Testbericht: Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up

Die Turtles sind zurück! Zwar trieben die vier Schildkröten bereits vor einiger Zeit ihr Unwesen auf der Wii, damals jedoch noch als Versoftung des Kinofilms. Mit „Smash-Up“ bringt Ubisoft ein eigenständiges und nicht von irgendeiner Film-Lizenz abhängiges Beat’em’Up-Spiel mit den beliebten Schildkröten auf den Markt. Wir haben uns mit Pizza und Controllern bewaffnet für euch ins Turnier gewagt.

Kröten-Brawl

Aufmerksame Spieler werden bereits in den zahlreichen Vorberichten entdeckt haben, dass die Jungs von Game Arts ihre Finger im Spiel hatten und die haben bekanntlich ja auch kräftig bei der Entwicklung von Super Smash Bros. Brawl mitgewirkt. Somit ist es auch zu erklären, dass einige Elemente wie beispielsweise das Angriffssystem mit zwei Knöpfen stark an den Nintendo-Titel erinnern. Aber hier gleich von einem Klon zu sprechen wäre dennoch nicht richtig. Ist das Prinzip bei SSBB die Prozentanzeige des Gegners zu füllen, um ihn dann aus der Stage zu befördern, beschränkt sich der Turtles-Prügler auf eine klassische Powerleiste, wie man sie aus dem Beat’em’Up-Genre gewohnt ist. Ist diese aufgebraucht, gewinnt folglich der Kontrahent. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit à la Brawl den Gegner mit einem gekonnten Move aus dem Level zu bugsieren. Doch fangen wir erstmal ganz vorne an – worum geht es im Spiel eigentlich?

Herzstück des Spiels ist der Arcade-Modus. Meister Splinter hat für seine vier mutierten Schildkröten eine besondere Übung auf dem Plan – ein Turnier, dessen Gewinner sich eine besondere Trophäe aussuchen darf. Allerdings nehmen auch die beiden menschlichen Freunde April O’Neil und Casey Jones am Turnier teil, sowie Splinter selbst. Und es kommt, wie es kommen muss – hat man alle Gegner besiegt und ist in freudiger Erwartung des Preises, taucht Oberbösewicht Shredder mit seinem Gefolge auf und sorgt für mächtig Ärger. Das Turnier zögert sich somit ein wenig hinaus, müssen doch die lästigen Plagegeister schließlich besiegt werden. Zwischen den Kämpfen wird dabei die Geschichte rund um das Turnier mittels Comicstrips vorangetrieben. Am Ende darf dann endlich Splinters Trophäenschrank geplündert werden um neue spielbare Charaktere freizuschalten.

Neben dem Arcade-Modus stehen jedoch noch viele weitere Modi zur Auswahl, um für weitere Spielzeit zu sorgen. Zum einen darf im Trainingsmodus nach Belieben geübt werden, wobei der eigene sowie der gegnerische Charakter und dessen Schwierigkeitsstufe frei einzustellen sind. Im Missionsmodus stehen diverse Aufgaben an, beispielsweise mit Leo die übrigen Turtles nacheinander zu plätten oder die Jungs des Foot-Clans ausschließlich mit Würfen zu erledigen. Im Überlebensmodus wird, wie in den anderen Modi übrigens auch, mit drei Leben angetreten um so viele Gegner wie möglich in Folge zu plätten. In der Königsschlacht sind bis zu vier Spieler gleichzeitig auf dem Schirm. Am Ende gewinnt, wer entweder als einziger noch Leben vorweisen kann oder im Rahmen der abgelaufen Zeit am erfolgreichsten zugelangt hat. Die während des Arcade-Modus‘ aufkommenden Bonusstages, können im Modus Bonusspiele auch separat gespielt werden. Für Multiplayer-Spaß sorgen zudem die beiden Modi Turnier und Auswechseln, an denen jeweils drei bis acht Spieler teilnehmen können. Wer letztendlich zwar gerne mit mehreren menschlichen Mitspielern in die virtuelle Arena zieht, jedoch niemand in der Nähe hat, der kann im Online-Modus via WiFi-Connection weltweit nach Gegnern suchen. Hier ist es sogar möglich, ein eigenes Turnier samt Trophäe zu erstellen. Die Mitspieler benötigen dazu lediglich den Freundescode des Turnier-Hosts um teilnehmen zu können.

