Testbericht: Blazing Angels: Squadrons of WWII

Wii besitzende Flugzeugfans haben seit neuestem die Wahl zwischen drei Flugzeug Simulationen. Ubisofts Blazing Angels fällt sofort durch sein Setting auf: Propellermaschinen im zweiten Weltkrieg! Bekommt man hier neben einer neuartigen Steuerung noch die Story und Atmosphäre geboten, die man vergebens in Heatseaker oder Wing Island sucht?

Die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Blazing Angels bietet dem Spieler Flugzeugaction, in der man sich 20 Missionen lang durch den alt bekannten zweiten Weltkrieg schießt. Das Spiel entfaltet dabei eine cineastische Präsentation und kommt mit Zwischensequenzen, vielen Erzählpassagen und einem schon filmtypischem Soundtrack daher. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen, frisch gebackenen Kommandanten und begleitet ihn durch abwechslungsreiche, aber auch sich wiederholenden Aufgaben wie z.B. heftige Schlachten überstehen, das Beschützen von Gebäuden vor Bomben oder auch eine Reise durch die Wüste, auf der man Aufklärungsfotos von Deutschen Stellungen schießen muss. Man trifft dabei auf eine eigentlich ganz gute KI, die den Schwierigkeitsgrad in den späteren Levels noch ein wenig erhöht. Generell wird der Schwierigkeitsgrad im späteren Verlauf noch ziemlich hoch und sollte auch den geschicktesten Spieler eine Weile beschäftigen.

Die Einzelkampagne fällt sehr umfangreich aus und nimmt den Spieler mit auf eine kleine Weltreise, wo man unter anderem Einsätze in Hawaii, London, Pearl Harbor oder auch im schnuckeligen Paris absolvieren muss.

Besondere Elemente im Spiel sind zum Beispiel drei weitere Piloten, die einen regelmäßig anfunken und für etwas Kommunikation zwischen den Wolken sorgen und auch bei Bedarf Tipps geben, wie man sein beschädigtes Flugzeug wieder repariert. Die Kameraden lassen sich per Wiimote auch sonst noch bei Bedarf zur Hilfe holen, wenn es darum geht gemeinsam ein bestimmtes Ziel anzugreifen. Tom, Frank und Joe sind aber auch noch in der Lage einen Verteidigungsmodus zu fliegen.

So steuert sich das Flugzeug

Blazing Angels bietet eine spaßige, innovative Steuerung. Genau genommen gibt es mehrere Steuerungsschemas, die zur Auswahl stehen, aber getestet wurde das Spiel die meiste Zeit als Rechtshänder mit der Wiimote in der linken und dem Nunchuk in der rechten Hand. Der Nunchuk fühlt sich dann plötzlich wie ein Steuerknüppel an und steuert das Flugzeug dann durch die Bewegungssensoren, was die meiste Zeit auch gut klappt, auch wenn man schnell dazu neigt, in der Kippbewegung ein wenig zu übertreiben. Mit dem Analogstick kann der Pilot das Flugzeug dann beschleunigen oder abbremsen. Im Kampf feuert er dann auf der Z-Taste sein Maschinengewehr ab und auf C wirft er Bomben ab. Alle weiteren Befehle führt man in der anderen Hand aus. Die gedrückte A-Taste aktiviert eine Verfolgerkamera, die Feinde fixiert und hilft dem Piloten in der Kurve etwas schneller zu wenden oder abgeworfenen Bomben hinterher zu schauen. Zwar verliert man anfangs etwas schnell den Überblick aber mit der Zeit sollte es jeder Spieler zum entspannten Spielen bringen. Das Steuerkreuz, die Menütasten und die 1 und 2 navigieren den Piloten dann durch das Menü, geben seinen Kameraden Anweisungen, reparieren mit einer bestimmten Kombination das Schiff oder schauen nach den Missionszielen. Was noch ganz witzig ist: Man kann auf Knopfdruck in eine Cockpit Ansicht wechseln, die aber leider nicht sehr brauchbar ist.

Da es viele verschiedene Steuerungsschemas gibt, lässt sich im Großen und Ganzen voraussetzen, dass für jeden Spieler etwas dabei ist – auch für den, der keinen Nunchuk besitzt. Dabei bleibt die Steuerung immer simpel und unterstreicht damit auch das sonst einfach gehaltene Gameplay. Höhenmessgeräte oder was sonst noch eigentlich in Simulationen hat wurden bei Blazing Angels weggelassen.

