Testbericht: The Legend of Zelda: Twilight Princess

Wie lange haben die Zelda-Fans dieser Welt auf dieses Spiel gewartet? Qualvolle Jahre vergingen, und dann endlich: ein Jahr zu spät, aber pünktlich zum Wii-Launch, steht das lang ersehnte Zelda: Twilight Princess in den Regalen. Und unser Fazit vorweg – das Warten hat sich gelohnt!

Mein Name ist Link!

Die meisten, die Zelda kennen, werden dies schon kennen. Wenn man das Spiel zum ersten Mal startet, stellt sich die Frage, wie man eigentlich heißt? Es ist dem Spieler überlassen, ob man nun den Namen „Link“ stehen lässt oder ob man vielleicht doch lieber den eigenen Namen eintippen möchte. Hat man sich für den Namen des Helden entschieden, kommt gleich die nächste Frage, und zwar, wie denn das Pferd heißen soll? Vorgegeben ist der unter den Zelda-Fans bereits bekannte Name „Epona“.
Sind alle Namen vergeben, kann das Spiel starten. Zu Beginn seid ihr ein junger Bauer in einem kleinen Dörfchen, das sich Ordon nennt. Ihr müsst kleine Rätsel lösen wie z.B. ein Baby oder eine Katze zurückbringen. Im späteren Verlauf kommt ihr in den Besitzt eines Holzschwertes sowie einer Steinschleuder, mit denen ihr die Steuerung erlernen könnt. Anders als in der GameCube-Version könnt ihr in der Wii-Version die Schwerthiebe selber ausführen und zudem mit der Wii Remote ein Ziel anvisieren, bevor ihr dann das Gummiband der Steinschleuder los lasst. Seid ihr dann mit der Steuerung vertraut, kann die Geschichte langsam losgehen

Hilfe, die Monster kommen!

Ob ihr wollt oder nicht, schon bald nachdem ihr Ordon verlasst, werdet ihr in den Konflikt mit der so genannten Schattenwelt kommen. In dieser dunklen Welt verwandelt ihr euch in einen Wolf, d.h. ihr werdet in der Schattenwelt nicht den menschlichen Link, sondern einen knurrenden Vierbeiner steuern. Die Steuerung ist allerdings fast identisch mit der aus der Lichtwelt. Ihr könnt als Wolf lediglich keine Items benutzen. Es ist euch dafür aber möglich, euer Gespür einzusetzen, mit dem ihr so manches Geheimnis lüften könnt.
Damit ihr euch in der Schattenwelt zu Recht findet, hilft euch Midna, eine kleine Schattengestalt, auf eurer Reise. Und manchmal seid ihr sehr auf dessen Hilfe angewiesen.
Es dauert auch nicht lange und ihr trefft auf den ersten Lichtgeist. Insgesamt gibt es vier davon. Der erste bittet euch, die anderen Lichtgeister in der dunklen Welt zu befreien, was ihr natürlich auch machen werdet. Sobald ihr dann den ersten Lichtgeist befreit habt, bemerkt ihr auf der Rückreise nach Ordon, dass dort irgendetwas nicht mehr in Ordnung ist… Wie es allerdings genau mit der Geschichte weitergeht, wollen wir euch jetzt natürlich nicht verraten. Wir können aber definitiv sagen, dass dies erst der Anfang eines noch langen Abenteuers war. Ihr macht euch nämlich von jetzt an auf den Weg zu den ersten Dungeons.

Finde den Masterschlüssel!

Insgesamt gibt es neun Dungeons, die alle samt mit Rätseln und Geheimnissen gespickt sind. So findet ihr in jedem Dungeon zwei Herzteile, ein Item, einen Zwischen- und einen Endgegner. Habt ihr einen Endgegner bezwungen, gibt es als zusätzliche Belohnung einen Herzcontainer, der euch ein ganzes Herz mehr gibt. Von den Herzteilen müsst ihr bei diesem Zelda-Teil allerdings fünf anstatt vier sammeln, damit sich ein Ganzes bilden kann.
Die neun Dungeons sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Ward ihr doch vorhin gerade noch in der Wüste, geht es ab in den Eis-Dungeon. Auch ein Wasser-Dungeon ist wieder vorhanden, allerdings ist dieser nicht mehr so knifflig wie in Ocarina of Time.
Die Endgegner sind meistens sehr groß und haben stets einen bestimmten Schwachpunkt. Hat man diesen einmal gefunden, ist es nicht mehr allzu schwer, den Bösewicht zu bezwingen.