Um weitere Bonusinhalte zu erhalten, lässt sich an der Schießbude auf Figurenteile mit Schildkrötenpanzern schießen. Die Munition, sprich die Panzer, verdient sich der Spieler durch Erfolge in den übrigen Modi. Im Trophäen-Editor können diese selbst aus verschiedenen Komponenten zusammengestellt werden.

Cowabunga!

Schauen wir uns nun noch mal das eigentliche Kämpfen etwas genauer an. Wie bereits beschrieben beschränkt sich das Spiel auf zwei Angriffstasten. Zudem gibt es die Möglichkeit zu blocken, (Doppel- und Wand-)Sprünge auszuführen, Items einzusetzen sowie Combos hinzulegen. Auch möglich ist ein Wurf des Gegners, wobei dieser sich mit dem richtigem Timing auch aus dem Wurf lösen kann. Gesteuert werden die Kämpfer entweder per Wii-Remote und Nunchuk, per Classic Controller oder auch per Gamecube Controller. Grundlegend geht hierbei alles recht schnell von der Hand, Specials und Combos sind zügig erlernt. Recht nervig hingegen ist die Tatsache, dass man gerne in entgegengesetzter Richtung landet und Mühe hat sich schnell genug zum Gegner umzudrehen, vor allem wenn bereits eine Attacke dabei ausgeführt wurde. Allerdings war mit dem Classic Controller die Steuerung für unseren Geschmack unter dem Strich am angenehmsten.

Die Stages sind meist mehrstöckig aufgebaut und verändern sich im Laufe des Kampfes, da die Umgebung teils interaktiv beeinflusst werden kann. Hierdurch lässt sich auch taktieren. Beispielsweise ist im Abwasserkanal ein Krokodil unterwegs, das zu bestimmten Zeiten seinen Hunger stillen möchte. Befördert man den Kontrahenten eben dann nach unten, schnappt das Reptil genüsslich zu und raubt ihm dadurch ein Leben. Da sind wir auch gleich beim nächsten wichtigen Element – den Leben. Standardmäßig hat der Spieler davon drei Stück zur Verfügung und sollte damit entsprechend haushalten. Gerade in der sogenannten Königsschlacht ist am Ende ausschlaggebend, wer wie viele Leben übrig hat. Verliert der Spieler seine Leben im Laufe des Arcade-Modus, so kann er sich mit zuvor verdienten Schildkrötenpanzern wieder zurück ins Spiel kaufen und den „Game Over“-Bildschirm vermeiden.

Grafik und Sound

Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up macht optisch eine recht gute Figur, vor allem die Charaktere wurden sehr ansehnlich gestaltet, aber auch die Stages können wirklich überzeugen. Das Spielgeschehen findet war zweidimensional statt, sämtliche Objekte und Figuren wurden jedoch in 3D gehalten. Die Kamera zoomt somit je nach Spielgeschehen teilweise heraus oder auch hinein, was für weitere Action sorgt. Der 16:9-Modus und die Präsentation in 480p leisten ihr Übriges zur wirklich gelungenen grafischen Präsentation des Spiels.

Der Sound kann sich ebenfalls hören lassen. Zahlreiche passende Soundeffekte in den Stages unterstützen die Action auf dem Bildschirm gekonnt. Eine Sprachausgabe wurde zudem integriert, so werden die Zwischensequenzen aufgewertet und auch die Kämpfer lassen den ein oder anderen Spruch los – allerdings wiederholen sich diese recht schnell wieder. Hier wäre ein wenig mehr Abwechslung nicht schlecht gewesen. Trotzdem, unter dem Strich eine gelungene Vertonung des Spielgeschehens.

Fazit

Ubisoft bringt mit Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up einen gelungenen Prügler auf die Wii, der gut aussieht, umfangreich ist, sich flüssig spielen lässt und einen gewissen Super Smash Bros. Brawl-Touch mit sich bringt. Allerdings wurde in Sachen Charakter-Auswahl nicht gerade großzügig gehandelt. Insgesamt 13 Charaktere (dazu noch drei Raving Rabbids), die allesamt im Look des letzten Turtles-Animationsfilms daherkommen. Ältere Semester, die sich noch an die Ur-Zeichentrickreihe erinnern, wünschen sich Charaktere wie etwa Rocksteady, Bebop oder Usagi Yojimbo im Spiel. Ansonsten macht der Titel durchaus Laune, vor allem natürlich im Multiplayer-Modus und auch im flüssig funktionierenden Online-Modus. Freunde von Beat’em’Up-Titeln sowie der Smash Bros.-Reihe können gerne zugreifen, Turtles-Fans sowieso.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.