Testbericht: Fit for Fun – Ihr virtueller Personal-Coach

Ihr kennt alle Übungen aus Wii Fit Plus auswendig und meistert sie bereits im Schlaf? Euer Balance Board steht deshalb verstaubt in der Ecke und eure Motivation ist im Keller? Ganz klar, da muss eine neue Fitness-Alternative her! Das dachten sich bisher auch viele Dritthersteller, weshalb die Auswahl an solch einer Art Wii-Software stetig wächst. Unser Testobjekt heißt diesmal „Fit for Fun – Ihr virtueller Personal-Coach“ und wird im Folgenden einmal genauer unter die Lupe genommen.

Fitness im passenden Outfit

Den Begriff, welchen ihr euch schon mal unbedingt merken solltet, lautet: „Workout“. Ein solches „Workout“ besteht nämlich aus einer Auswahl an Übungen, die ihr euch individuell zusammenstellen könnt. Davon gibt es laut Herstellerangaben über 70 Stück – Langeweile sollte also so schnell nicht aufkommen!

Bevor ihr aber euer heimisches Wohnzimmer in ein Fitnesscenter verwandelt, könnt ihr euch zuerst ein Profil anlegen. Hier werdet ihr aufgefordert, Angaben zu Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht zu machen. Für ganz Eilige gibt es zwar auch die Möglichkeit ohne Profil loszulegen, dann werden aber keine Fortschritte gespeichert und es stehen euch nur sechs Minispiele zur Verfügung.
Nachdem ihr alles (natürlich wahrheitsgemäß) beantwortet habt, bekommt ihr wie auch schon bei Wii Fit, euren individuellen „Body-Mass-Index“ ausgerechnet. Anhand des BMI könnt ihr dann erkennen, ob ihr Über- Unter- oder Idealgewicht habt. Zum Schluss lässt sich nun die Spielfigur anpassen. Dort kann zum Beispiel Haarfarbe und Frisur, die Farbe des Outfits und der Schuhe – eben das Übliche – personalisiert werden. Im Verlauf des Spiels lassen sich dann auch neue Outfits „Freispielen“.

Welche Übungen dürfen es denn sein..?

Grundsätzlich ist Fit for Fun in drei Bereiche eingeteilt. Es gibt den „Fitnesstest“, den „Workout-Planer“ und die schnellen Spiele. Beginnen sollte man zuerst mit dem Fitnesstest. Es wird empfohlen, ihn alle zwei Wochen zu wiederholen, denn damit lassen sich erzielte Fortschritte gut erkennen.
Bevor ihr richtig ins Schwitzen kommt, messt ihr erst einmal euren Ruhepuls. Die Messung erfolgt dabei durch 20 Sekunden langes Zählen der Pulsschläge am Handgelenk. Jetzt könnt ihr zeigen was ihr drauf habt und eure Muskelkraft unter Beweis stellen. Dies geschieht durch das Absolvieren verschiedener Übungen für die Bein- Bauch- und Oberkörpermuskulatur. Der Test besteht immer aus den drei gleichen Aufgaben, nämlich „Kraftcrunch“, „Squats“ und den klassischen Liegestützen. Je nachdem wie viele Wiederholungen einer Übung ihr schafft und welchen Puls ihr habt, fällt am Ende die Bewertung aus.

Der umfangreichste Abschnitt bei Fit for Fun ist wohl der „Workout-Planer“. Dort kann jeder Spieler bis zu zwölf persönliche Pläne erstellen und so bestimmte Bereiche intensiver trainieren als andere. Diese bestehen aus dem „Warm-Up“, dem „Kraftraining“, „Bodyshaping“, „Entspannung“ sowie „Fun“ und sind wiederum in Unterkategorien eingeteilt:

Das Aufwärmtraining kann aus dem „Strandlauf“, „Seilspringen“, oder „Wae Bo“, bei dem ihr entgegenkommende Bälle abwechselnd mit Armen und Beinen abwehren müsst, zusammengestellt werden.

Möchte man dann mit dem Kraftraining weitermachen, kann nun auf die verschiedenen Muskelgruppen wie Bauch, Arme, oder Rücken geklickt werden. Jede dieser Gruppen bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Übungen, die mit einer kurzen Vorschau dargestellt werden. Hilfreich sind hier außerdem die angegebenen Schwierigkeitsgrade, sodass ihr wisst, ob es sich um eine leichte oder doch eher anspruchsvolle Übung handelt. Von „Diagonalreach“ bis hin zur „Oberkörperrotation“ gibt es tatsächlich unzählige Varianten mit denen ihr gegen überschüssige Fettpölsterchen ankämpfen oder einfach eure Ausdauer trainieren könnt.

„Bodyshaping“ ist schnell erklärt, denn dieser Bereich enthält genau die selben Inhalte wie das „Warm-Up“.

Bei Fit for Fun soll neben der Ausdauer aber auch Entspannung nicht zu kurz kommen. Neben Dehnübungen und Meditation im Sitzen oder Stehen, gibt es noch „Qui Gong“. Diese Entspannungsart stammt natürlich aus dem „Reich der Mitte“ und dient dazu Körper und Geist zu kultivieren. So lässt sich mit Übungen aus dieser Kategorie Lebenskraft sammeln und die innere Ruhe fördern.

Kommen wir nun zu dem Teil, der schon seit Langem in keinem Spiel mehr fehlen darf: Minispiele – oder hier eben: Fun. Tatsächlich ist dieser Abschnitt mit nur drei Spielen recht klein ausgefallen und es wurde kein Hauptaugenmerk darauf gelegt, aber es gibt ihn. Und das Bob fahren mit dem Balance Board macht sogar Spaß. „Badminton“ wird jedoch schnell langweilig, da das ewige Hin und Her mit dem Computergegner extrem eintönig ist. Beim Drachenflug muss versucht werden, durch so viele Ringe wie möglich zu fliegen um dabei viele Punkte zu erzielen.

