Hands-On: The Legend of Zelda: Skyward Sword

Was für einen Einleitungstext kann man schreiben, wenn man erstmals Hand an den neuesten Ableger einer der besten und altehrwürdigsten Spielserien legen kann? Am besten keinen. Hier geht es um ZELDA!!!

Himmlisches Schwert

Die Katze ist also aus dem Sack. Das neue Zelda heißt Skyward Sword, ist bunt, Link ist erwachsen und schwingt sein Schwert mit der Präzision von Wii MotionPlus. Sehr viel mehr war der spielbaren Demo auf der E3 nicht zu entnehmen. Und eben jene Demo war es auch, die Nintendo in Frankfurt zum Probedaddeln anbot.

In zahlreichen Videos war ja bereits zu sehen, worum es geht. Link läuft in dem Probeabschnitt durch einen farbenfrohen Wald und bekämpft vorrangig Dekupflanzen. Um die Präzision von WM+ zu demonstrieren, greifen diese entweder in vertikaler oder horizontaler Lage an – je nachdem muss der Held zuschlagen. Das funktioniert genauso gut wie schon bei Wii Sports Resort oder Red Steel 2. Das Schwert lässt sich also präzise in Winkel und Geschwindigkeit schwingen – wäre es das erste Spiel mit dieser Technik, wären die Begeisterungsstürme garantiert. Doch mittlerweile haben schon einige virtuelle Helden auf Wii ihre Klinge geschwungen, somit nimmt man einfach nickend hin, das es wie erwartet funktioniert.

Neben dem Schwert kommen auch einige andere Gegenstände aus dem erneut ringförmig angeordneten Menü zum Einsatz. Immerhin funktioniert die Bedienung nun etwas anders. B öffnet das Menü und wählt ein Item aus, mit A wird es dann benutzt. Steinschleuder und Bogen werden wie gewohnt per Pointer bedient, die Bomben lassen sich wie von Wii Sports bekannt rollen. Selbst die Dekukern-spuckenden Pflanzenwesen aus Ocarina of Time sind mit von der Partie – und wie vor 12 Jahren lassen sich ihre Geschosse mit dem Schild zurücklenken. Dieses wird nun mit einem kurzen Ruck des Nunchuks hervorgeholt und bleibt solange erhoben, bis Link wieder mit dem Schwert schlägt. Anfangs etwas ungewohnt, aber es funktioniert.
Beendet wird der Demoabschnitt mit dem Kampf gegen einen übergroßen Skorpion, dessen verwundbare Scheren – wer hätte es gedacht – entweder vertikal oder horizontal attackiert werden müssen. Kurz darauf ist auch dieser Unhold Geschichte und zurück bleibt ein Tester, der sich unsicher ist, was er von dem eben Gespielten halten soll.

Fazit

Eigentlich grenzt es an Blasphemie gegenüber einem Zelda-Spiel Skepsis zu zeigen, doch es muss auch klargestellt werden, dass es sich bei diesem Demoabschnitt um eine reine Steuerungsdemonstration gehandelt hat. Wir haben in alle möglichen Richtungen geschlagen und eine Reihe Items ausprobiert, die auf verschiedene Weise Gebrauch von Remote und Nunchuk gemacht haben. Das ist nett aber auch vollkommen selbstverständlich, denn die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Wii-Steuerung locken im Jahr 2010 niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, auch Wii MotionPlus ist nicht neu und es ist lange bekannt, dass Link sein Schwert präziser als je zuvor schwingt. Vor allem aber definiert sich ein Zelda über soviel mehr als bloß seine Steuerung – von dieser Warte aus muss man das bisher Gesehene ganz einfach als mager bezeichnen. Simpelstes Leveldesign ohne ungewöhnliche Ideen. Das Ganze ist umso unverständlicher, als das Nintendo oft betont hatte, das neue Zelda-Spiel werde vieles grundlegend anders machen. Doch leider spielte sich dieser Levelabschnitt exakt so, wie man es seit 12 Jahren gewohnt ist. Selbst die DS-Ableger sind im direkten Vergleich innovativer. Wo sind die frischen Ideen? Wo ist das nie Dagewesene, das mich förmlich in den Sessel drückt?

Bevor es jetzt zum Volksaufstand kommt – ich zweifle nicht daran, dass Nintendo an einem großartigen Zelda arbeitet. Nur leider haben es die Japaner komplett vergeigt, diesen Titel bei seiner Erstvorstellung auch angemessen zu präsentieren. Ein Vergleich: Im Trailer von 2004 sorgten dort die weitläufigen Landschaften, der Kampf hoch zu Ross oder auch der beeindruckende Balrog-Verschnitt für offene Münder. Etwas ähnlich Außergewöhnliches fehlt bisher leider, lediglich Links Sprung von einer Klippe macht neugierig. Seit Monaten spekulieren die Fans, was es wohl an Innovationen geben könnte. Eine Auflockerung der bekannten „drei Dungeons – Masterschwert – fünf Dungeons“-Struktur? Eine neue, endlich ausgewachsene Storyline? Größere spielerische Freiheit? All das könnte sein, doch bisher zeigte Nintendo lediglich, dass sich das Spiel genau so steuern lässt, wie es jeder bereits vermutet hatte. Im Grunde sind wir also genauso schlau wie vorher und ein wenig Ernüchterung macht sich breit. Wenn ein Zelda angekündigt wird, dann muss das gefälligst auch reinhauen! Klarmachen, warum es sich hier um DIE Serie überhaupt handelt! Ich bete, dass Nintendo hinter seinem schnarchigen Demolevel und dem ersten, etwas konservativen Trailer einen wahren Knüllertitel verbirgt. Denn Zelda, die Serie, die die Spielewelt einst mit so vielen Impulsen bereichert hat, spielt sich langsam aber sicher etwas altbacken. Und das kann und will ich nicht akzeptieren!

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