Testbericht: Könige der Wellen

Pünktlich zum Kinostart präsentiert Ubisoft die Filmversoftung der Animations-Komödie „Könige der Wellen“ von Sony Pictures. In bester Funsport-Manier geht es mit dem Surfbrett raus auf die Wellen. Lest hier, welchen Eindruck das Spiel bei uns im Test hinterlassen hat.

Es war einmal ein Pinguin…

…und der hieß Big Z. Dieser Pinguin gilt unter der Surfgemeinde als größter Surfer und Legende zugleich. Kein Wunder, dass unsere Hauptfigur Cody sich Big Z zum Vorbild genommen hat. Nun macht sich der kleine Pinguin samt Surfboard auf die Reise zum so genannten Big Z Memorial Cup, um dort gegen andere Surf-Profis anzutreten und am Ende selbst eine Legende zu werden. Allerdings hat er die Rechnung ohne den Fiesling Tank gemacht. Der neunmalige Champion ist nämlich skrupellos, wenn es um das Gewinnen von Pokalen geht.
Die Rennen des Cups finden allesamt an verschiedenen Schauplätzen der Insel Pin Gu-Eiland statt. Mit Videosequenzen des Pinguin-Senders SPEN bestückt, wird der Spieler durch den Cup geführt und lernt so einige Charaktere und deren Eigenschaften kennen. Ansonsten hält sich das Spiel aber nur sehr grob an die Story des Films, wodurch der Titel zu einem reinrassigen Surfspiel mutiert. Mit den lustig anmutenden Pinguinen erobert ihr surfender Weise die Wellen, wobei es in erster Linie darum geht, in den einzelnen Rennen möglichst erfolgreich abzuschneiden.

Auf die Bretter, fertig, los!

Zu Anfang des Spiels könnt ihr aus den unterschiedlichen Filmcharakteren eine Spielfigur auswählen, welche aber bei Nichtgefallen problemlos während des Spiels gewechselt werden kann. Im späteren Verlauf dürfen nämlich auch weitere Figuren freigespielt werden, die alle unterschiedliche Surfeigenschaften mit sich bringen. Aber nicht nur Charaktere, auch neue Songs und Boards lassen sich erspielen. Bis es aber soweit ist, gilt es zunächst ein Training zu absolvieren um eine Einweisung in die Kunst des Surfens zu erhalten. Danach könnt ihr euch aufmachen um die Rennen des Cups zu bestreiten. Ziel eines jeden Rennens ist das Sammeln von Trophäen. Diese erhält man, in dem man entweder eine gewisse Anzahl von Toren auf der Strecke durchsurft oder eine bestimmte Punktzahl durch viele Tricks einheimst. Dabei gibt es auf der Strecke einsammelbare Symbole, welche die erzielten Punkte multiplizieren. Darüber hinaus lassen sich kleine Surf-Figuren auffinden, mit denen sich neue Level, Grafiken und Videos freischalten lassen.

Auf der Strecke können diverse Tricks, Figuren und Slides ausgeführt werden. Entweder links oder rechts erhebt sich eine große Welle, auf der man am einfachsten die Tricks ausführen kann. Ansonsten wurden aber auch noch diverse Dinge auf der Strecke platziert, über die man sliden oder springen kann um somit weitere Punkte zu sammeln. Ein Zusammenprall mit anderen surfenden Pinguinen, Felsen oder Eisblöcken sollte allerdings vermieden werden, denn ansonsten werden die Punkte eines Combos bis zum Crash nicht gewertet, wodurch unter Umständen mehrere tausend Punkte baden gehen – im wahrsten Sinne. Andere Hindernisse wie Bretterwände können allerdings mit einem Turbo zerstört werden und erhöhen euer Punktekonto enorm. Am linken Bildschirmrand ist nämlich eine Turbo-Leiste zu sehen, die sich durch erfolgreich abgeschlossene Tricks aufladen lässt. Wie genau ihr die Turbos einsetzen könnt und wie die restliche Steuerung funktioniert, lest ihr im Steuerungs-Abschnitt.

Übrigens bietet Könige der Wellen neben dem Hauptspielmodus, in dem sich alles um den Cup dreht, auch einen weiteren, den Tube-Sliding-Modus. Dies ist ein zusätzlicher Spielmodus, indem in bester Mario-Rutschmanier eine Strecke sitzend auf einem Palmenblatt hinab gefahren werden muss und das in einem bestimmten Zeitlimit. Auf der Strecke lassen sich kleine Sanduhren einsammeln, welche die Stoppuhr kurzzeitig stillstehen lassen. Diese Strecken sind dabei ganz gut gelungen, da es verschiedene Wege und Abkürzungen gibt. Allerdings stehen in diesem Modus leider lediglich drei Strecken zur Auswahl.

