Testbericht: Art Style: Rotohex

Bei der „Art Style“-Reihe für Nintendos WiiWare-Service handelt sich um simple Puzzlegames, die ursprünglich bereits für den Gameboy Advance unter der Bezeichnung „Bit Generations“ erschienen waren und sich durch ihren eher schlichten, aber durchaus stylishen Look auszeichneten. Nachdem es die Titel dieser Serie nur in Japan in die Regale geschafft hatten, erschien WiiWare als der perfekte Ort, um die Spiele mit überarbeiteter Technik nun einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen. Zu dieser Reihe gehört auch der Titel „Rotohex“, der in den folgenden Zeilen für euch genauer unter die Lupe genommen werden soll.

Dreh dich!

Der Großteil der Puzzlesgames besteht in der heutigen Zeit aus simplen Konzepten, bei denen es in der Regel gilt drei gleiche Symbole in eine Reihe zu bringen. Rotohex geht dagegen einen etwas anderen Weg und präsentiert sich von der ersten Sekunde an ein wenig komplexer. Auf einem sechseckigen Spielfeld fallen farbige Dreiecke konstant nach unten und füllen nach und nach euer Spielfeld auf. Sollten alle Felder gefüllt sein, herrscht das unausweichliche „Game Over“. Damit es nicht soweit kommt, müsst ihr nun aktiv werden und wie in vielen anderen Spielen dieser Art Farben sortieren. Rotohex ist dabei allerdings auf Sechsecke ausgelegt. In eurem Spielfeld dreht ihr somit stets hexagonale Felder und müsst auch, um die farbigen Dreiecke verschwinden zu lassen, sechs gleichfarbige Exemplare in einem Sechseck anordnen. Was anfangs mit gerade einmal zwei Farben noch relativ gut funktioniert, wird im Laufe der Zeit allerdings immer schwieriger. Denn sobald ihr im Solomodus sechs hexagonale Felder einer jeden Farbe aufgelöst habt, wird eine weitere Farbe hinzugefügt.

Als wäre das Rotieren in Sechsecken nicht schon anspruchsvoll genug, fallen ja auch die neuen Dreiecke kontinuierlich weiter ins Feld. Es erfordert somit eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis man sich ein paar Tricks und Kniffe angeeignet hat, mit denen man schneller zum Erfolg kommt. Blinkende Teile helfen euch zudem bei eurem Rennen gegen die Zeit, können sie doch zwei Sonderfunktionen auslösen, sobald sie in einem Sechsecke aufgelöst werden. Entweder sie reißen ein Loch in die Mitte des Feldes und lassen einige Dreiecke ins Nirwana purzeln oder sie verändern die Dreiecke einer bestimmten Farbe und erleichtern euch somit das künftige Arbeiten auf dem Spielfeld. Die Steuerung des Titels ist dabei entweder auf die klassische Weise mit einer quer gehaltenen Wiimote möglich, wobei man mit den 1- und 2-Buttons die Sechsecke rotieren lassen kann. Alternativ dazu darf auch die Pointerfunktion der Wii genutzt werden, wobei in diesem Fall dann das Drehen der Felder mit A, bzw. B ausgeführt wird. Die zweckmäßige Steuerung ist präzise, viel falsch machen kann man aber bei einem Game dieser Art dabei ja eh nicht.

Das zu Beginn des Spiels relativ magere Hauptmenü wird später übrigens noch durch einen „Endless Mode“ sowie einen „Sprint Mode“ ergänzt, die man beide durch erfolgreiches Puzzlen im Solo Modus freischalten kann. Während im endlosen Spielmodus die Anzahl der aufgelösten Hexagone gezählt wird, gibt euch der Sprintmodus eine bestimmte Farbe und Zahl an Sechsecken vor, die es möglichst schnell aufzulösen gilt. Im Vergleich zum Original auf dem GBA ist dieser Spielmodus neu hinzu gekommen und er ist es auch, der die Motivation beim Spieler am längsten aufrecht erhalten kann. Denn da man komplett auf ein Punktesystem verzichtet hat und auch der lokale Mehrspielermodus nicht mehr bietet, als es im Genre üblich ist, hält sich die Langzeitmotivation bei Rotohex leider in Grenzen. Wer den Dreh raus hat, kann zwar relativ fix puzzeln, doch muss man sich ohne mögliche Highscores selbst motivieren das Game weiterzuspielen. Für eine Runde zwischendurch ist es zwar immer mal gut, abgesehen davon besitzt es leider jedoch einen zu geringen Wiederspielwert.

This is art!

Auf technischer Seite wurde Rotohex im Vergleich zu seinem Original auf dem Gameboy Advance natürlich überarbeitet. Trotzdem sollte einem klar sein, dass man bei den Spielen der „Art Style“-Reihe eher optisch schlicht aufgemachte Spiele präsentiert bekommt. Mehr als eine zweckmäßige Grafik ist somit nicht zu erwarten, die aber gerade deswegen einen gewissen Charme versprüht und dem Anspruch des „Art Style“ durchaus gerecht wird. Ein netter Effekt sind in dieser Hinsicht die Spiegelungen am Rande des Spielfeldes, wenngleich das auch schon alles war.

Der Sound wurde ebenfalls sehr simpel gehalten, kann aber gerade deswegen punkten. Die technoide Musikuntermalung verleiht dem Spiel ein sehr eigenes Flair, das gut zur Atmosphäre des Puzzles passt. Spartanische Soundeffekte begleiten das stylishe Puzzleerlebnis.

Fazit

Wer ein optisch interessant aufgemachtes Puzzle mit einem sehr eigenen Stil sucht, welches komplexer ausgelegt ist als die herkömmlichen Genrevertreter, kann bei Rotohex für 600 Wii Points bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich dagegen den Kauf gut überlegen, da man trotz der stilvollen audiovisuellen Umsetzung im Prinzip nur einen Puzzler bekommt, der mit kleinen Mängeln im Detail wie fehlenden Highscores einen leider sehr geringen Wiederspielwert besitzt. Für ein paar Minuten Unterhaltung zwischendurch taugt Rotohex jedoch allemal.

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