Testbericht: Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia

Am 31. Juli kommt der zweite Teil der „Chroniken von Narnia“ mit dem Titel „Prinz Kaspian von Narnia“ in die deutschen Kinos. Passend zu diesem Fantasy-Streifen bringt Disney Interactive das gleichnamige Spiel in die Läden. Wir haben uns auf den Weg nach Narnia gemacht und uns für euch ins Abenteuer begeben.

Auf nach Narnia!

Die Story des Films, und somit auch die des Spiels, dreht sich wie schon im ersten Teil um vier Kinder, die Pevensie-Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy, die abermals aus dem heutigen London in das fantastische Narnia reisen. Während ihrer Abwesenheit vergingen im Königreich bereits 1300 Jahre. Das einst goldene Zeitalter ist zu Ende und die Telmarer samt ihres bösen Königs Miraz beherrschen das Land. Der rechtmäßige Thronfolger von Narnia, Prinz Kaspian, welcher der Neffe von König Miraz ist, muss nach der Geburt von Miraz Sohn um sein Leben fürchten und befindet sich fortan auf der Flucht. Hierbei trifft er auf die vier Kinder und zusammen mit vielen Helden Narnias Urbevölkerung machen sie sich daran, der Tyrannei durch die Telmarer ein Ende zu setzen. Das Abenteuer kann beginnen!

Um ehrlich zu sein hat das Abenteuer jedoch im Spiel schon längst vor dem Eintreffen der vier Kinder im Königreich begonnen. Der Spieler findet sich nämlich inmitten eines schweren Gefechts um die Burg Cair Paravel wieder, welche von den Telmarern angegriffen wird. Die ersten Ziele drehen sich also um die Verteidigung von Cair Paravel. Bereits hier zeigt das Spiel viele unterschiedliche Facetten. Bei nahezu allen bevorstehenden Quests stehen dem Spieler mehrere Charaktere zur freien Auswahl, denn man ist immer gleich von mehreren Mitstreitern umgeben. Möchte man lieber mit einer anderen Spielfigur weiterspielen, sei es aus taktischen oder schlicht persönlichen Gründen, so ist dies problemlos möglich. Manchmal ist es jedoch auch nötig, sich mit einem Riesen zu verbünden indem die zuvor gewählte Spielfigur auf den Rücken des Riesens klettert welcher nun steuerbar ist – und nebenbei bemerkt eine gehörige Zerstörungskraft an den Tag legt.

Oft stehen euch die gegnerischen Telmarer gegenüber und müssen bekämpft werden. Um Attacken auszuführen stehen insgesamt zwei Angriffe zur Auswahl – ein leichter und ein schwerer. Diesen lassen sich entweder durch Bewegungen der Remote oder per Knopfdruck ausführen. Die Button-Alternative ist dabei wirklich Gold wert, würde die Steuerung der Kämpfer ansonsten in hektisches Herumfuchteln ausarten, wie bei vielen anderen Genrevertretern auf der Wii.

Um nun von einem Level ins nächste zu gelangen, ist die Erfüllung eines bestimmten Ziels nötig. Diese Ziele, welche jederzeit eingeblendet werden können, unterteilen sich in primäre und sekundäre Quests. Letztere sind logischerweise nicht zwingend zu erfüllen, um den Weg in den nächsten Level zu ebnen. Die primären Ziele beschränken sich meist auf klassische Dinge wie das Auffinden einer bestimmten Person, das Besiegen der Gegner, das Einsammeln erforderlicher Items bzw. Waffen oder das Zerstören gegnerischer Stellungen. Die Story des Spiels wird durch Sequenzen des Kinofilms voran getrieben. Manche Spielabschnitte erfordern das Bezwingen bestimmter Schlüsselfiguren auf Seiten der Telmarer – sprich, Bosskämpfe stehen bevor.

Sehr gelungen sind die rund 20 spielbaren Charaktere, die teilweise durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften einen hohen Abwechslungsgrad sowie eine taktische Komponente ins Spielgeschehen einbringen. Es gibt dabei die „klassischen“ Krieger, die entweder mit Schwert oder aber mit Bogen ausgestattet sind aber auch andere Charaktere wie Riesen, Zwerge und sogar „Kampfratten“ werden im Spielverlauf gesteuert. Die Riesen fegen die Gegner mit einem einzigen Keulenschlag nur so durch die Gegend, die Zwerge hingegen können in kleine Tunnel und Spalten klettern um geheime Winkel zu erreichen. Aber noch weitere Dinge sorgen für viel Abwechslung – der Ritt auf den große Greifvögeln etwa, das Verscheuchen ekliger Insekten durch geschickten Einsatz von Feuer sowie der Einsatz von Enterhaken um höher gelegene Ebenen erreichen zu können. Weniger abwechslungsreich hingegen sind die unzähligen, recht uninspirierenden Schalterrätsel, die in wirklich jedem Quest teilweise mehrfach auftauchen.