Unterwegs in Hyrule

Diesmal ist es wirklich unglaublich – Hyrule ist einfach riesig geworden! Zu Fuß kommt ihr da nicht weit. Das ist wahrscheinlich auch den Entwicklern aufgefallen, denn Epona is back! Ihr findet an bestimmten Orten spezielle Blumen, durch die ihr Eponas Melodie pfeifen könnt, wonach das treue Pferd brav zu euch galoppiert. Auf Eponas Rücken seid ihr dann natürlich viel schneller unterwegs. Wenn das noch nicht reicht, tretet ihr dem Pferd in die Seiten und es legt einen Sprint hin.
Allerdings habt ihr selbst zu Ross ziemlich lange, wenn ihr durch ganz Hyrule reiten möchtet. Deshalb gibt es noch eine zweite Fortbewegungsmöglichkeit, die euch Midna ermöglicht: das Warpen. Durch dieses Feature gelangt ihr im Nu von Punkt A nach Punkt B.
Es gibt übrigens auch wieder einen Tag- und Nachtwechsel, der recht realistisch erscheint. Es dauert ca. 10 Minuten, bis der Tag bzw. die Nacht vorüber ist. Zudem wird es auch schön langsam dunkel respektiv hell.

Technik

Bei der Grafik muss man natürlich bedenken, dass dies eine Portierung vom GameCube auf Wii ist. Allerdings sieht Zelda: Twilight Princess wirklich sehr gut aus. Von den aktuellen Wii-Titeln bewegt sich Zelda auf jeden Fall in der gehobenen Klasse. Es ist zwar sicher noch nicht die Grenze des Machbaren, aber durchaus der Wii gerecht. Das Charakter-Design ist ebenfalls sehr gelungen. Man kann sich die Charaktere sehr gut einprägen und schließt sie meist auch gleich ins Herz. Aber nicht nur das Charakter-Design entspricht dem Anime-Stil, auch die Kamera-Führung, sowie Mimik und Gestik der Charaktere erinnern sehr stark an japanische Animationswerke. Besonders gelungen ist der Einsatz des Motion Capturing in den Zwischensequenzen. Hier zeigt Nintendo noch mal besonders viel Liebe zum Detail und zum Atmosphärischen. Auch für die Lachmuskeln gibt es immer wieder kleine Szenen.
Soundtechnisch kann man nichts kritisieren, denn die Musik und die Sound-Effekte passen einwandfrei ins Spiel hinein. An einigen Orten hört man sogar ein Musikstück gespielt von einem echten Orchester.

Dieses Spiel setzte Nintendo vor die erste große Herausforderung. Zelda, welches auf dem Gamecube mit einem bisher üblichen Controller gespielt wurde, musste beweisen, wie gut man die neue Steuerungsart auch auf traditionelle Games übertragen kann. Auch wenn sie zunächst ungewohnt ist, dank der hervorragenden Einführung in die Techniken in Links Heimatdorf, beherrscht man die Steuerung im Nu. Durch die Pointer-Funktion der Wii-Remote ist das Zielen in Twilight Princess extrem komfortabel; hier profitierte das Spiel am meisten von der Umsetzung auf Wii.

Auch für Linkshänder ist die Steuerung geeignet. Allerdings hätte man das Spiel nicht unbedingt extra Spiegeln müssen, nur damit Link jetzt neuerdings Rechtshänder ist. Die Schwerthiebe funktionieren in beiden Händen einwandfrei und ohne Probleme.
Sollte jemandem die Wii-Steuerung zu schwierig erscheinen, kann zur Not als Alternative auf die GameCube-Version mit klassischer Steuerung zurückgegriffen werden.

Tim-Taylors Fazit

Ich bin total begeistert von Zelda: Twilight Princess. Es ist das größte, interessanteste und Abwechslungsreichste Zelda, dass es meiner Ansicht nach gibt. Wer Action-Adventures mag, der mag auch dieses Spiel und wer Zelda mag, wird dieses Spiel lieben! Man sprach von 70 Stunden Spielspaß, wenn man die Story einmal durchspielen will. Bei vielen traf dies auch wirklich zu, ich hatte das Spiel allerdings in knapp 40 Stunden durch. Dafür habe ich sage und schreibe 35 Herzteile noch nicht gefunden. Bis ich die alle habe, komme ich aber sicherlich auch locker auf 70 Stunden, wenn nicht sogar mehr. Es gibt außerdem noch zahlreiche Nebenaufgaben, die es zu lösen gilt.
Beim Kauf von Zelda: Twilight Princess kann man von daher gar nichts falsch machen.

Ken-chans Fazit

Ich hatte zuerst überlegt, ob ich nicht doch besser zur GameCube Version greifen sollte. Gut, dass ich es nicht gemacht habe – die neue Steuerung hat mich fest gebannt und mich von den letzten Zweifeln befreit: mit Wii kann man auch klassische Spielkonzepte spielen. Es war das schönste Zelda, dass ich bisher sehen konnte. Unterschiedlicher könnten die Dungeons kaum gestaltet sein, die neuen Waffen und Items sind erfrischend und die Atmosphäre und die Mimik der Charaktere ist perfekt gelungen. Einzig und allein die Endgegner der Dungeons waren eine Spur zu leicht, doch dafür konnte ich mir meine Wutausbrüche sparen und stattdessen triumphierend lachen.

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