Testbericht: Hannah Montana – Der Film

Hannah Montana ist zurück auf der Wii und der Anlass ist kein geringerer als ihr erster Kinoauftritt in „Hannah Montana – Der Film“. Wir haben mit Hannah alias Miley die Bühnen gerockt und uns gleich noch einen süßen Cowboy geangelt. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, lest ihr in unserem Review.

Best of both worlds, oder eben auch nicht…

Hannah Montana – Der Film spinnt die Geschichte um das Teenie-Idol mit dem Doppelleben weiter und führt, so viel sei verraten, zu einem etwas überraschenden Ende. Hannah, die in ihrem wahren Leben Miley Cyrus heißt, kehrt zurück in ihren verschlafenen Heimatort in Tennessee, wo sie auf einmal das Leben abseits von roten Teppichen und pompösen Bühnenauftritten erfährt. Ein Baulöwe hat Schlimmes mit dem kleinen Örtchen Crowley Corners vor und wen wundert es da, dass nach den erfolglosen Spendenaktionen der Bürger nur ein Auftritt von Hannah ihn noch umstimmen kann.

Im Gegensatz zum ersten Teil hat man dem Spiel eine etwas größere Spielwelt spendiert in der ihr, neben Hannahs Tourbus und dem Haus der Großmutter auch einen Rummel, den Bauernmarkt oder den Zoo des Ortes besuchen könnt. Die Story orientiert sich dabei lose an der Filmvorlage, lässt aber manche Dinge aus und fügt andere wiederum hinzu was Fans des Films vielleicht etwas irritieren wird.
Im Gegensatz zum Vorgänger legt das Spiel aber einen stärkeren Fokus auf die Story und garniert den Spielablauf mit vielen Minispielen, bleibt dabei aber völlig Prozent linear. Ein Kompass am unteren Rand des Bildschirms zeigt euch dabei stets an wo die nächste Aufgabe zu finden ist, so dass man nie nach dem richtigen Weg oder der gewünschten Person suchen muss.
Während dies den unerfahrenen Spielern zu Gute kommt werden sich andere über das enge Gameplaykorsett des Spiels ärgern. Denn so gestaltet sich jeder Abschnitt des Spiels gleich: Redet mit Person A, erledigt eine Minispielaufgaben, gebt ein Konzert und sprecht mit der nächsten Person. Unterhaltung sieht anders aus …
Durch die erfolgreiche Erledigung der Aufgaben, und es ist eigentlich unmöglich eine davon nicht beim ersten Versuch zu schaffen, bekommt ihr auch Geld in Form von so genannten Tokens die ihr in den Geschäften der Stadt gegen neue Outfits eintauschen könnt. Zusätzlich werden auch immer wieder neue Einrichtungsgegenstände für euren Tourbus freigeschaltet.

Das eigentliche Herzstück des Spiel sind aber natürlich nicht die Minispiele sondern Hannahs Auftritte in denen es neben den bekannten Hits auch fünf brand neue Lieder aus dem Film zu hören gibt. Die Auftritte wurden dabei im Vergleich zum Vorgänger etwas aufpoliert und neben diversen Posen, so wie Wink- und Klatscheinlagen kann Hannah jetzt auch Keyboard, Gitarre und Drums spielen. Leider sind diese Instrumente ebenso lieblos in das Spiel integriert wie die restlichen Tanzmoves, die zu einem Großteil aus Wiimote- oder Nunchuk-Geschüttel bestehen. Bei der Gitarre zum Beispiel muss man anhand des Analogstick drei verschiedene Saiten anwählen und durch einen gut getimten Schüttler an der Wiimote die richtigen Noten treffen, wie man es von Guitar Hero kennt. Und während dies noch das am besten umgesetzte Instrument ist, erkennt man doch schnell das es den Entwicklern offenbar an guten eigenen Ideen mangelte.
Wenn ihr es schafft die Stimmung im Publikum bis zum Ende des Songs hoch zu halten, und es ist unmöglich das nicht zu schaffen, werdet ihr am Ende mit neuen Gegenständen für den Tourbus und weiteren Outfits belohnt.