Aus oben erklärten Möglichkeiten und Übungen habt ihr also nun einen persönlichen Fitness-Plan zusammengestellt. In jeder Kategorie lässt sich übrigens auch die Dauer in Minuten oder die Anzahl der zu absolvierenden Wiederholungen angeben. Da es allerdings wirklich sehr viele Übungsvarianten gibt muss aufgepasst, dass das Workout nicht zu umfangreich ausfällt.

Wenn euch die Zusammenstellung eines Plans zu lange dauert oder schlichtweg zu aufwändig ist, geht das auch schneller. Die Software stellt euch ohne groß zu fragen, ein paar Übungen quer durch alle Bereiche zusammen, die das vorher angegebene Zeitlimit nicht überschreiten.
Die „Vorlagen“ sind die zweite Möglichkeit, mit der ihr schnell zu eurem Fitnessplan kommt. Dort wählt man einfach zwischen „Ausdauer“, „Oberkörper“, „Bauch“, „Beine“ oder „Fun“ und schon kann es losgehen.

Für alle, die zwischendurch einmal ein schnelles Spiel machen wollen, gibt es die gleichnamige Option. Hier kann man sich für eines von lediglich sechs (im Workout-Plan ebenso vorhandenen) Spielen entscheiden, ohne gleich ein ganzes Programm absolvieren zu müssen.

Auf die richtige (Wiimote)-Haltung kommt es an!

Auch wenn euch ein paar der verfügbaren Trainingsvarianten bereits aus Wii Fit bekannt sind, bietet Fit for Fun doch einiges mehr. Deshalb ist es besonders wichtig, dass alles gut und verständlich erklärt wird, um die Übungen möglichst korrekt und dadurch effektiv ausführen zu können. Solltet ihr also eine Variante noch nicht kennen, so lohnt es sich auf jeden Fall einen Blick auf das Tutorial der jeweiligen Übung zu werfen. Dort bekommt ihr diese vorgeführt, sowie durch Texterläuterung das richtige Halten der Wiimote erklärt. Damit die Übungen korrekt ausgeführt werden kann, ist es wichtig auf die Wiimote zu achten. Durch das selbständige Schwenken der Kamera könnt ihr alles zusätzlich aus verschiedenen Richtungen betrachten. Auch während ihr die Übung ausführt, ist es möglich durch drücken des B-Knopfes jederzeit in den Tutorialmodus zu wechseln, um eventuelle Unklarheiten loszuwerden.
Die meisten Übungen werden ausgeführt, indem ihr die Fernbedienung in der Hand haltet. Mit Hilfe des Bewegungssensors wird erkannt ob die Übung richtig ausgeführt wurde. Deshalb solltet ihr immer auf das gerade angezeigte Symbole achten. Ein Rotes bedeutet, dass keine Bewegung erwartet wird, grün heißt, dass ihr die Wiimote laut Anweisung bewegen sollt. Wurde die Bewegung erkannt, erscheint ein grüner Kreis mit Häkchen. Führt man eine Bewegung zu schnell oder langsam aus, fordert euch Johanna, eure Trainerin auf, das Tempo zu ändern. Auch sonst gibt es ein paar hilfreiche Audiokommentare, die Hinweise darauf geben, auf was man bei der gerade ausgeführten Übung besonders achten sollte.

Grafik und Sound

Die Grafik des Spiels ist eindeutig das größte Übel. Eckige Figuren und vier nicht wirklich detailreiche Hintergründe warten auf den Wohnzimmer-Sportler. So kommt trotz Sonne, Strand und Meer im Bild kein wirkliches Strandgefühl auf.

Auch beim Sound hat man sich im Hause „bitComposer“ nicht die größte Mühe gegeben. Die verschiedenen Loops plätschern eher unauffällig vor sich hin. Wie schon erwähnt enthält die Software aber einige hilfreiche und recht abwechslungsreiche Kommentare.

Fazit

Fit for Fun macht aufgrund der schlechten Grafik erst einmal keinen guten Eindruck. Legt man aber wenig Wert darauf, bekommt man durchaus eine solide Fitness-Software. Diese bietet mit über 70 Übungen, deutlich mehr als Nintendos Fitnessprogramm. Neben den Minispielen, lassen sich leider keine Übungen einzeln auswählen, sondern müssen immer innerhalb eines Workout-Plans kombiniert werden. Das fällt meiner Meinung nach nicht zu sehr ins Gewicht, da man sowieso immer mehr als eine Übung machen sollte.
Abwechslung gibt es zwar, Motivation dafür leider wenig. Alle Übungen sind von Anfang an bereits verfügbar und das Einzige was sich Freischalten lässt, sind Outfits für euren virtuellen Sportler.
Das Ausführen der Übungen funktioniert aus technischer Sicht, durch den Bewegungssensor, tadellos. Das Balance Board kommt leider nur bei den sieben verschiedenen Minispielen zum Einsatz und wird somit fast nicht benötigt.
Einige der Übungen lassen sich auch zu zweit, entweder gleichzeitig oder abwechselnd, ausführen.

Alle Konsolensportler, die auf der Suche nach einer Alternative zu Wii Fit sind, werden mit Fit for Fun auf jeden Fall eine Zeit lang ihren Spaß haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Packshot Fit for Fun – Ihr virtueller Personal-Coach

Fit for Fun – Ihr virtueller Personal-Coach

Release: 30.04.2010
Publisher:
Entwickler:
Anzahl Spieler: 2
USK: