Testbericht: Grand Slam Tennis

Bevor es überhaupt Wii MotionPlus von Nintendo zu kaufen gab, machte „Grand Slam Tennis“ den Start in die neue Steuerungs-Ära, mit der nun endlich die versprochenen 1:1-Bewegungen möglich sein sollen. Ob dies auch auf „Grand Slam Tennis“ zutrifft und damit das Tennis-Feeling verbessert werden konnte, möchten wir in unserem Test klären.

Auf den Spuren von Nadal, Federer und Co.

Der Hauptmodus des Spiels ist der Grand Slam-Modus, wo ihr euch euren eigenen Spieler erstellen könnt und mit diesem die großen Tennis-Turniere bestreitet. Neben Gesichtsform, Haaren, Hautfarbe etc. könnt ihr dem Spieler auch einen individuellen Kleidungsstil verpassen. Dabei gibt es neben EA- auch Marken-Klamotten wie zum Beispiel Nike, Adidas oder Lacoste. Wenn euch euer Alter-Ego gefällt braucht ihr noch einen Namen sowie eine Nationalität und dann kann es eigentlich auch schon los gehen. Allerdings geht es erst einmal auf das Trainingsgelände, auf dem ihr gegen eine Ballwurfmaschine antretet. Ihr könnt selber bestimmen wie schnell und auf welche Art die Bälle zu euch geschossen werden. Wie lange ihr auf dem Trainingsplatz üben wollt bleibt euch überlassen, wenn ihr das Gefühl habt den Schwung zu beherrschen, geht es los mit dem ersten Turnier.

In einem Turnier gibt es diverse Vorrunden, sowie am Ende das eigentliche Match um den Pokal. Neben normalen Matches in der Vorrunde gibt es auch Spiele mit speziellen Regeln, wie zum Beispiel ein Spiel mit drei Spielern, wobei immer zwei gegen einen spielen. Das Team wird allerdings immer gewechselt, so dass jeder einmal alleine spielen muss. Außerdem gibt es Matches, in denen ihr eine neue Fähigkeit für euren Charakter gewinnen könnt. Fähigkeiten verbessern beispielsweise die Ausdauer oder den Aufschlag, wobei es von jeder Fähigkeit drei Stufen gibt: Bronze, Silber und Gold. Zu Beginn könnt ihr eurem Ego lediglich eine Fähigkeit verleihen, im späteren Ablauf des Spiels allerdings bis zu drei. Vor jedem Match lassen sich die Fähigkeiten tauschen, sodass ihr euch optimal an die Stärken und Schwächen eures jeweiligen Gegners anpassen könnt.

Im Tennis-Party-Modus könnt ihr mit bis zu drei Freunden spielen, dabei gibt es verschiedene Tennisvarianten mit verschiedenen Regeln, beispielsweise „König des Courts“. In diesem Spiel treten bis zu drei Spieler gegen den König an, um diesen mit einem Sieg zu entthronen. Nur als König hat man die Möglichkeit, an Punkte zu gelangen. Ein anderes Spiel ist „Meister am Netz“, bei dem Punkte, die am Netz erzielt werden, doppelt zählen. Ein großer Pluspunkt des Spiels ist allerdings der Online-Modus der Gott sei Dank nicht über Nintendos Freundescodes läuft, sondern über die viel bequemeren EA-Kontos. Wenn ihr gegen einen Freund spielen möchtet könnt ihr einen Wii- oder EA-Spieler dazu einladen. Wer keine Freunde hat die gerade online sind, kann gegen einen zufälligen Gegner spielen. Im Online-Modus gibt es zwei verschiedene Ranglisten: eure eigene sowie eine nationale Rangliste. Gestartet wird mit 500 Punkten – wird ein Spiel gewonnen, erhält man Punkte dazu, bei einer Niederlage werden Punkte abgezogen. Je mehr Punkte ihr habt, desto höher seid ihr in der Rangliste zu finden. Die nationale Rangliste beruht auf allen Punkten einer Nation. Somit sammelt ihr automatisch bei jedem Spiel Punkte für euer Land. Diese beiden Listen sorgen für eine ordentliche Portion Langzeit-Motivation.