Um die Motivation des Spiels weiter zu steigern, sind diverse Bonusmaterialien freischaltbar – vor allem Videos zur Produktion des Spiels sowie Hintergrundinfos zum Film. Um diese Boni zu erhalten, wurden unzählige Schatztruhen in den Landschaften verteilt. Um diese öffnen zu können, muss eine vorgeschriebene Anzahl Schlüssel vorhanden sein, welche es ebenfalls einzusammeln gilt. Als Highlight der Boni ist jedoch der Zusatzlevel zu betrachten, welcher inhaltlich über die Filme hinausgeht.

Steuerung

Die Steuerung des Spiels haben wir bereits kurz angerissen, wollen diese hier aber nun nochmal im Detail vorstellen. Die Bewegung der Spielfigur erfolgt per Analogstick des Nunchuks. Mittels B-Knopf führt die Figur einen schweren, mittels A-Knopf einen leichten Angriff aus. Alternativ lassen sich die Attacken mit Bewegungen (waagerecht und vertikal) der Wii-Remote ausführen. Besitzt die Spielfigur einen Bogen, so kann per C-Knopf der Zielen-Modus aktiviert werden. Jetzt kann mit dem Analogstick das Ziel anvisiert werden. Um einen gegnerischen Angriff zu blocken, reicht ein Druck auf den Z-Button. Gegenstände sowie alternative Waffen können per Steuerkreuz vom Boden aufgesammelt und auch wieder weggeschmissen werden. Truhen sowie Hebel müssen zuerst per A angefasst, anschließend mit schnellem Drücken von B geöffnet bzw. umgelegt werden. Das Wechseln der Spielfigur lässt sich mit dem Minus-Knopf vollführen. Möchte sich ein Mitspieler in das laufende Spiel einklinken, so genügt ein Drücken des Plus-Buttons auf der zweiten Wii-Remote – und genauso kann er das Spiel auch wieder verlassen. Drückt der erste Spieler auf Plus, so lassen sich die aktuellen Quests anschauen.

Grafik und Sound

Grafisch haben wir es bei Prinz Kaspian von Narnia mit einem der stärkeren Wii-Titel zu tun. Die Optik kann wirklich überzeugen und bietet einige liebevoll gestaltete Levels. Die Texturen wirken recht hochauflösend (außer in manchen Hintergrund-Ebenen), die Animationen sehr sauber. Auch kleine Details, wie z.B. das Aufwirbeln von Staub durch Aktionen der Riesen, hinterlassen einen äußerst positiven Eindruck. In manchen Situationen gerät die Konsole jedoch an ihre technischen Grenzen, sodass kurzzeitige Ruckler die Folge sind. Diese halten sich jedoch sehr in Grenzen und sind somit absolut zu verkraften. Sogar in der Massenschlacht zu Beginn des Spiels läuft die Konsole überwiegend erstaunlich stabil. In der Intro-Animation bei Darstellung einer riesigen Berglandschaft ist jedoch Schicht im Schacht. Unterstützt wird im übrigen 480p und 16:9-Modus.

Die Soundkulisse des Spiels, präsentiert in Dolby Pro Logic II, ist ebenfalls auf hohem Niveau. Der orchestrale Soundtrack weiß zu überzeugen und unterstützt die Atmosphäre. Die Soundeffekte gefallen durch ihre Authentizität und die deutsche Sprachausgabe bildet das berühmte I-Tüpfelchen.

Fazit

Disneys Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia ist ein insgesamt geglückter Fantasy-Action-Adventure-Titel, welcher auch ohne Vorkenntnisse im Narnia-Universum zu überzeugen vermag. Eine spannende Story, die durch Film- sowie Animationsszenen gepickt wurde, eine tolle Optik mit gleichermaßen hochwertigem Sound und eine gut funktionierende Steuerung, sofern man sich eher auf das Button-Mashing anstatt der Bewegungen beschränkt, machen das Spiel nicht nur für Narnia-Fans interessant. Zu bemängeln jedoch leider der recht geringe Umfang von gerade einmal acht Spielstunden sowie der vor allem für Profis viel zu niedrige Schwierigkeitsgrad. Auch die nervigen Schalterrätsel hätten gerne auf ein geringeres Ausmaß reduziert werden können. Trotz des gelungenen Co-Op-Modus schafft der Titel den Sprung in die Award-Ränge wegen der genannten Defizite leider nicht – am Ende fehlt es ihm doch an genug Abwechslung, Umfang und Tiefgang.

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