Die Bewegungs-Steuerung funktioniert in diesem Fall allerdings besser als noch im Vorgänger, als wir durch die mangelnde Erkennung der Posen schier in den Wahnsinn getrieben wurden. Zwar kommt es immer noch vor, dass man vergeblich Wiimote und Nunchuk in die Höhe stemmt und das Spiel dies einfach ignoriert. Im Großen und Ganzen kann man sich aber auf die Steuerung verlassen. Einen großen Fehler aus dem ersten Teil hat man allerdings beibehalten. Denn mit dem, was Hannah auf der Bühne vollführt, haben die Bewegungen, die vom Spieler verlangt werden, meist herzlich wenig gemeinsam.

Zwar hat man sich im Vergleich mit dem Vorgänger seitens der Entwickler wohl schon Gedanken gemacht wie man die Auftritte und Minispiele abwechslungsreicher gestalten könnte, wirklich viele Neuerungen sprangen dabei am Ende aber leider nicht heraus. Für weiteren Abzug sorgt darüber hinaus der wegrationalisierte Zweispieler-Modus, den es im ersten Teil noch gab. Wenn man nach nicht ein mal drei Stunden das Spiel zum ersten Mal durchlaufen hat kann man lediglich die Minispiele so wie die Auftritte nochmals frei anwählen. Mehr als ein Spieler darf daran aber leider nicht teilnehmen. Gerade bei einem solchen Spiel, welches vor allem auf junge Mädchen abzielt, wäre ein Mehrspielermodus wünschenswert gewesen.

Grafik und Sound

In Punkto Grafik präsentiert sich auch das zweite Hannah-Montana Spiel auf der Wii nicht zeitgemäß. Die Animationen sind hölzern, das Leveldesign im besten Fall durchschnittlich und statt einer wirklichen Spielwelt wurde Crowley Corners lediglich in mehrere kleine Abschnitte aufgeteilt, die nur über die Karte zu erreichen sind. Alles in allem eine wenig ansprechende Präsentation, die so auch Problemlos auf der PlayStation 2 ihr Zuhause haben könnte.

Mehr Qualität findet man beim Sound des Spiels, denn die vielen bekannten Hannah Monata-Songs so wie fünf neue Stücke aus dem Film kommen in einwandfreier Qualität daher. Außerdem verleihen die ordentlichen deutschen Synchronsprecher den sonst wenig realistischen Spielfiguren wenigstens ein bisschen mehr Leben. Doch auch hier haben die Entwickler ordentlich gepatzt. Denn während sich alle Charaktere durchweg auf Deutsch unterhalten sind Hannahs Reaktionen auf beispielsweise neue Kleidungsstücke nach wie vor auf Englisch. Vor allem jüngere Spieler(innen) dürften mit Ausdrücken wie „That’s fantastic“ oder „awesome“ nur wenig anfangen können.

Fazit

Hollywoodreif ist am Wii-Spiel von Hannah Monata – Der Film leider außer dem Namen rein gar nichts. Die Auftritte und Minispiele sind langweilig und bieten kaum nennenswerte Neuerungen zum Vorgänger und nach nicht einmal drei Stunden ist der „Spaß“ auch schon vorbei. Technisch können sich lediglich die Original-Musikstücke sehen bzw. hören lassen, doch ist man hier besser beraten sich einfach die CD zu kaufen. Insbesondere die wenigen Neuerungen, der wegrationalisierte Zwei-Spieler-Modus und die altbackene Technik sorgen dafür, dass die Wertung trotz einiger weniger Verbesserungen genau so tief ausfällt wie beim Vorgänger. Hannah Montana – Der Film ist ein weiteres Beispiel einfallsloser Lizenzkost und wird trotzdem mit Sicherheit seine Käufer finden, auch wenn ich an dieser Stelle dringend davon abraten möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.