Testbericht: Star Trek: Conquest

Der Weltraum – unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer der Wii Insider-Redaktion, die viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist, um fremde Spiele zu entdecken, neue Genres und unbekannte Geschichten. Die Redaktions-Crew bringt dabei Informationen zu Tage, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat…

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Logbuch des zweiten Redaktionsfähnrichs Gruppe Blau, Sternzeit ist mangels Fenster gerade nicht ersichtlich:
Seit bald anderthalb Jahren sind wir nun schon von der Heimat weg, stets auf der Suche nach immer neuen Welten. Die Wii ist mittlerweile zu meinem Zuhause geworden, die Schiffscrew zu meiner Familie. Was wir bereits alles erlebt haben, würde die Fantasie vieler Erdenbürger um ein vielfaches überschreiten. Vor gar nicht langer Zeit trafen wir inmitten des Alls einen verrückt gewordenen Klempner, der davon faselte, alle Sterne besitzen zu wollen, um im Zentrum des Universums eine Schildkröte zu besiegen. Nicht viel besser die gepanzerte Frau, die kurz darauf für einige Wochen mit uns reiste. Sie war äußerst hübsch, soweit ich das beurteilen konnte, hatte aber mächtig einen an der Waffel. Schon nach kurzer Zeit versuchte sie alle möglichen, technischen Geräte an Bord an ihren Anzug zu schrauben. Tja, und da war sie auch schon die längste Zeit unser Passagier…
Im Vergleich dazu geht es momentan eher gemächlich zu. Captain Leuenberg bat mich um eine audiovisuelle Inspektion eines Datenträgers, den das Außenteam von einem seiner Einsätze mitgebracht hatte. Angeblich handelt es sich dabei um bisher völlig unbekanntes Material, mir wurde bisher nur ein kurzer Blick darauf gestattet – Star Trek: Conquest war auf der Oberfläche eingraviert. Der Name erinnerte mich dunkel an Software, mit der ich früher schon zu tun hatte, vor langer Zeit, aber noch nie während meiner Dienstzeit auf der Wii. Die Geheimniskrämerei darum hatte mich ohnehin überrascht, thematisch vergleichbares Material wurde bereits im Vorfeld immer groß angekündigt und nie so spontan angeschafft… Ich hoffe, dass die Untersuchung die Mühe wert sein wird. Aufzeichnung Ende.

Computer: Disk einlesen!

Logbuch des zweiten Redaktionsfähnrichs Gruppe Blau, Sternzeit vergeht wie im Flug:
Meine Inspektion ist mittlerweile in vollem Gange und mit Gewissheit kann ich bereits über die groben Inhalte des Materials urteilen. Ganz offensichtlich hatte das Außenteam recht, etwas Derartiges habe ich hier auf der Wii noch nie gesehen. Offenbar handelt es sich um strategische Kampfsimulationssoftware, aber mit dem Schwerpunkt auf taktischer Zugplanung. Bei meinen ersten Checks sollte ich virtuelle Raumschiffflotten bauen und Systeme erobern. Ein Admiral auf der Akademie erzählte vor langer Zeit von ähnlicher Trainigssoftware für Schiffskommandeure, anders als in diesen modernen Programmen, scheint bei meiner vorliegenden Software der Faktor Zeit aber keine Rolle zu spielen, der Ablauf ist rundenbasiert. Bei näherer Analyse stellte ich fest, dass der Benutzer durch die Eroberung von Systemen, Errichtung von Minenkolonien und das Betreiben von Forschung sein Dasein gegen die programminternen Widersacher deutlich erleichtern kann. Ziel des Ganzen scheint die Herrschaft über eine ganze, nur schematisch dargestellte Galaxie zu sein. Ob der Erfolg in der Bedienung dieser Software Auswirkungen auf unsere Mission haben könnte, konnte ich allerdings noch nicht herausfinden. Generell ging die Inspektion zunächst ziemlich schleppend voran, programmintern gab es keinerlei Hinweise zur Bedienung und lediglich zwei Seiten Text über die Motivation der kriegsführenden Parteien. Offenbar sei zwischen den sechs größten Rassen des Star Trek -Universums – ich bat den Computer mir diesen Begriff zu analysieren – die Diplomatie zerbrochen. Jedes Volk ziehe nun plündernd und brandschatzend umher und strebe nach der alleinigen Herrschaft. Ich bin zwar nur ein kleiner Schiffsanalytiker aber bei diesen Zeilen sprang selbst meinem Tricorder die Sicherung raus. Sogar die erwähnte Trainingssoftware an unserer Akademie hatte anspruchsvollere und glaubwürdigere Szenarien.
Abgesehen davon lagen mir zunächst dann aber keinerlei Informationen vor, wie ich mit dem Material umzugehen hatte, weder von der Bedienung her, noch inhaltlich.
Nachdem ich bei der neuen Rekrutin des Außenteams aber einen frisch replizierten Latte springen ließ, verriet sie mir, dass neben dem Datenträger auch ausführliche Begleitdokumente gefunden wurden. Dem war dann auch tatsächlich so, eine ausführliche, bunte Bedienungsanleitung schilderte gut verständlich alle wesentlichen Elemente meines Untersuchungsobjekts. Mit diesem Wissen wurde dann alles sehr viel klarer.