Das Plus in der Hand

Wie bereits erwähnt ist Grand Slam Tennis das erste Spiel, welches Wii MotionPlus unterstützt. Dementsprechend waren die Erwartungen der Steuerung sehr hoch und ich wurde deswegen auch etwas enttäuscht. Ich habe ein Tennisspiel erwartet, bei dem ich realistisches Tennis spielen kann, doch das ist nicht der Fall. Trotzdem, der Unterschied mit bzw. ohne Wii MotionPlus ist bereits sehr groß, man darf jedoch keine 1:1-Steuerung erwarten, obwohl dies auf der Rückseite der Verpackung versprochen wird. Dass das Spiel Wii MotionPlus unterstützt wird bereits bemerkbar, wenn der Gegner am Aufschlag ist. Man kann den Tennisschläger annähernd 1:1 bewegen, beim Ballwechsel lässt sich zudem der Ball sehr schön in die gewünschte Ecke spielen. Dies erreicht man, indem die Wii Remote genügen weit bzw. kurz geschwungen wird. Auch Top- und Backspins sind durch drehen der Wii Remote im bzw. gegen der Uhrzeigersinn möglich. Lobs und Stopps werden leider weiterhin durch Drücken von Buttons ausgeführt. Wahlweise ist die Steuerung mit oder ohne Nunchuk spielbar. Ohne Nunchuk wird das Spiel à la Wii Sports-Tennis gespielt: die Figur bewegt sich von alleine. Diese Steuerungsart ist vor allem für Anfänger oder Casual Gamer sehr nützlich.

Am wenigsten funktioniert die Dosierung der Stärke der Bälle, manchmal schwingt man die Wii Remote sehr stark aber der Ball bekommt kein Tempo oder fliegt nicht sonderlich weit, dann wiederum reicht ein relativ schwaches Schwingen der Wii Remote und der Ball fliegt ins Aus. Ich hoffe, dass es in weiteren Tennisspielen bessere Steuerungen mit Wii MotionPlus zu sehen gibt, für den Anfang ist es allerdings doch sehr ordentlich gelungen.

Tennis mit Stil?

Wie man bereits an den Screenshots erkennt, ist das Spiel nicht in einem realistischen Grafikstil gehalten. Das soll aber nicht negativ sein, da vor allem die lizensierten Tennisspieler wirklich klasse aussehen. Es ist toll, wenn man mit den Karikaturen von Nadal, Federer, Becker oder den weiteren 21 Tennisstars spielen kann. Von mir aus hätte man die Charaktere ruhig noch etwas mehr überzeichnen dürfen. Auch die Animationen und Gesichtsausdrücke sind gut gelungen. Weinen müssen die Charaktere zwar nie, aber es gibt viele andere Details an Hand derer die großen Tennisspieler dieser Welt wiederzuerkennen sind. Leider hat die Grafik auch ihre Schwächen: Die Zuschauer sind in 2D gehalten und sehen sich bis auf die Kleidungsfarbe alle sehr ähnlich. Auch Bäume oder andere Details rund um das Spielfeld, von denen es ziemlich wenige gibt, sehen eher langweilig aus. Dies lässt sich jetzt vielleicht mit dem speziellen Grafikstil begründen, aber ein wenig mehr Liebe zum Detail wäre nicht verkehrt gewesen.

Von den Schwächen zurück zu den Stärken, beispielsweise zum Sound. Denn dieser stammt von Star-DJ Paul van Dyk. Die Sportmoderatoren während dem Spiel sprechen leider nur Englisch, was allerdings nicht wirklich stört, jedoch wiederholen sich die Kommentare recht schnell. Die Schiedsrichter hingegen sprechen alle in der jeweiligen Landessprache des Turniers.

Fazit

Durch die erstmalige Unterstützung von Wii MotionPlus überhaupt in einem Spiel habe ich mir viel erhofft, leider etwas zu viel. Man merkt dass die Technik noch frisch ist und dass an dieser noch viel gefeilt werden kann. Dennoch glänzt Grand Slam Tennis mit einer – Wii MotionPlus sei Dank – viel besseren Steuerung als bisher möglich. Neben der Steuerung macht das Spiel fast alles richtig, vor allem der Online-Modus und die Animationen der Spieler können überzeugen.

Winnies Fazit:

Die Steuerung mit Wii MotionPlus benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit, bietet dann jedoch die beste Tenniserfahrung die es auf der Wii bisher gab. Noch nie war es möglich den Ball so präzise zu platzieren und sich dabei mitten im Geschehen zu fühlen, auch wenn die Steuerung nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Der gelungene Grafikstil, der fordernde Karrieremodus so wie die gewohnt gute Onlineanbindung runden das überzeugende Gesamtpaket ab. Die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz und da gehe ich jetzt auch wieder hin – Fordert mich doch heraus, wenn ihr euch traut!

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