Testbericht: Guinness World Records: Das Videospiel

Rekordjäger kommen nun auf Nintendo Wii auf ihre Kosten, denn Warner Interactive liefert mit „Guinness World Records: Das Videospiel“ eine Minispielsammlung mit Online-Rekordlisten in das Rennen um die Gunst der Videospieler. Auch unsere Redaktion hat sich auf die Jagd nach den Weltrekorden begeben und sich mit Spielern weltweit gemessen. Ob das Spiel uns unter dem Strich überzeugen konnte, lest ihr in den folgenden Zeilen.

It’s a new record!

Wer kennt es nicht, das berühmte „Guinness Buch der Rekorde“, welches Jahr für Jahr mit unzähligen und teils makaberen Weltrekorden für unterhaltsames Schmökern sorgt. Vermutlich hat sich dabei auch schon jeder Leser gefragt, ob er nicht auch in der Lage sei, selbst den einen oder anderen Rekord aufzustellen. Genau hier setzt Guinness World Records: Das Videospiel an und ermöglicht dem Spieler in über 35 Minispielen die Rekordjagd. Um in das Spiel einzusteigen ist zunächst die Erstellung einer Spielfigur notwendig. Hier darf zunächst aus acht vorgefertigten Charakteren ausgewählt werden, anschließend muss der Standort ausgewählt werden, also das Land sowie die Region (in Deutschland ist dies das Bundesland). Danach darf im Menü das Feintuning der Spielfigur durchgeführt werden. Ähnlich den bekannten Miis, die jedoch leider nicht im Spiel verwendet werden, können Geschlecht, Hautfarbe, Frisur, Augen etc. angepasst werden. Zudem kann der Look der Figur durch Kleidungsstücke angepasst werden. Durch Verdienen von Münzen in den Minispielen können weitere Klamotten und Accessoires hinzu gekauft werden. Ist die Figur soweit fertiggestellt, muss nur noch der Name eingetragen werden und der Jagd nach den Weltrekorden steht nichts mehr im Wege. Auf dem Bildschirm präsentiert sich nun eine Weltkugel, auf der mit dem virtuellen Abbild umhergelaufen werden kann. Überall verstreut auf den verschiedenen Kontinenten befinden sich Symbole hinter welchen sich je drei Minispiele befinden. Davon ist das Erste direkt aufrufbar, die übrigen zwei müssen erst mit Münzen freigekauft werden, die sich durch gute Leistungen verdienen lassen.

Die in Guinness World Records: Das Videospiel enthaltenen Minispiele sind allesamt von der Grundidee an reelle Rekorde angelehnt, jedoch meist überspitzt dargestellt. Somit müssen u.a. recht simple Aufgaben gemeistert werden wie das Zerreißen von Telefonbüchern, das Scheren von Schafen oder das Balancieren auf dem Drahtseil – natürlich alles gegen die Zeit. Aber auch spektakuläre Disziplinen wie der schnellste Raketenstart, das Essen eines Flugzeuges oder das Balancieren eines Busses auf dem Kopf, sorgen für Abwechslung. Für jeden dieser Rekordversuche gibt es eine Qualifikationshürde zu meistern, die jedoch ziemlich fair gewählt wurde und schnell zu erreichen ist. Hat man diese geknackt, so lässt sich in einem virtuellen Sammelalbum eine Karte freischalten, die Informationen zu den passenden realen Rekorden parat hält. Zudem wird die Bestleistung auf der Konsole gespeichert – also der sogenannte Konsolenrekord. Der eigentliche Clou kommt aber nun ins Spiel, denn wer über eine aktive Nintendo WiFi-Connection verfügt, der kann online die Rekorde anderer Spieler abrufen. Diese sind dann unterteilt in Regional- , National- und Weltrekord. Schlägt man einen dieser Rekorde, so lässt sich das Ergebnis unmittelbar an den Server senden, sodass direkt die Rekordtabelle mit dem eigenen Namen aktualisiert wird. Durch diese Onlinerekordlisten erhält das Spiel einen ungemeinen Motivationsfaktor und spornt somit immer wieder an, die bestehenden Rekorde zu knacken oder die eigenen noch weiter zu verbessern.

Wer nicht gerne alleine an der Konsole spielt, der darf sich bis zu drei weitere Freunde einladen, die sich ebenfalls mit eigenen Spielfiguren am Spielgeschehen beteiligen und auf Rekordjagd gehen können. Zugleich können die Disziplinen gegeneinander gespielt und die Konsolenrekorde verbessert werden.

So schaut’s aus

Guinness World Records: Das Videospiel bietet einen comicartigen Look und ist recht farbenfroh gestaltet. Insgesamt entspricht das Spiel also optisch dem typischen Bild einer Minispielsammlung auf Wii. Der Grafikstil ist jedoch durchgängig solide und ansprechend gelungen und kommt in 480p sowie 60Hz daher. Natürlich, wie so oft, stößt die Wii nicht an ihre Leistungsgrenze, aber das ist ja auch nicht unbedingt der Anspruch dieses Genres.
In Sachen Sound bietet das Spiel diverse heitere Fahrstuhlmusik, die unauffällig das Spielgeschehen untermalt und weder nervig noch besonders mitreißend ist. Die Soundeffekte in den Minispielen sind meist sehr gut gelungen und sind anzuhören. Die Sprachausgabe des Sprechers, der nach jedem Event ein paar Sätze wie z.B. „Ein neuer Weltrekord!“ herausbringt, ist ebenfalls gelungen.
Unter dem Strich bietet der Titel eine solide technische Präsentation, die zwar keine Bäume ausreißt aber einfach passend ist.

Schütteln, Zeigen, Balancieren

Die Steuerung von Guinness World Records: Das Videospiel beruht auf den bereits bekannten und typischen Wii-Remote-Gesten. Gilt es darum Geschwindigkeit aufzubauen, so ist meist schnelles schütteln notwenig – teils auch abwechselnd oder synchron mit der Nunchuk-Erweiterung. In anderen Spielen kommt der Pointer zum Einsatz oder aber auch das Digitalkreuz und andere Buttons. Insgesamt funktioniert die Steuerung durchweg wirklich gut und bietet kaum Grund für Kritik, was natürlich sehr positiv ist, denn wer beim weltweiten Leistungsvergleich aufgrund ungenauer Steuerung frustriert wäre, der hätte nicht lange Spaß am Spiel. Somit sind die Voraussetzungen für die angehenden Rekordhalter also bestens.

Fazit

Ganz nüchtern betrachtet ist Guinness World Records: Das Videospiel im Grunde nur eine Minispielsammlung unter vielen, wenn man lediglich offline mit seiner Konsole unterwegs ist. Erst mit einer vorhandenen Internetverbindung und den Onlineranglisten entfaltet das Spiel sein ganzes Potential. Solche Partyspiele bzw. Minispielsammlung können alleine gewöhnlich kaum für Spaß sorgen und sind lediglich im Multiplayermodus interessant, jedoch durch den weltweiten Leistungsvergleich ist das Spiel wirklich sehr motivierend und fesselt längerfristig an die Konsole. Wer seine Wii nicht mit dem Internet verbunden hat wird hingegen nur einen geringfügigen Wiederspielwert erhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Packshot Guinness World Records: Das Videospiel

Guinness World Records: Das Videospiel

Release: 14.11.2008
Publisher:
Entwickler:
Anzahl Spieler: 4
USK: 6