Die Steuerung

Gesteuert wird der Pinguin mit Nunchuk und Wii-Remote. Mit dem Analogstick steuert ihr euren Charakter nach links und rechts. Durch drücken von A führt der Frackträger einen Sprung mit seinem Board aus. In der Luft lassen sich dann durch weiteres Drücken von A sowie in Kombination mit Analogstickbewegungen diverse Tricks ausführen. Die höchsten Sprünge erreicht man allerdings meist mit Hilfe einer Welle. Drückt man den B-Knopf in der Luft, so zeigt der Surfer einen Grab-Trick. Mit Hilfe des D-Pads könnt ihr den Pinguin Saltos und Schrauben ausführen lassen. Nach jedem Trick füllt sich die Turboleiste ein Stück auf. Durch ruckartiges Schlagen der Wii-Remote gibt der Pinguin dann ordentlich Stoff und beschleunigt um ein Vielfaches. Hiermit lassen sich die oben angesprochenen Bretterwände durchbrechen. Füllt man die Turboleiste komplett auf, dann lässt sich durch Drücken von C der Extase-Modus aktivieren. Jetzt sollte schnellstens ein Sprung ausgeführt werden um nochmals C zu drücken und anschließend Tricks auszuführen. Der Pinguin springt nun nämlich besonders hoch und führt Specials aus, die eure Punkteanzahl in Höhe treiben. Aber bei allen Tricks, auch im Extase-Modus, ist zu beachten, dass man sauber auf dem Wasser landet. Trifft man nämlich in Schräglage auf die Wasseroberfläche auf oder trifft dabei ein Hindernis, so werden die Punkte nicht gutgeschrieben und die Tricks waren umsonst.
Eine Besonderheit auf manchen Strecken sind die sich überschlagenden Wellen. In dieser Situation rast man durch eine Art Wassertunnel in Mitten einer Welle und die Turboleiste füllt sich automatisch komplett auf. Jetzt muss mit C der Extase-Modus aktiviert werden und anschließend erscheinen auf dem Bildschirm Tastenkominationen, die bei erfolgreicher Ausführung einen waghalsigen Trick zur Folge haben, die vor allem eurem Punktekonto Freude bereiten.

Im Tube-Sliding-Modus ist die Steuerung besonders einfach gehalten. Mit dem Analogstick wird gelenkt und mit dem A-Modus lässt sich der Pinguin bremsen, um knifflige Passagen und Kurven heil zu überstehen.

Grafik und Sound

Die Optik des Titels ist irgendwo im Mittelfeld anzuordnen. Alles wirkt recht bunt, die Spielfiguren sind den Originalen aus dem Film sehr gut nachempfunden und auch die Wasserspiegelungen sind wirklich gelungen. Leider sind die Strecken teils etwas zu eintönig geraten und ein paar Details mehr hätte ihnen gut getan. An manchen Stellen im Spiel war zudem ein leichtes Ruckeln zu verspüren, was zwar nicht besonders schlimm, aber dennoch etwas unschön ist.

Der Sound kann sich ebenfalls hören lassen. Allen Zwischensequenzen wurde eine deutsche Sprachausgabe spendiert und auch im Spiel lassen die Pinguine ihre Kommentare ab. Die sonstigen Sounds passen gut ins Geschehen und bieten kaum Kritikpunkte. Ganz nett sind vor allem die Bewegungslaute der Pinguine auf den Brettern während der Tricks. Am besten hört man diese heraus, wenn der Extase-Modus aktiviert wurde, da hier die Musik leiser gedreht wird.
Ebenfalls gelungen ist die Integration der Musikstücke aus dem Film, sodass euch ein netter Soundtrack erwartet. Einzig der Umfang der Lieder hätte doch ein wenig größer ausfallen dürfen. Wem übrigens das aktuelle Musikstück nicht zusagt, der kann per Minus-Knopf zum nächsten Song skippen.

Multiplayer

Auch bietet Könige der Wellen einen Mehrspielermodus im klassischen Splitscreen-Verfahren an, allerdings nur für bis zu zwei Spieler. Hier darf sich auf den Strecken des Story-Modus duelliert werden. Wer am Ende die meisten bzw. punktreichsten Tricks hingelegt hat, der gewinnt das Spiel.
Um die Strecken für den Multiplayermodus freizuschalten, müssen im Singleplayer-Modus pro Strecke zwei Herausforderungen gemeistert werden, danach gesellt sich die Strecke dann zur Auswahl im Mehrspielermodus.

Fazit

Mit Könige der Wellen bringt uns Ubisoft definitiv eine solide Filmversoftung auf die Wii. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen zum Film setzt man hier nicht auf Einheitsbrei-Jump’n’Run, sondern macht aus der Story einen unterhaltsamen und spaßigen Funsport-Titel. Auch optisch und akustisch macht das Spiel eine gute Figur. Zu bemängeln ist aber der magere Umfang. Als geübter Spieler wird man sich in rund fünf Stunden durch sämtliche Strecken gespielt haben. Lediglich das Ergattern aller Symbole und das Knacken der Highscores können dann noch motivieren. Auch der Mulitplayer-Modus bietet wenig Abwechslung und knüpft somit an die Kritikpunkte des restlichen Spiels an. Für ein paar nette Duelle zwischendurch gegen einen Kumpel reicht er aber sicherlich aus.
Insgesamt ist Könige der Wellen sicherlich eine der besseren Filmumsetzungen, aber auf Grund des Umfangs doch eher ein Titel gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Wir raten ganz klar zum Anspielen vor dem Kauf, zumal das Spiel zum Vollpreis erscheint.

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