Die Präsentation

Die grafische Aufmachung lässt sofort auf einen weiteren Port schließen, auch wenn einer der nicht so schlimmen Sorte. So bekommt man nicht nur die übliche PS2-Niveau Grafik, sondern hier und da an einigen Stellen auch einmal ein wenig mehr geboten. Von Stadt zu Stadt schwankt die Qualität der Grafik auch, da bekommt der Spieler manchmal nur ein paar kahle Landschaften mit wenigen Häusern und einem ziemlich verschwommenen Himmel zu sehen, das andere Mal wird er in eine nächtliche Schlacht gezogen, wo viele Häuser und andere Details wie Brücken, unter die er hindurch fliegen kann, auf ihn warten. Die Häuser sind alle 3-Dimensional, auch wenn nicht besonders detailliert. Ein paar starke Ruckler im Spiel gleichen die ansonsten auf HD-TV abgestimmte, gute Technik aus und führen wieder zu Punkteabzügen.

Die Geräuschkulisse und der Soundtrack

Der Sound bietet eine Dolby Pro Logic II-Ausgabe und versetzt den Spieler mit typischen Propellergeräuschen und guten Explosionen direkt in einen typischen Kriegsfilm. Die englische Sprachauswahl wird nicht jedem schmecken, aber dafür die Spieler beglücken, die es schon immer seltsam fanden, wenn in Kriegsspielen alle Parteien die selbe Sprache gesprochen haben. Untertitel helfen aus, wenn die eigenen Kameraden Aufträge oder Hinweise durchfunken. Wer die langen Monologpassagen am Ende einer Mission dann lesen muss, wünscht sich aber spätestens dann, er habe englisch gelernt oder die Entwickler hätten eine deutsche Sprachausgabe noch wenigstens optional anbieten können.

Die Musik ist orchestral und fügt sich optimal in das Spiel ein. Auf atmosphärischer Ebene bietet das Spiel gerade durch die passende Musik und die ab und zu ganz guten Synchros ein gutes Ergebnis.

Weitere Spielmodi und Motivation

Hat man sich durch alle Kampagnen geschlagen, bietet Blazing Angels noch ein paar Alternativen für den Solisten: Zwei Minikampagnen, einen Arkademodus und Duell der Asse. In diesen Modi werden dann noch gezielt Fähigkeiten von euch verlangt wie Bombardement, Luftkämpfe, Ausdauer, Geschick in Duellen und auch immer wieder durch Medaillen, Orden und Ace-Titel belohnt.

Multiplayer

Blazing Angels bietet im Gegensatz zu der XBox 360 und Playstation 3 Funktionen keine Online Funktion an. Das liegt ja leider nun auch nicht an den Entwicklern, denn diese haben die Zeit wenigstens in einen ziemlich umfangreichen Multiplayer Modus gesteckt. Da bekommen leider nur maximal zwei Spieler im Splitscreen folgende Spieltypen geboten: Kamikaze, Angriff, Luftkampf, Duell und Bombardement. Wer im Einzelspielermodus schon einige Kampagnen durchgespielt hat, kann diese dann auch noch im Multiplayer unter „historischen Missionen“ mit einem Freund noch mal gemeinsam durchspielen. Es gibt viel zum Spielen, auch wenn es am Ende leider kein Ersatz für einen schönen Onlinemodus ist.

Fazit

Blazing Angels ist so ein typisches Actionspiel, welches mit dem leider etwas ausgelutschten WWII-Szenario und einer cineastischen Präsentation jedoch alles daran tut, ein ordentliches Abenteuer anzubieten, welches den Spieler vom Sofa direkt in eine andere Welt reißt. Im Spiel gibt es reichlich Abwechslung in den Missionen, die sich aber alle irgendwie gleich anfühlen und auf Langzeit gar nicht mehr so unterschiedlich wirken. So richtig mitgerissen hat mich das Spiel jetzt nicht, da man sich immer nur mit Fahr- und Flugzeugen konfrontiert sieht. Zwar sorgen die Funksprüche für ein bisschen Menschlichkeit, aber auf Langzeit zieht das Spiel nicht unbedingt. Vielleicht hätte es für mich da eine andere Story gebraucht?

Für den Multiplayer Test habe ich mir Freunde eingeladen: Wir sind ziemlich lange durch die Gegend geflogen ohne uns zu treffen. Plant man das Spiel im Multiplayer zu spielen, sollten sich alle Spieler vorher in Einzelkampagnen in die Steuerung eingeflogen haben. Das Beste am Spiel hier bleibt wohl die Steuerung, den Nunchuk halte ich zum ersten Mal in der rechten Hand und als Steuerknüppel gefällt er mir richtig gut.

Mal schauen, was demnächst dann noch so an Flugzeug spielen für die Wii kommt.

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