Testbericht: Tony Hawk’s Downhill Jam

Wer kennt sie nicht, die legendären Funsport-Titel der Tony Hawk Reihe, allen voran Pro Skater sowie Underground. Für Nintendos Wii warf Activision jedoch das bekannte Konzept über Bo(a)rd und entwickelte einen Titel, der exklusiv für die Wii-Konsole erscheint und somit durch und durch Gebrauch der neuartigen Steuerung macht. Ob Downhill Jam davon profitieren kann, wollen wir im folgenden Testbericht einmal näher erörtern.

Auf die Bretter, fertig, los!

Bei Downhill Jam, wie der Name schon sagt, geht es weniger darum, wie für Tony Hawk Spiele typisch, sich in großen Arealen frei zu bewegen und diverse Tricks mit dem Board zu machen, vielmehr steuert man diesmal den Skater auf einer linear angelegten Strecke bergab Richtung Ziel. Dabei können allerdings in einem gewissen Rahmen diverse Skate-Tricks ausgeführt werden, um die Turbo-Leiste aufzufüllen, die Kurzzeitung einen Geschwindigkeitsschub liefert.

Die Präsentation des Spiels macht deutlich, dass Downhill Jam nicht ganz so ernsthaft herüber kommen will. Der Comic-Stil der Skater-Figuren und die ansatzweise lustigen Kommentare der Brettfahrer zwischen den Levels unterstützen dies sichtlich.

Lange Fahrten im Singleplayer-Modus

Tony Hawk’s Downhill Jam bietet im Einspieler-Modus viele unterschiedliche Locations, die es mit dem Skateboard zu bewältigen gilt. So fäht man Beispielsweise in Rio de Janeiro, Rom, Chicago oder durch die Alpen. Insgesamt warten acht verschiedene Länder darauf, befahren zu werden. Dabei unterscheiden sich die Rennmodi stark voneinander, denn oft muss zwar ein einfaches Rennen gegen weitere Computer-Gegner bestritten werden, aber auch Slalom-Rennen stellen den Spieler vor neue Herausforderungen. In einer gewissen Zeit müssen Tore durchfahren werden, die zum Teil nur schwer zu erreichen sind. Wird ein Tor passiert, wird ein Zeitbonus gutgeschrieben. Sollte die Uhr jedoch gegen Null laufen, ohne dass das nächste Tor mitgenommen wurde, muss die ganze Slalom-Strecke von vorn gefahren werden.

Aber nicht nur Slalom-Rennen sorgen für Abwechslung, auch Trick-Rennen hat Downhill Jam im Gepäck. Auf der Strecke müssen so viele Tricks wie nur möglich durchgeführt werden, um eine Mindestanzahl an Punkten zu erreichen.

Dadurch, dass sich im Rennmodus Kontrahenten auf der Strecke befinden, kann per Attacke der Gegner vom Brett geholt werden. Diese Möglichkeit der Attacke bekommt in einem weiteren Modus besonders zur Geltung – hier müssen nämlich möglichst viele Passanten umgehauen werden, um Punkte zu sammeln.

Jeder Modus kann mit drei Auszeichnungen beendet werden: Bronze, Silber und Gold. Für jede dieser Auszeichnungen gewinnt der Spieler an Erfahrungspunkten. Zusätzlich können diverse Dinge frei gefahren werden: neue Strecken, neue Outfits für die Skater, Konzeptgrafiken und neue Skateboards.

Die Steuerung

Tony Hawk wird nur mit der Wii-Remote gesteuert. Der Controller wird quer gehalten, sodass sich das Steuerkreuz links befindet und die 1-/2-Knöpfe rechts zu finden sind. Um zu beschleunigen muss 2 gedrückt werden. Bei Loslassen des 2-Knopfs führt der Skater einen Sprung, also einen Ollie, aus. Gelenkt wird mit Neigebewegungen der Wii-Remote. Mit dem 1-Knopf können in der Luft diverse Tricks ausgeführt werden und, was bei Downhill Jam nicht unbedeutend ist, es können Grinds gefahren werden über Eisenbahnschienen, Stromleitungen, Zäune, Regenrinnen etc.
Durch das vorhandene Tutorial wird der Spieler gut in die Steuerung eingeführt. Nach kurzer Eingewöhnung geht diese auch recht leicht von der Hand.

Die Grafik

Optisch betrachtet bewegt sich der Titel eher auf höherem Gamecube-Niveau. Keine wirkliche Augenweide, aber durch die detailreich gestalteten Locations sowie die konstant hohe Framerate, die die Wii anscheinend mit Leichtigkeit bewerkstelligt, kann man nicht viel meckern. Schade, dass die Skater im Comic-Stil daher kommen, aber man gewöhnt sich dran, zumal im Rennen selber dies kaum auffällt.

Der Sound

Downhill Jam kann auf eine große Bandbreite rockiger Musik zurückgreifen, wie man das bei Tony Hawk Spielen bereits gewohnt ist. Die Playliste lässt sich in den Optionen sogar nach eigenen Belieben anpassen. Stört euch ein bestimmter Track, dann könnt ihr diesen einfach deaktivieren. Ebenfalls ganz nett ist das Musikvideo der bekannten Metaller von „Iron Maiden“, die ebenfalls einen Song zum Spiel beigetragen haben.
Im Spiel selber sind die Soundeffekte sowie die Sprachausgabe der Skater sehr gut eingesetzt und von hoher Qualität.

Spielspaß

Im Singleplayer Modus scheinen die Level gar kein Ende zu nehmen. Zusammengepackt in kleinen Paketen mit mehreren Rennen, werden weitere freigeschaltet, wenn alle Rennen erfolgreich absolviert wurden. Auch nach mehreren Stunden tauchen immer noch neue Pakete mit diversen Maps auf. Leider gibt das Konzept des Titels jedoch keine große Langzeitmotivation her. Trotz unterschiedlicher Renn-Modis und unterschiedlichen Locations kommt nach einigen wenigen Stunden bereits eine richtige Eintönigkeit auf. In Punkto Spielspaß muss also leider ein gewisser Abstrich gemacht werden.

Multiplayer-Action

Einen Multiplayer-Modus bietet Downhill Jam ebenfalls. Gegen bis zu drei Mitspielern kann auf den Brettern den Berg hinunter gefahren werden. Spaßig ist hier vor allem die Möglichkeit der Attacken. Den Kumpel damit vom Board zu fegen macht schon Spaß, kann aber insgesamt auch nur kurzzeitig motivieren.

Fazit

Tony Hawk’s Downhill Jam kommt mit einem völlig anderem Konzept daher, als von der Tony Hawk-Reihe eigentlich zu erwarten ist. Wer also das klassische Konzept erwartet, wird enttäuscht sein. Die exklusive Wii-Entwicklung bietet sicherlich Spaß für flotte Skateboard-Fahrten zwischendurch, lange und spannende Abende vor der Konsole kann der Titel aber nicht bieten. Die Optik und vor allem der Sound werten das Spiel noch ein wenig auf, insgesamt kann Downhill Jam jedoch nicht auf Dauer überzeugen – wirklich schade, denn hier wurde eindeutig Potential verschenkt.

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