Genremix zumindest im Ansatz erfüllen. Die grundlegende Idee, während eines Arcade-lastigen Rennspiels mittels dem strategischen Einsatz von Karten den Rennverlauf zu beeinflussen, macht für ein paar Runden durchaus Spaß, vor allem im Grand Prix sowie im Mehrspielermodus. Das eigentliche Rennfahren hingegen wurde mager umgesetzt und auch die technische Darbietung hat noch deutlich Platz nach oben. Unter dem Strich ist der Titel sicherlich ein Anspielen Wert und vor allem Yu-Gi-Oh!-Fans könnten durchaus Gefallen finden, liegen dem Spiel zudem drei limitierte Spielkarten bei. Echte Arcade-Rennfans werden jedoch vermutlich nicht mehr als ein müdes Lächeln für diesen Titel übrig haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.