Nach einigen Stunden konnte ich als erste Zwischenbilanz bereits Folgendes mit Sicherheit sagen. Beim Subjekt mit der Datenträgerbezeichnung Star Trek: Conquest handelt es sich um rundenbasierte Militärsoftware, die Erste ihrer Art, seit wir unsere Reise auf der Wii angetreten haben. Meinem Kenntnisstand nach ist der Umfang des Programms relativ gering und beschränkt sich auf rudimentäre Zielsetzungen. Unter der Flagge von Föderation, Klingonen und Co. muss der Benutzer forschen, expandieren und erobern. Zur Ausübung antidiplomatischer Handlungen stehen lediglich drei verschiedene Schiffstypen zur Auswahl, die von einem Knotenpunkt der Galaxiekarte zum nächsten geschickt werden können. Soweit meine ersten Ausführungen.
Als ich mich jedoch eingehender mit den Untersuchungen beschäftigte, stieß ich schon sehr bald auf Widerstand. Viele Galaxien waren bereits von Mitbewerbern bevölkert oder wurden von ihnen angegriffen. Plötzlich stellte mich das Programm vor die Wahl einen Kampf manuell zu führen oder ihn simulieren zu lassen. Mein Puls stieg, offenbar war das Material doch nicht so harmlos wie erwartet. Aus berufsbedingter Vorsicht lies ich den Kampf simulieren. Kleine, zweidimensionale Raumschiffsymbole schossen daraufhin starr aufeinander ein, Statuswerte gaben Auskunft über deren strukturelle Integrität. Natürlich ist es als Analytiker nicht mein Job Spaß zu haben, wenn es aber doch so wäre, hätte ich an dieser Stelle keinen gehabt. Beim nächsten Feindkontakt wählte ich daher die manuelle Kampfsteuerung. Mit dem Joystick unseres Nunchuck-Interfaces bekam ich sogleich die Kontrolle über das Führungsschiff meiner Armee, steuerte aus der Draufsicht die Gegner an und blies sie aus dem All. Diese Form der Eingabe kostete mich ein gutes Stück Zeit, außerdem erschien mir sowohl die Effektivität der Phaserbänke, als auch der Quantentorpedos in keinem Verhältnis zur Realität zu stehen, was die Auseinandersetzung trotz vieler Treffer in die Länge zog. Wer schon mal einem feindlichen Redakteur einen Phaserschuss mit maximaler Kapazität verpasst hat, der weiß, wovon ich rede. Weder die eine, noch die andere Möglichkeit der Kampfdarstellung riss mich vom Hocker, allerdings bietet die Software keinerlei Möglichkeiten zur Diplomatie an, Konfrontation ist der einzige Weg zum Sieg. Dessen Erfolg wiederum hängt – das wurde mir schnell bewusst – primär von der Anzahl der eigenen Schiffe und dem Stand der Forschung ab.

Nicht gerade weltbewegend, aber unser Job hier draußen ist es auch nicht, Welten zu bewegen, sondern sie zu erforschen. Im Kern arbeitet das Subjekt also mit einem simplen aber funktionierenden System, dass aufgrund starker künstlicher Intelligenz (natürlich nicht zu vergleichen mit unserem Boardcomputer) dennoch fordert.
Zu mehr als dem ständigen Erobern von Galaxien scheint das Programm dann aber doch nicht imstande zu sein. Meine Untersuchung auf Human2tech-Interface-Ebene ergab lediglich zwei Spielmodi: Kampagne und Gefecht, wobei sich die Kampagne als eine Aneinanderreihung vorgegebener Gefechtssituationen entpuppte – eine Geschichte fehlt völlig, somit beschränkt sich der Wiedererkennungswert des Szenarios lediglich auf die Optik der Schiffe. Verglichen mit den Blaupausen unseres Zentralcomputers ist hier aber eine hohe Ähnlichkeit aufzuweisen.

Nach ungefähr acht Stunden hatte ich meine komplette inhaltliche Inspektion damit abgeschlossen und war überrascht. Das Programm entpuppte sich als minimalistisch gehaltene aber funktionierende Eroberungs-Simulation, die ihre – auf der Erde offenbar sehr bekannte – Lizenz kaum ausnutzt.
Da ich meine Dienstzeit heute schon überschritten habe und der eine Systemtechniker aus dem Reaktorraum zum Bowlen auf Deck 7 geladen hat, werde ich das Subjekt Star Trek: Conquest zur weiteren Untersuchung ins technische Zentralarchiv übergeben. Aufzeichnung Ende.

