Testbericht: Guitar Hero: World Tour

So langsam aber sicher werden wir das Gefühl nicht los, dass Musikspiele immer mehr den Vormarsch auf dem Konsolenmarkt haben. Egal ob Karaoke mit den Disney-Helden oder die Garagenband im Kinderzimmer. Der Veteran unter den Musikspielen bleibt „Samba de Amigo“, jedoch kann sich „Guitar Hero“ nun auch schon in die Reihe der Alteingesessenen stellen. Activision musste ja auf den Erfolg von EAs „Rock Band“ reagieren und brachte nun prompt „Guitar Hero: World Tour“ auf den Markt. Ob eine erfolgreiche Reaktion gelungen ist oder ob hier eher Luftgitarre und Topftrommel gespielt wird haben wir für euch in unsrem Test zum Spiel zusammengefasst.

Der Werdegang eines Spiel mag komische Wege einschlagen …

… So kommt es uns auf alle Fälle mal vor, denn wenn wir mal zurück denken – sagen wir mal zwei Jahre. Wer von uns hätte damals gedacht, dass wir mal ein Schlagzeug als Controller nutzen werden? Die Gitarre war ja schon eingeführt und auch das Mikrofon war schon längst ein alter Hut. Auf einmal hatte EA die glorreiche Idee die vorhandenen Instrumente in ein Spiel zu packen und zusätzlich dazu noch ein Schlagzeug auf den Markt zu schmeißen. Die Massen jubeln und fraßen den Entwicklern aus der Hand wie die kleinen Rehe im Streichelzoo. Bei der ganzen Erfolgsgeschichte schaute nur einer betrübt Dritter in die Röhre, nämlich Activision. Die Jungs haben gerade erst Guitar Hero III: Legends of Rock erfolgreich auf allen Konsolen und dem PC veröffentlicht, da kommen plötzlich die Kollegen von EA in dieses Segment und klauen ihnen die Show. Die schlauen Köpfe von Activision reagierten schnell und entwickelten das Konzept von Rock Band etwas weiter. Nach kurzer Zeit präsentierte man die neue Hardware zum Spiel und alle Fans jubelten und waren entzückt. Hinzu setze man eine Setliste von sage und schreibe 86 Titeln, neue Modi und den lang erwarteten Online-Liederladen. Jetzt musste das Spiel nur schnell auf den Markt, bevor der Vorsprung der Konkurrenz zu groß wird. So oder so ähnlich könnte man die Geschichte rund um Guitar Hero: World Tour erzählen.

Schwester die Instrumente bitte!

Für alle Neulinge im Bereich Guitar Hero eine sehr kurze Einführung. Im Spiel übernimmt man die Rolle eines Bandmitglieds. Entweder Gitarre, Bass, Drums oder Gesang stehen dabei zur Auswahl. Bei Gitarre, Bass und Drums besteht die Aufgabe darin, die auf dem Bildschirm angezeigten Noten zu spielen, in dem man bei Gitarre und Bass die passende Taste auf dem Gitarrenhals drückt und den Anschlaghebel, auch Strumbar gennant, betätigt. Bei den Drums muss man eben das entsprechende Pad mit den Drumsticks treffen oder das Fußpedal betätigen. Der Gesagspart stellt sich da schon etwas anspruchsvoller dar, da man hier den Ton schon treffen sollte, wenn man die Absicht hat Punkte zu ergattern. Im Grunde eben analog zu Karaoke-Spielen wie etwa SingStar. So dies als kurzer Exkurs in die Bedienung des Spiels, wer immer noch im Dunkeln steht, der kann sich die Erleuchtung verschaffen in dem er die Review zu Guitar Hero III: Legends of Rock durchliest. Um es mal vorweg zu nehmen, wir rollen diese Review mal von hinten auf. Soll heißen, dass wir erst die Hardware bearbeiten und dann erst auf das Spiel eingehen.

