Testbericht: Cranium Kabookii

Brettspielfreunde werden es kennen, für alle anderen wird es ein unbekanntes Spiel sein. Die Rede ist von Cranium, welches mit Cranium Kabookii von Ubisoft einen Ableger auf dem weißen Wunderkasten Wii spendiert bekommen hat. Ob das Spiel einen Kauf wert ist, oder ob man doch lieber am Brett sitzen bleibt werden wir in unserer Review klären.

Lass uns Kabookii spielen!

Cranium, was Latein ist und soviel bedeutet wie Schädel (den sollte man bei diesem Spiel etwas anstrengen), ist einigen vielleicht als Brettspiel ein Begriff. Wer noch nie etwas davon gehört hat, der sollte sich den folgenden CCC (Cranium-Crash-Course) durchlesen.
Bei Cranium handelt es sich um ein kreatives Denk- und Ratespiel, welches von mindestens zwei Teams à min. zwei Personen gegeneinander gespielt wird. Das Spiel verlangt Fähigkeiten in vier verschiedenen Kategorien, welche die wunderprächtigen Namen KreatoKater, DenkOnaut, StarSteller und WörterWurm tragen. Jede dieser Kategorien spricht ein anderes Gebiet an und so wird man als Spieler in Sachen Kreativität, Wissen, Selbstdarstellung und Wortschatz auf die Probe gestellt.
Nach diesem kurzen Einblick in das Brettspiel wollen wir uns nun aber nun weiter dem Konsolenableger widmen.

Setze die Spezialbrille auf und erkunde die Welt von Cranium Kabookii

Wie will man ein Brettspiel, welches mit mindestens vier Personen gespielt werden muss, auf eine Konsole bringen und wie soll man das dann alleine spielen? Diese Frage hat sich Ubisoft bestimmt auch gestellt und hat sich dafür entschieden einen bombastischen Partyknaller zu entwickeln, der eben leider auf den Singleplayer-Mode verzichtet. Ja richtig gelesen, kein Singleplayer.
Aber um nicht zu sehr auf dieser Tatsache herum zu trampeln, wollen wir mal einen Blick auf den Inhalt der Verpackung werfen, welcher nämlich nicht nur Anleitung und Spiel beinhaltet. Als wir das Spiel öffneten kam uns zuerst eine Papp-Brille entgegen. Was es mit dieser auf sich hat klären wir später, jetzt wollen wir erstmal spielen.
CD einlegen…kurz warten und los geht’s! Zuerst werden wir aufgefordert unser Land zu wählen, denn das Spiel orientiert sich ähnlich wie Smarty Pants an den länderspezifischen Vorlieben.
Wir wählen natürlich Deutschland und landen im Hauptmenü, welches aus ganzen zwei Optionen besteht. Entweder wir spielen, oder wir basteln an den Einstellungen herum, welche wie üblich Ton, Bild und Co. enthalten. Also entscheiden wir uns erstmal zu spielen. Nada! Erst wählen wir noch wie viele Teams wir antreten lassen möchten. Dabei stellen wir fest, dass einzelne Spieler hier nichts zu lachen haben, außer man ist schizophren und spielt sowieso lieber mit sich selbst als mit anderen Leuten.

Was ist das? Ach ein Brettspiel! Auf dem Fernseher?

Um nicht wahnsinnig zu werden entschieden wir uns dazu am Wochenende eine Cranium Kabookii Party zu schmeißen und uns eben genug Leute einzuladen, mit denen wir eine Runde spielen können. Maximal vier Teams können gegeneinander antreten, wobei die Anzahl der Teammitglieder völlig egal ist, nur müssen es mindestens zwei Personen sein. Nachdem wir uns auf vier Teams verteilt haben ging es los.
Uiiiiiii…eine Zirkusarena…und jetzt!?
Erstaunlicherweise begrüßt uns eine sehr nette Männerstimme in bestem Deutsch und uns bleibt lästiges Lesen erspart. Wer anfangen darf wurde nach einem kurzen Streit (…wir fangen an, wir sind größer…nein wir, wir haben mehr Mädels im Team…wir fangen an, denn es ist mein Spiel!) geklärt und in der Manege erschien eine Art Glücksrad, auf dem die 14 verschiedenen Aufgaben dargestellt sind. Und übrigens braucht man auch nur eine einzige Wii-Remote, egal wie viele Leute insgesamt mitspielen. Wir zeigen also auf das Glücksrad, machen die typische Anstupsbewegung und das Rad dreht sich und bleibt auf Kommando Pantomas stehen.

