Testbericht: Mega Man 10

Bereits im vergangenen Jahr schickte Capcom den kultigen Mann im blauen Dress wieder auf die Videospiel-Bühne, allerdings verzichtete man auf grafisches Tamm-Tamm, sondern setzte den Helden in die gute alte 8-Bit-Welt. Einfach kultig retroesque. Und der Erfolg gab dem Hersteller Recht. Somit verwunderte es kaum, dass auch der mittlerweile zehnte Teil der Reihe gleichermaßen umgesetzt wurde. Und Mega Man ist diesmal nicht alleine, sondern hat direkt noch seine alte Kumpel Proto Man im Gepäck! Diese durchaus pixelige Angelegenheit haben wir uns selbstredend nicht entgehen lassen und sind für euch ins Jahr 20XX gereist.

Ein Virus geht um die Welt…

Die gemeingefährliche Robotergrippe Roboenza ist ausgebrochen und verbreitet sich weltweit in Windes Eile. Roboter und Maschinen kommen zu Fall und die Menschen müssen auf die sonst so verlässlichen Helferlein verzichten. Die Situation verschlimmert sich jedoch und die infizierten Roboter geraten völlig außer Kontrolle und legen eine regelgerechte Zerstörungswut an den Tag. Diese Bedrohung muss gestoppt werden und so ist es also wiedermal an Mega Man, sich dem Unheil zu stellen. Jedoch ist die Situation so dramatisch, dass sogar der ach so schlimme Widersacher Dr. Wily seinen Proto Man mit ins Gefecht schickt, denn die mit Roboenza infizierten Roboter sind einfach zu gefährlich. Und hier stehen wir auch schon vor einer Neuerung in Mega Man 10, denn das Spiel ist nun nicht nur mit Mega Man zu spielen, sondern eben auch mit Proto Man. Jedoch muss der Spieler sich vor Spielbeginn für einen der Protagonisten entscheiden. Ebenfalls neu ist die Auswahl des Schwierigkeitsgrads. Die Mega Man-Reihe ist ohnehin für ihren hohen Anspruch bekannt und sorgt nicht selten für Frostmomente beim Spieler. Wer einen leichten Zugang zur Serie sucht, der ist hier also richtig aufgehoben, geübte Spieler hingegen werden nur ein müdes Lächeln übrig haben.

Am eigentlichen Spielkonzept hat sich zum Vorgänger nicht viel getan. Immer noch lauft, hüpft und schießt ihr euch in Gestalt von Mega Man, oder nun eben Proto Man, durch die unterschiedlichen Stages, an dessen Ende immer ein Boss-Gegner auf euch wartet. Besiegt ihr diesen Obermotz, so erhaltet ihr fortan seine spezielle Waffe, wodurch eine taktische Komponente ins Spiel kommt – jeder Endgegner reagiert unterschiedlichst auf diese Waffen, hier gilt es möglichst herauszufinden mit welcher Waffe welcher Boss am einfachsten zu bezwingen ist. Die Stages selber sind zwar nicht sonderlich umfangreich, bieten jedoch nahezu alle einen Zwischengegner nach der Hälfte und hier dann auch den einzigen Zwischenspeicherpunkt. Ansonsten heißt es bei jedem Fehltritt wieder von vorn zu beginnen.

Das Leveldesign ist insgesamt wieder sehr gelungen, auch komplett neue Elemente haben hier Einzug erhalten. Beispielsweise bewegt sich eine Art Mauszeiger über den Bildschirm und lässt einige Boxen erscheinen, die dann in alle möglichen Himmelsrichtungen losrauschen – Kontakt sollte slebstredend vermieden werden. Ebenfalls neu sind zahlreiche Laufbänder, auf denen erst ein wenig gelaufen werden muss um andere Schalter zu aktivieren.

Weiterhin mit dabei, wie auch schon in Teil neun, die Möglichkeit durch eingesammelte Schrauben bei Dr. Wright im Labor einige Items sowie Extraleben einzukaufen um sich ein wenig das Bestreiten der Stages zu erleichtern. Ebenfalls besteht weiterhin die Möglichkeit Zusatzinhalte gegen Wii Points zu erwerben. Erfahrungsgemäß werden hier auch später noch neue Inhalte bzw. Levels im Shop verfügbar sein.

Steuerung, Grafik und Sound

Die Steuerung von Mega Man bzw. Proto Man funktioniert natürlich nach wie vor absolut klassisch. Mittels quer gehaltener Wii Remote wird mittels D-Pad gelaufen und mit den Buttons 1 sowie 2 gesprungen bzw. die Waffe abgefeuert. Durch die 8-Bit-Technik ist eine absolut pixelgenaue Steuerung der Spielfigur möglich – und dies ist durch die zahlreichen knackigen Level-Passagen auch bitter notwendig. Auch möglich ist die Steuerung mittels Classic Controller.

Die Optik des Spiels ist durch die Engine des guten alten Mega Man 2 vom NES entsprechend im authentischen Retro-Look. In wunderbarem 8-Bit-Design hüpft unser Superheld durch die Levels, die mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. Aber auch die Gegner wurden perfekt in Szene gesetzt. Einige altbekannte Fieslinge sind dabei, aber auch viele neue Widersacher. In Sachen Boss-Gegner haben wir es hier ohnehin mit einem komplett neuen Lineup zu tun.

Neben der Retro-Optil gesellt sich der passende Retro-Sound, und so dudeln die synthetischen Klänge stetig durch die Lautsprecher. Die Musik passt hervorragend zur Atmosphäre des Spiels und auch die Soundeffekte sind abermals gelungen.

Fazit

Mega Man 10 ist ein würdiger zweiter Neuzeit-Nachfolger der Serie und setzt abermals auf die retroesque 8-Bit-Technik, die bereits im neunten Teil unheimlich gut funktioniert hat. Der Charme der frühen NES-Teile konnte perfekt überführt werden, auch wenn natürlich moderne Inhalte wie beispielsweise Speicherstände und Download-Inhalte zur Verfügung stehen, die es damals eben nicht gab. Allerdings gilt zu beachten, dass Mega Man 10 nochmals deutlich in Sachen Schwierigkeitsgrad angezogen hat, sodass auch geübte Spieler nicht gleich durch die Levels rasen werden. Erwähnenswert in diesem Zuge aber die Option, die Schwierigkeit hinabzusetzen, um Neulingen einen einfachen Einstieg zu ermöglichen. Insgesamt bietet der Teil alles, was auch sein Vorgänger bot plus genügend neue Ideen. Letztlich gilt, wer Mega Man 9 schon gerne gespielt hat und ohnehin Fan der Reihe ist, der sollte in jedem Fall zugreifen, aber auch Neulinge können gerne ihre Punkte investieren.

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