Wollen wir mal anfangen – Schwester die Gitarre bitte! Dankeschön. An sich hat sich an der Gitarre nicht wirklich viel geändert. Das Prinzip ist immer noch dasselbe, was bedeutet, dass man eine Wii-Remote anschließen muss und diese in der Gitarre verstaut wird. An Funktionen hat die Gitarre jedoch einige Neuerungen und Verbesserungen spendiert bekommen. So befindet sich nun unterhalb der Grifftasten am Gitarrenhals ein Touchfeld, welches in 5 Bereiche eingeteilt ist, die in den Farben der Grifftasten eingerahmt sind. Auf diesem Feld werden die Slides, sowie die schnellen Soli gespielt, da hier in diesen Momenten nicht mehr angeschlagen werden brauch und man rein theoretisch auch mit beiden Händen arbeiten könnte. Verändert wurde vor allem der Bereich um die Zusatztasten wie Plus und Minus und jetzt ganz neu die Starpower-Taste. Diese ist direkt hinter der Strumbar angebracht und lässt sich somit ohne Probleme mit dem Handballen antippen, gesäumt wird diese links und rechts jeweils von einer kleinen Taste, die ins Pausen-Menü führt. Natürlich kann man die Starpower immer noch durch Hochziehen der Gitarre aktivieren, jedoch kann man diese Option auch im Menü ausschalten. Als kleiner Bonus zu den neuen Funktionen bekam die Gitarre noch ein neues Gewand spendiert und sieht jetzt bei allen Ablegern für die verschiedenen Konsolen identisch aus und strahlt nicht mehr in Weiß, sondern glänzt mit einer in Holzoptik gehaltenen Oberfläche.

Einmal bitte Schweiß abtupfen und dann bitte das Drumkit, Schwester. Da steht es nun das Schätzchen. Von der Größe her ist es fast gleich mit der Version für Rock Band, jedoch bietet es ein Feld mehr und auch vom Aufbau her wirkt es eher wie ein echtes Schlagzeug. Fünf Pads an Stelle von vier und noch das zusätzliche Fußpedal bieten genug Beschäftigung für Hände und zumindest einen Fuß. Die drei Trommeln, also die sogenannten Toms, sind nebeneinander angelegt, darüber hängen die zwei Becken. Das Fußpedal lässt sich anders als bei der Konkurrenz frei platzieren und wird von den Gummifüßen und dem Klettband an der Unterseite auf jeder Unterfläche sehr sicher gehalten und verrutscht nicht so leicht beim Spielen. Zum Aktivieren der Starpower soll man gleichzeitig beide Becken anspielen, was nicht immer möglich ist, wenn die Noten zu schnell laufen, jedoch wird dieser Anschlag nicht als Fehler gezählt, wenn man dadurch anstelle von Gelb eben Gelb und Orange anspielt. Und hier nun der große Pluspunkt welchen das Guitar Hero-Drumkit mit sich bringt. Von der Verarbeitung der Pads ist es um einiges besser als das Konkurrenz-Kit, welches durch seine harte Oberfläche sehr laut ist. Activision hat Redoctan wohl deutlich gemacht, dass dies besser werden muss und so hat man weicheres Gummi für die Überzüge verwendet und siehe da, nicht komplett geräuschlos, aber um einiges leiser. Auf dauert treibt man zwar auch mit diesem Drumkit die Familie oder die Nachbarn in den Wahnsinn, aber eben nicht so schnell. Wer die Lautstärke noch weiter drosseln möchte, dem empfählen wir mal im Musikfachhandel seines Vertrauens vorbei zu schauen und dort nach gummierten Drumsticks zu fragen. Zu guter letzt noch das Anschließen an die Wii. Auch hier wird eine Wiimote im Drumkit versenkt, bei den Konkurrenzversionen für PS3 und Xbox 360 hat man einfach die Funktechnik sowohl in die Gitarre als auch in das Drumkit eingebaut, was jedoch den Preis etwas höher trieb.

Räumen sie bitte einmal auf und reichen sie mir noch das Mikrofon, dann dürfen sie wieder zurück in die Praxis, Schwester. Hier fällt die erstaunliche Übereinstimmung mit den Mikrofonen von EA auf, welche schon bei Boogie und Rock Band beilagen und von Logitech gefertigt wurden. Angeschlossen wird das gute Stück über einen der beiden USB-Ports der Wii und somit genau so wie bei den anderen Konsolen auch. Wer ein besseres USB-Mikrofon sein Eigen nennt, der kann auch dieses verwenden. Auch als Sänger verfügt man über Starpower und diese löst man aus in dem man mit der flachen Hand oben auf das Mikro klopft oder auf der Wiimote A oder B drückt. An der Wii-Remote lässt sich auch noch die Lautstärke eures Gesang einstellen, dies macht man über die 1- und 2-Buttons.