Warpkernbuch gerade noch abgewendet

Logbuch des leitenden technischen Offiziers, Sternzeit ist nur was für Weicheier:
Ich kann mich ja nun wirklich als alten Hasen im Geschäft bezeichnen und dieses Baby ist nicht das erste, auf dem ich mitfliege. Da war schon so ziemlich alles dabei, technisch zeitgemäße Borgcubes, fette Quad-Core Personal Cruiser, selbst in der ersten mobilen Videospielstaffel bin ich damals als Pilot mitgeflogen, hähä, mit diesen hässlich grünen Kontrollbildschirmen. Die Wii ist gegen all das eher ein zurückhaltendes Schätzchen, aber wenn’s drauf ankommt, dann kann sie! Der Captain sagt immer, unsere größte Stärke im Kampf gegen den Feind sind unsere intuitiven Steuersysteme. Der Mann hat nicht unrecht aber ich sage, der Mensch will auch was zu gucken haben – selbst hier draußen im All. Blöd geguckt hab ich dagegen, als mir neulich dieser hässliche Fähnrich aus der Redaktion sein aktuelles Arbeitssubjekt zur technischen Inspektion überantwortet hat. Rundenstrategische Militärsoftware, pah, dass ich nicht lache. Um mich zu beeindrucken, braucht’s schon etwas mehr!

Immerhin hatte ich bei meiner Arbeit an dem Datenträger keinerlei Schwierigkeiten in der Benutzung. Die… „Handhabung“ war zwar nicht so interessant, wie mit der heißen Metallbraut kurz vor Weihnachten, steuerte sich aber auch nicht wie ´ne Galaxy-Klasse auf Biodiesel. Ziemlich minimalistisch würd´ ich sagen. Meinen Steuerknüppel hab ich dem entsprechend auch eher selten gebraucht, eigentlich nur in den Arcadekämpfen. Sonst hat für alles der Infrarotpointer ausgereicht, das ganze Programm wird im Prinzip eh nur über Menüs bedient.

Viel schlimmer war dagegen die Auswertung des visuellen Outputs. Das Ding sieht so spannend aus wie unser Boardcomputer, nein halt, es sieht genauso aus, wie unser Boardcomputer. Menüs in den typischen Farben und Designs und überwiegend zweidimensionale Darstellungen von Raumstationen und Schiffen auf einer simplen Übersichtskarte, die selbst’n blinder Klingone auf Spacedroge noch hübscher hätte zeichnen können. Immerhin konnten sich die seltenen 3D-Modelle in den Kämpfen einigermaßen sehen lassen, haben die Schiffsmotoren unserer kleinen Wii hier aber nicht ansatzweise rattern lassen.

Und während ich so mein Protokoll über die Analyse schreib, is‘ mir doch glatt aufgefallen, dass das Ding sogar Sound ausgibt. Die Musik kam mir jetzt zwar nicht direkt bekannt vor, klang aber gar nicht schlecht und dafür könnten die Effekte direkt von einem unserer Schiffe stammen, die hatten eindeutig Wiedererkennungswert. Ganz selten hat sogar mal irgend so´ne Pfeife was gesagt, allerdings ist einer mir unbekannten Aliensprache … der Computer hat sie als Englisch klassifiziert. Alles nicht wirklich schlecht aber auch nichts Besonders. Immerhin hat die Analyse nicht sehr lange gedauert, ich hab nämlich noch’n Kater von der Bowlingparty gestern Abend. Das Subjekt hab ich dem hässlichen Fähnrich anschließend wieder zurückgeschickt. Aufzeichnung Ende.

Auf zu neuen Welten

Logbuch des zweiten Redaktionsfähnrichs Gruppe Blau, Sternzeit ist von der Party noch sternhagel voll.
Nachdem mir dieser dumme technische Offizier den Star Trek: Conquest-Datenträger wieder hat zukommen lassen, habe ich heute meinen abschließenden Inspektionsbericht für den Capain verfasst. Insgesamt hat dieser Job ziemlich zwiespältige Eindrücke bei mir hinterlassen. Zwar handelt es sich hierbei um bisher einzigartiges Material auf der Wii und auch die Marke erfreut sich nicht nur bei den Menschen großer Beliebtheit, allerdings weiß der Titel offenbar nicht so recht was er will und bietet zu wenig Umfang. Für Genrefremde, wie unseren Waffenoffizier, wäre das bestimmt nichts, denn das Programm ist hart und erfordert geschickte Planung, Action gibt’s kaum. Der Leutnant an der strategischen Kommandokonsole würde sich mit dem Programm aber wahrscheinlich auch langweilen, weil es viel zu wenige Aktionsmöglichkeiten bietet. Für eine gesellige Runde wäre es schon mal gar nichts, weil nur ein Eingabeinterface unterstützt wird.
Im Endeffekt habe ich dem Captain mitgeteilt, dass Star Trek: Conquest hier auf unserem Schiff zwar konkurrenzlos ist, so richtig Freude werden aber nur Strategie-Nerds der alten Schule haben. Ich glaube bei den Cardassianern gibt’s noch ein paar davon. Aufzeichnung Ende.

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Packshot Star Trek: Conquest

Star Trek: Conquest

Release: 20.03.2008
Publisher:
Entwickler:
Anzahl Spieler: 1
USK: 12