Beweg dich doch oder bist du ein Bewegungs-Legastheniker?

Nach einer kurzen Erklärung der Aufgabe war alles klar. Mit dem Rücken zum Bildschirm mussten wir uns nun auf die Kommandos der anderen aus unserem Team verlassen. „Mach so, als ob du aus einer Flasche trinken würdest!“ Gesagt, getan – die Wiimote mit gedrücktem A-Knopf in Richtung Mund bewegt und den A-Knopf anschließend losgelassen – „Bingo!“ … „Jetzt Tauziehen!“ … „Sieb schütteln!“ … „Hämmern!“ … „Tennis! Los mach schon! Mann hast du ’ne Lähmung oder was!?“. So ging es dann heiter weiter und ein Team nach dem anderen durfte sich einer Aufgabe stellen und der Spaß fand kein Ende. Bei manchen Aufgaben kam die Cranium Kabookii-Spezial-Brille zum Einsatz. Diese Brille wird von demjenigen benutzt, der die Aufgabe meistern muss. Hier werden ganz geheime Nachrichten an den Spieler übermittelt, die nur er wissen darf, wie z.B. der Begriff, der durch künstlerisches Talent dargestellt werden muss. Wenn das Team die richtige Antwort in den Raum gebrüllt hat muss der Spieler nur noch das OK geben und festlegen, ob sein Team richtig lag oder nicht. Okay, hier kann man schummeln, aber die anderen Teams werden es einen spüren lassen – glaubt uns!
Das Ziel des Spiels ist es übrigens als erstes Team 24 Punkte zu ergattern, was im Normalfall in gut 60 Minuten zu schaffen ist. Also insgesamt ein eher kurzes, aber dafür super lustiges Spiel für Partys, bei denen man auch ruhig zwei bis zehn Runden spielen kann.

Grafik ist nicht alles, der Spielspaß ist doppelt so wichtig!

Diesen Satz haben sich wohl auch die Entwickler vorgesagt und was dabei herausgekommen ist kann sich sehen lassen.
Grafisch erfüllt das Spiel seinen Zweck, nämlich lustig ausschauen und gute Laune verbreiten. Was die Audio-Ecke angeht, so wird hier leider nur auf ein gepimptes Stereo gesetzt. Aber das ist halb so wild, denn die Spiel-Melodien benötigen keine 5.1-Anlage um gut zu klingen.
Der Spielspaß ist dafür im Multiplayer (gut, es gibt nichts anderes) enorm. So sehr gelacht wie bei diesem Spiel haben wir sonst nur bei den Rabbids.
Was die Steuerung angeht, so hat Ubisoft so ziemlich alles aus der Wii-Remote herausgeholt, was drinsteckt. Von Schütteln über Drehen ist alles dabei und wirklich jeder lernt sehr schnell, was er nun zu machen hat.

Fazit

Mit Cranium Kabookii hat Ubisoft vielleicht einen Schuss ins Leere gesetzt, was Singleplayer angeht, aber im Multiplayer gibt es meiner Ansicht nach kein Spiel, was eine solche Laune verbreitet. Mit acht Leuten ist es schon super spaßig und kann ausgeweitet werden auf 20 oder gar 40 Personen, wenn man denn genug Platz hat. Für Brettspielfreunde ist Cranium Kabookii sicherlich einen Kauf wert, aber auch alle anderen, die gerne mal mit Freunden oder Familie für eine Stunde den Spaß suchen, lohnt sich die Investition. Egal ob der Sohnemann als Hardcore-Gamer oder die Oma als Superlativ-Nongamer – jeder hat Spaß und jeder kommt mit dem Spiel klar.
Einziges Manko ist der erwähnte fehlende Singleplayer-Modus, welcher bei diesem Spiel aber auch wirklich schwer einzurichten wäre. „Spiele für Mich!“ soll der „Touch-Generation!“ Konkurrenz machen und mit Cranium Kabookii gelingt es auf alle Fälle im Sektor der Partygames.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.