Ein verdammt hartes Stück Software!

Na, dann wollen wir uns mal dem eigentlichen Spiel widmen. Im Hauptmenü trifft man auf die üblichen Verdächtigen. Karriere, Schnelles Spiel, Training und Kopf-an-Kopf – kennt man ja bereits von den Vorgängern. Neu sind hier das Tonstudio, die Rockstar-Fabrik, die Mii-Improvisation und der Onlineladen. Was sich hinter den einzelnen Modi verbirgt bröseln wir natürlich für euch auf.

Karriere wollen wir ja alle machen und besonders gerne als erfolgreicher Musiker. Guitar Hero: World Tour bietet hier allen ohne Talent für richtige Instrumente die Gelegenheit sich auf Welttournee zu begeben und den Olymp der erfolgreichen Rockstars zu erklimmen. Nachdem man sich einen Charakter in der Rockstar-Fabrik erstellt und sein Instrument gewählt und gestaltet hat, kann die Tour auch schon starten. Die einzelnen zu spielenden Konzerte werden in Form von Plakaten an den Wänden verschiedener Räume dargestellt. Wählt man eines der Plakate aus, so bekommt man die zu spielenden Songs angezeigt. Man stürzt sich immer mit einer anderen Band auf die Bretter, die die Welt bedeuten, womit man also wirklich sagen kann, dass man hier als Solokünstler erfolgreich wird und nach und nach von den Bands engagiert wird. Auf dem Weg nach ganz oben trifft man auch auf namenhafte Künstler wie etwa Sting, Ozzy Osborne oder Jimmy Hendrix, welche einen je nach Instrument zum Duell oder Duett herausfordern.

Für alle, die es immer im Leben eilig haben hat man den bekannten Schnelles Spiel-Modus wieder eingebaut. Aber auch hier gibt es eine Neuerung, denn man kann nun direkt sechs Songs auswählen, die man dann einen nach dem anderen spielt und auch hier gibt es Kohle für jeden abgeschlossenen Gig, was es um einiges leichter macht die benötigten Moneten zusammen zu spielen, die man für neue Klamotten oder Instrumentenbauteile benötigt.

Übung macht den Meister und deswegen sollte man als absoluter Beginner, und wir meinen nicht als Mitglieder der gleichnamigen Band, unbedingt einen Blick in den Trainingsbereich werfen, denn hier bekommt man die Grundlagen in einem Tutorial erklärt und kann sich auch an Songs üben, die man vielleicht nicht auf Anhieb schafft. Hierzu kann man sich die problematische Passage aus dem Song auswählen und sogar das Tempo herunter schrauben.

Aug-um-Aug, Zahn-um-Zahn und Kopf-an-Kopf … diese Mottos sind älter als die Menschheit und es gibt nichts, was wir lieber machen, als uns mit anderen zu messen. Auch im Plastigitarrerocken durften wir uns schon messen und nun erweitern wir das ganze noch um Drums und Gesang. Dabei kann man sich noch zwischen drei verschiedenen Versionen des Gefechts der Möchtegernrocker entscheiden. Im Duell spielt oder trällert man abwechselnd einen Teil des Songs. Der Bessere gewinnt, was übrig bleibt wird von der Bühne gepfiffen. Um jeder Fähigkeiten gerecht zu werden kann jeder Teilnehmer seinen eigenen Schwierigkeitsgrad wählen. Wem das normale Duell zu öde ist der kann sich im Pro Duell versuchen. Hier spielt jeder Musiker den gesamten Song, wer die meisten Punkte hat gewinnt. Wie im Duell kann man auch hier die Schwierigkeitsstufe individuell einstellen. Wer sich lieber einen Kampf mit seinem Gegner liefern möchte, der kann in die Schlacht ziehen. Wie bereits aus den Vorgängern bekannt muss man hier Angriffs-Icons anstelle von Starpower sammeln. Wenn man eine Reihe Icons gesammelt hat bekommt man den Angriff freigeschaltet und kann diesen gegen seinen Gegner einsetzen in dem man die Starpower aktiviert. Der Gegner bekommt dann urplötzlich die Noten spiegelverkehrt angezeigt, muss mit dem Tremolo seine Noten wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holen oder eine gerissene Saite durch mehrfaches drücken der Grifftaste reparieren. Die Angriffe lassen sich auch kombinieren und so kann man seinen Gegner in Windeseile in den Wahnsinn treiben und die Schlacht für sich entscheiden.

