Testbericht: Resident Evil 4: Wii Edition

Resident Evil 4: Wii Edition (im Folgenden: RE4) ist, wie der Titel schon vermuten lässt, „nur“ ein Remake der Gamecube-Version. Die Grafik bleibt zu dieser Originalfassung unverändert (womit sie ansehnlicher ist als die PS2- und PC-Versionen). Nur die Steuerung ist, wie zu vermuten war, anders. Doch fangen wir vorne an.

Gameplay

RE4 ist gruslige Zombie-Action ohne Zombies. Im Gegensatz zu den anderen Resident Evil-Teilen schlägt man sich nicht gegen hirnlose Untote, sondern gegen parasiteninfizierte Menschen, den so genannten „Los Ganados“ (Spanisch: „Das Vieh“), die auch gerne Waffen wie Sensen und Kettensägen einsetzen. Das Spiel schafft es hervorragend, für Atmosphäre zu sorgen, während man mit allerlei Waffen (Messer, Pistole, Schrotflinte, MG, …) den Ganados zu Leibe rückt. Und dabei, das darf nicht verschwiegen werden, können auch schon mal Köpfe platzen – die europäische Version ist genau wie die amerikanische nicht zensiert (nur die japanische ist dahingehend abgeschwächt). Deftige Kost, wirklich. Kein Wunder, dass RE4 erst ab 18 zu haben ist.

Das Spiel verläuft sehr linear, nur ausnahmsweise darf man zwischen mehreren möglichen Wegen wählen. Die Story entwickelt sich langsam aber stetig, und hat den einen oder anderen kleinen Twist parat. Zu viel verraten werden soll an dieser Stelle nicht, nur so viel: ganz Resident Evil-typisch ist es nicht.

Obwohl es sich um einen Port der GameCube-Version handelt, wurden der Wii-Fassung die Extras der PS2-Variante spendiert. So schaltet man durch einfaches Durchspielen eine komplette Kampagne frei, bei der man in die Rolle von Ada Wong schlüpft, die Leon in der Standardkampagne ab und an unter die Arme greift. Ein weiteres Bonusspiel ist durch das Bestehen der Kampagne im normalen (nicht leichten) Modus freizuschalten.

Steuerung

Zunächst einmal hat man die freie Wahl der Steuerung: Gamecube- und Classic Controller sind unverändert zu den alten Fassungen von RE4 implementiert, doch nur mit Wiimote plus Nunchuk zeigt die Wii-Version, was in ihr steckt. Man bewegt sich mit dem Analogstick des Nunchuks (und drückt den Z-Knopf, wenn man nicht gehen, sondern laufen möchte), und zielt mit der Wiimote (B-Knopf zum Stehenbleiben und Zielen, A-Knopf zum Schießen). Das klappt ganz wunderbar, und sorgt für noch mehr Spannung, da man sich sehr gut in die Spielwelt versetzen kann. Das Zielen und Schießen geht schnell präzise von der Hand. Zumal dieser Aspekt, die Action, einen höheren Stellenwert genießt als in den anderen Resident Evil-Teilen – weniger Horror, mehr Action (und eben auch: mehr Munition).

Grafik und Sound

Als Resident Evil 4: Wii Edition erschien, tat sich die Grafik noch positiv von der Menge ab. Nach Metroid Prime 3 und Super Mario Galaxy wissen wir, dass die Wii zu weit mehr in der Lage ist als der GameCube. So ist RE4 nur noch ein Zeugnis dafür, wie wenig Mühe sich manche Publisher beim Erstellen von Wii-Spielen geben – nach wie vor ist es eines der optisch eindrucksvollsten Titel. Leider.
Immerhin ist ein 16:9-Modus, auf dem GameCube noch schmerzlich vermisst, in der Wii-Version integriert.
Sprachausgabe, Effekte und Musik sind sehr überzeugend und stimmig, nur gibt es hier Punktabzug wegen fehlender Lokalisierung: die Sprachausgabe ist komplett in Englisch mit deutschen Untertiteln. Wer der englischen Sprache mächtig ist, wird dies nicht unbedingt als Kritikpunkt erachten, bleibt uns so schließlich eine schlechte deutsche Synchronisation erspart (bei Spielen leider eher die Regel als die Ausnahme).
Grafik und Sound bilden eine Einheit, die, unterstützt durch die packende Steuerung mittels Pointer, wirklich ausgezeichnet für Stimmung sorgen. Erneut gilt: nichts für schwache Nerven.

Fazit

RE4 war das erste Spiel mit Shooter-Ambitionen auf der Wii, das man vorbehaltlos empfehlen kann – vorausgesetzt, man hat mit der teils deftigen Gewaltdarstellung und der andauernden Nervenbelastung keine Probleme. Den Schwenk zum Action-Horror hat die Serie schadlos überstanden.
Obwohl es sich nur um einen Port handelt, weiß die Wii-spezifische Steuerung zu begeistern. Nie war ein Resident Evil-Spiel packender, man ist zu jeder Zeit voll im Geschehen. Ob sich das Spiel lohnt, wenn man es bereits auf dem GameCube besitzt, müssen die Betroffenen selber entscheiden (Steuerung ist besser, weitere Spielmodi sind vorhanden, alles andere ist prinzipiell gleich). Wer jedoch bisher noch keine Fassung von RE4 sein eigen nennt, greife zu – die Wii-Version ist unbestreitbar die fesselndste, und zudem zu einem relativ günstigen Preis zu haben.

DAmores Fazit

Resident Evil 4 ist eines der bestbewertesten Spiele aller Zeiten. Jetzt bietet das Spiel spannende Erwachsenenunterhaltung in seiner Bestform zum kleinen Preis. Da das Spiel durch Wiimote und Nunchuk deutlich besser funktioniert und zusätzlich einige Inhalte gegenüber der GameCube Fassung hinzugefügt wurden, kann das Spiel nun endlich als die perfekte Version gesehen werden.

Jeder Actionfan kann hier sorglos zugreifen – er wird es nicht bereuen.

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