Testbericht: Kororinpa

Wer kennt sie nicht, Klassiker wie etwa Marble Madness oder Bobby Bearing? Das Spielprinzip ist recht simpel – eine Kugel durch einen möglichst verzwickten Parcours von A nach B manövrieren. Hudson griff dieses klassische Konzept auf und überführte es auf die Wii. Ob die neuartige Steuerung dem schon fast verstaubten Spielprinzip zu neuem Glanz verhelfen kann, wollen wir in unserem Spieletest genauer beleuchten.

Gib‘ dir die Kugel!

Kororinpa bietet keine große Story, über die man eine ellenlange Inhaltsangabe verfassen könnte. Es geht lediglich darum, eine Kugel in unterschiedlich schwierigen Bahnen ins Ziel zu rollen. Dabei müssen jedoch alle in dem Parcours verstreuten roten Edelsteine eingesammelt werden, um den Ausgang zu öffnen. Zusätzlich versteckt sich in jedem Level ein grüner Stein, der jedoch ausschließlich zum Freischalten kleiner Goodies gedacht ist, wie z.B. neue Musikstücke, weitere Kugeln oder versteckte Level. Gesteuert wird das Spiel ausschließlich mit der Wii-Remote. Genauere Details dazu aber im folgenden Abschnitt.

Die Steuerung

Die Steuerung von Kororinpa ist so simpel wie das Spielprinzip an sich. Durch Bewegungen der Wii-Remote wird die frei in der Luft schwebende Bahn bewegt. Somit lässt sich also analog die Murmel steuern. Dabei ist natürlich vor allem in den späteren Level sehr viel Geschick gefragt. Stehen am Anfang noch breite Bahnen mit Seitenbegrenzungen zur Auswahl, muss die Kugel später über schmale Wege ohne Banden manövriert werden. Dreht man die Wii-Remote ein wenig zu sehr, schießt die Kugel über die Bahn hinaus und landet im Nirvana. Dann heißt es – nochmal von vorne. Glücklicher Weise jedoch, bleiben die bereits eingesammelten Steine eurem Konto gut geschrieben. Es gilt also nur noch die Übrigen einzusammeln und ans Ziel zu gelangen. An einigen kniffligen Stellen muss die Remote sogar mehr als 90° gedreht werden. Hier wird es besonders Schwierig, den Ball unter Kontrolle zu halten. Eine Uhr misst zusätzlich eure Zeit, aber keine Sorge, denn ein Limit ist nicht gesetzt. Bei besonders schneller Absolvierung einer Bahn kann ein bronze-, silber oder goldfarbener Pokal ergattert werden.
Die Knöpfe der Wii-Remote werden lediglich im Menü verwendet. Im Spiel selber sind ausschließlich die Bewegungen des Controllers von Bedeutung.

Die Grafik

Die 45 regulären Level sind unterschiedlichen Themen zugeordnet. So startet das Spiel im Grünen auf holzigen Wegen. Später rollen die Kugeln dann z.B. über Süßigkeiten in einer Küche oder über die Straßen eine sehr belebten Stadt. Die Optik von Kororinpa bewegt sich dabei je nach Level irgendwo zwischen farbenfroh, naturverbunden und futuristisch. Wirklich spektakulär wirkt die Grafik zwar nicht, aber sie ist wohl völlig ausreichend für diesen Titel. Sehr positiv anzumerken sind die Kugeln und dessen Physik, welche sehr realistisch gelungen ist. Wie bereits erwähnt, können im Verlauf des Spiels unterschiedliche Bälle eingesammelt werden. Diese verhalten sich auch alle sehr verschieden. Ein Basketball z.B. ist sehr sprungfreudig, eine Glaskugel hingegen rollt sehr schnell und ein plüschiger Ball in tierischer Form klebt dabei schon fast auf der Bahn.
Negativ anzumerken ist die Kameraperspektive, auf welche kein Einfluss genommen werden kann durch den Spieler. Zum Teil wird hierdurch der Blick auf das Geschehen dermaßen erschwert, dass man am liebsten um den Fernseher herum gehen würde um zu sehen, wo die Kugel denn nun entlang rollt.

Soundeffekte und Musik

Die Musik passt sich der Optik perfekt an – freudig, heitere Melodien begleiten das Spielgeschehen. Die Standard-Melodien können dabei im Spielverlauf erweitert und ausgetauscht werden, sollten diese doch einmal nervig werden.
Die Soundeffekte sind recht nett gestaltet. Die unterschiedlichen Kugeln geben passende Geräusche von sich, wenn sie irgendwo anecken oder herunterfallen. Besonders die tierischen Kugeln fallen dabei auf. Der Lautsprecher der Wii-Remote wurde dabei ebenfalls mit einbezogen. So ertönen die Kugelsounds also direkt vor euch.

Spielspaß

Kororinpa besitzt einen gewissen Suchtfaktor. Es macht unheimlich viel Spaß, die Kugeln durch die Level rollen zu lassen. Dadurch, dass durch Einsammeln der bereits erwähnten grünen Edelsteine weiteres Bonusmaterial freigespielt werden kann, reizt es sehr, möglichst alle Steine zu finden. Auch die Jagd nach der schnellsten Zeit und den damit verbundenen Pokalen ist sehr motivierend. Leider sind die 45 regulären Level jedoch bereits nach zwei bis drei Stunden gemeistert. Nachdem der Abspann über den Schirm gefklackert ist, stehen dann allerdings alle Level nochmals in gespiegelter Form zum Spielen bereit.

Multiplayer

Wer nicht gerne alleine spielt, der kann Kororinpa auch mit einem Freund oder einer Freundin spielen im Splitscreen-Modus. Hierbei ist es dem Spieler überlassen, ob er den Bildschirm dabei lieber vertikal oder horizontal teilen möchte. In diesem Multiplayer-Modus geht es lediglich darum, die Kugel vor dem menschlichen Gegner ins Ziel zu befördern. Auch gilt es hier, die erforderlichen roten Steine einzusammeln, bevor das Ziel passiert werden kann. Die grünen Steine sind in diesem Modus nicht vorhanden. Auch ist es nicht möglich, die gegnerische Kugel zu berühren, da diese als Geisterkugel dargestellt wird, sodass man nur durch sie hindurch rollen kann. Zur Wahl stehen im Multiplayer-Modus nur die Bahnen und Kugeln, die im Singleplayer-Modus bereits freigespielt wurden.
Sollte übrigens keine weitere Wii-Remote vorhanden sein, kann der zweite Spieler auch die Nunchuk-Erweiterung verwenden. Der Kippsensor in diesem reicht nämlich aus, um das Spiel zu steuern.

Fazit

Hudson schaffte mit Kororinpa eine gelungene Portierung eines alten Spielprinzips auf die Wii-Konsole unter Verwendung der neuartigen Steuerung. Die Präsentation ist dabei recht bunt geworden, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Dennoch, ein Suchtfaktor ist diesem Titel nicht abzusprechen. Bedauerlich ist jedoch der eher magere Umfang des Spiels. Hier wäre durchaus noch Platz für mehr gewesen. Auch klasse wäre ein Leveleditor gewesen, denn Kororinpa bietet sich förmlich dafür an. Wer aber Geschicklichkeits-Freund ist und sich eventuell schon für Spiele à la Marble Madness begeistern konnte, der wird bei Kororinpa getrost zugreifen dürfen.

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