Natürlich darf ein Spiel der heutigen Tage einen der wohl wichtigsten Punkte im Zeitalter des Internets auch sein eigen nennen. Onlinemodus heißt das Zauberwort, was vereinsamte Spielerherzen wieder hüpfen lässt. Alle genannten Multiplayermodi lassen sich auch online spielen. Erstaunlicherweise haben wir bis jetzt keinen Spielabbruch wegen einer sich plötzlich auflösenden Verbindung verbuchen müssen, was noch bei den Vorgängern anders ausgesehen hat und oft für Frust statt Lust gesorgt hat. Wer Freunde hat, die ebenfalls im Besitz des Games sind, kann über die mittlerweile üblichen Freundecodes direkt gegen seine Kammeraden antreten. Für alle ohne Freunde bleibt nur der Kampf gegen Fremdmusiker aus den weiten des Internets.

So, mal kurz durchatmen. Wer auf die Toilette muss, der kann nun gehen, wir warten solange mit den Neuerungen … wieder Alle da!? Okay, dann wollen wir mal weiter machen im Text!

Komponisten gibt es ja einige, nennen wir mal die deutschen Größen Ralf Siegel und Dieter Bohlen oder eben die Klassiker wie Beethoven, Bach oder Chopin. Wer meint, dass er das Zeug zum Komponisten hat, der kann sich im Tonstudio von Guitar Hero: World Tour austoben und dort sein Können oder eben Nichtkönnen unter Beweis stellen. Im Aufnahmestudio werden die Aufnahmen der einzelnen Parts gemacht, dabei kann man allein arbeiten oder mit bis zu drei Freunden. Danach geht es zum GHMix, dort kann man seine Aufnahmen nachbearbeiten. Wenn man sein Werk nun für reif befindet um es auf die Menschheit loszulassen wandert man weiter zu GHTunes. Hier kann man sein Werk hochladen und so für die Öffentlichkeit freigeben oder sich die Songs von anderen Usern herunterladen. Hier finden sich besondere Schätze, wie das Super Mario-Intro und viele andere Stücke aus Spielen, die von Usern erstellt worden. Klingt ja ganz leicht, ist es aber nicht! Das Komponieren stellt sich als fast unlösbare Aufgabe dar. Eine richtige Anleitung zu den einzelnen Optionen im GHMix wird nicht geboten und so geht Probieren eben über Studieren.

Die Sims machten es vor und Activision baute nun endlich den von vielen Usern geforderten Charaktereditor ein. Genannt wird dies hier Rockstar-Fabrik. Hier kann man sich selbst verewigen. An sich ist einem alles gegeben, was man so braucht, jedoch hätten wir uns hier wirklich mehr verfügbare Klamotten und Frisuren gewünscht. Bis auf diesen Punkt kann man sich hier aber wirklich nicht beschweren. Haar- und Hautfarbe sowie Größe und Proportionen sind frei einstellbar, auch im Gesicht kann man sich austoben von Stupsnase bis Schlupflieder lässt sich jeder Schönheitsmakel einbauen.

Da unser aller Lieblingskonsole bekanntlich an „Casualitis“ leidet hat man sich auch im Spiel für die harten Rocker nicht lumpen lassen und hat ein, wir nennen es mal liebevoll, Symptom eingebaut. Mii-Improvisation nennt sich das Symptom und wie der Name schon erahnen lässt werden hier die Miis eingebunden. Da Miis eine Exklusivität auf der Wii sind hat man diesen Modus auch gleich mal nur in der Wii-Version eingebaut … wen wundert’s!? Was man hier praktizieren kann erinnert sehr stark an Wii Music und dementsprechend unkompliziert fällt auch hier die Steuerung aus. Egal ob Gitarre oder Drums, hier kann jeder musizieren. Man improvisiert ganz einfach und spielt Akkorde oder Noten die einem am oberen Bildschirmrand angezeigt werden. Bei den Drums benötigt man nicht mal das Drumkit, hier reichen auch schon Wii-Remote und Nunchuk zum trommeln. Spaßig ist dieser Modus mit Sicherheit für die ersten fünf Minuten, jedoch wirkt er im Vergleich zum Rest der Software fehl am Platz.

Genug Casual und nun zu einem Modus oder besser gesagt einer Funktion, die besonders die Coregamer anspricht – der Onlineladen. Hier lassen sich, kostenpflichtig, neue Songs runterladen. Da das Gedächtnis der Wii ja leider nicht sonderlich groß ist musste sich Activision etwas einfallen lassen. SD-Karte heißt das Zauberwort. Bis 2 GB kann das weiße Schätzchen bearbeiten und darauf die neuen Songs deponieren. Wählt man nun einen Song in seine Setliste, den man sich gekauft hat, so wird dieser für diese Zeit in den internen Speicher gespielt und danach wieder von dort gelöscht. Eine sehr elegante Lösung, wenn man uns fragt und auch an die Sicherheit hat man gedacht. Wer sich jetzt denkt: „Dann lad ich mir die Lieder eben vom PC auf die Karte!“ Pustekuchen! Guitar Hero erkennt nur Lieder, die es selbst auf die Karte geschrieben hat. Damit wir endlich einen Strich unter die Modi ziehen können noch die Informationen zu den Preisen im Laden: 200 Wii Points werden pro Song fällig, also umgerechnet 2€. Leider gibt es nur einzelne Songs zu kaufen, was bei PS3 und XB360 anders ausschaut, dort gibt es auch Pakete oder ganze Alben.

Puhhh … so viele Modi und noch immer nicht alles gesagt. Weiter geht’s mit einer kleinen Neuerung, die wir ehrlich gesagt mehr als lächerlich finden. Ein neuer Schwierigkeitsgrad hat das Licht der Welt erblickt. Anfänger heißt der Neue und sollte eigentlich Casual-Total heißen. Wem Leicht immer noch zu nah an Profi ist, der kann hier seinen Traum vom Rockstar erfüllen. Wo man bei Leicht noch die Grifftasten benötigt, wird bei Anfänger komplett darauf verzichtet. Lediglich im richtigen Moment anschlagen muss der angehende Rocker hier. Der richtige Moment wird durch einen Balken, der den Highway entlang schleicht, angezeigt. Sehr unnötig in unseren Augen, jedoch nicht nur in der Wii-Version eingebaut, sondern auch bei den Core-Konsolen.

Themen, über die niemand offen sprechen möchte …

… die in unsren Reviews aber eine sehr wichtige Rolle spielen. Grafik, Sound und Spielspaß. Als Wii-User sind wir es ja gewohnt herbe Enttäuschungen im Bereich der Grafik einzustecken, jedoch verstehen wir nicht, wieso man sich bei Activision nun dazu entschlossen hat sich in die Reihe der Spiele mit mieser Grafik einzureihen. Ein solcher Pixelbrei ist uns bislang nur selten zu Augen gekommen. Die Menüs wirken ja noch sehr ansprechend, auch die Videoeinlagen sind ordentlich, jedoch fängt es schon in der Rockstar-Fabrik an. Schwammige Texturen stechen hier hervor, diese ziehen sich dann bis in das Spiel selbst. Der Highway wirkt verwischt und unscharf, was bei längeren Spielrunden schon sehr auf die Augen geht, da man sich ja als Spieler hauptsächlich auf diesen Bereich konzentriert. Wer sich von der Grafik jedoch nicht kränken lässt, den wird eventuell der Sound sauer aufstoßen. Auch hier hat sich etwas getan, wenn man auf die Vorgänger zurückschaut. Dumpf ist wohl das beste Wort für den Sound. Egal ob Stereo, Kopfhörer oder Dolby Pro Logic II – eingeschlafene Füße fühlen sich sicherlich besser an als der Sound in diesem Spiel klingt – für ein Musikspiel eine äußert ungünstige Konstellation.

Wenn man jedoch ein Auge für die Grafik und ein zweites Auge für den Sound zudrückt, sich dann mit geschlossenen Augen nur auf das Spiel konzentriert, so bleibt einem der durchweg positive Eindruck von Guitar Hero nicht verborgen. Es macht Spaß! Wenn man sich langsam von Song zu Song spielt, mit der Zeit den Schwierigkeitsgrad steigert und so immer besser wird, dann hat man locker mehrere Monate genug zu tun mit dem Spiel. Dies liegt nicht zuletzt an der Vielfalt der Instrumente, die jedes in einer eigenen Karriere abgeschlossen werden wollen. Online kann man immer wieder auf neue Gegner treffen, sich neue Songs runterladen und somit eigentlich immer eine neue Herausforderung finden, die noch zu lösen ist, denn nur der, der in jedem Song, auf jedem Schwierigkeitsgrad fünf goldene Sterne sein Eigen nennt, kann sich „Guitar Hero“ nennen und behaupten, dass er das Spiel zu 100 % geschafft hat.

Schluss, Aus, Ende!

Dann haben wir ja alles bearbeitet. Gut, noch die ein oder andere allgemeine Information wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Zu aller erst mal die Tatsache, dass es sich bei allen Liedern, egal ob schon auf der Disc oder erst im Laden dazu gekauft, um Master-Tracks handelt. Das bedeutet, dass die original Künstler, die hinter den Songs stehen, sie auch im Spiel trällern und man nicht wie noch beim ersten Teil von Guitar Hero von mehr oder minder guten Covers berieselt wird. 86 Songs tummeln sich auf der Disc, darunter einige Klassiker, aber auch neue Stücke von heutigen Bands. Anders als bei den Versionen der Konkurrenz bietet der Onlinemodus keinen Band-Battle, was ziemlich schade ist, da das Spielen in einer Band noch mehr Fun macht als das normale Duell.

Abschließend noch eine Übersicht über die erhältlichen Pakete, in denen das Spiel verkauft wird. Wer bereits eine Gitarre von Guitar Hero III: Legends of Rock für Wii besitzt, der kann sich einfach nur die Software kaufen. Doch eine neue Gitarre gefällig? Wenn ja, dann einfach zum Guitar-Bundle greifen, hier bekommt man die Software und eine neue Gitarre dazu. Wurde in euch ein verloren gegangener Sänger entdeckt ihr besitzt jedoch noch kein USB-Mikro? Im Karaoke-Bundle findet man nicht nur die Gitarre, sonder auch noch ein Mikrofon und natürlich die Software. Die volle Dröhnung Rock bekommt man letztendlich mit dem Band-Bundle. Hier ist alles enthalten, was man für eine ordentliche Runde Guitar Hero: World Tour benötigt: Gitarre, Drums, Mikrofon und die Software. Leider hat dieser Umfang auch seinen Preis und so werden hier mal locker 200 Euro fällig.
Und nun genug für diese Review. Die gebunden Ausgabe mit Hardcover erscheint in wenigen Tagen im iii-Verlag für 20 Euro.

Fazit

Es übt ja eine ungemeine Anziehung auf mich aus, jedes Spiel in dem ich mich an Plastikinstrumenten beweisen kann. Rock Band steht im Komplet-Bundle hier, daneben nun Guitar Hero: World Tour im Band-Bundle. Da Activision nur die Software zum Testen geschickt hat musste ich mir die Hardware der PS3-Version zu Herzen nehmen für die Review, jedoch gibt es da keinerlei technische Unterschied zu der Wii-Hardware, außer der Sache mit der Wii-Remote. Wie ihr seht habe ich sozusagen einen Multikonsolentest gemacht um euch alles über das Spiel sagen zu können. Ich bin zwar enttäuscht von der Grafik und dem Sound, jedoch muss ich es dem Spiel lassen, dass es einfach super viel Spaß macht und durch den Onlineladen nun definitiv nicht so schnell langweilig wird. Zwar hat es Abstriche machen müssen bei Grafik und Sound, jedoch ist die Steuerung durch die neuen Instrumente einfach noch besser geworden und auch die Vielzahl an Liedern und die Möglichkeit sich neue Lieder zu kaufen steigert den Spielspaß nun auf den maximalen Level. Zum Multiplayer-Modus benötigt es nicht vieler Worte, denn als komplette Band rockt es sich am besten. Die Steigerung der Endnote hat es zwar knapp verfehlt, jedoch hoffe ich auf eine Steigerung im nächsten Teil, wenn man aus den Fehlern lernt, die man hier fabriziert hat.
Wie gewohnt bei einem Guitar Hero-Titel: für Fans ein Muss, für Einsteiger der beste Teil und für den Rest mindestens einen Versuch wert. Ich spreche also die Kaufempfehlung aus: Kaufen! Sofort!

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