Testbericht: Arkanoid Plus!

Mittlerweile hat sich Taito mit einigen Neuinterpretationen ihrer alten Klassiker auf Nintendos WiiWare-Service einen Namen gemacht. Dazu gehört auch der Titel „Arkanoid Plus!“, der dem Spieler das klassische Spielprinzip des Spielautomaten aus den 80er Jahren in einer überarbeiteten Varianten auf den heimischen Bildschirm bringt. Wir haben für euch die Bälle fliegen lassen und getestet, wie die Neuauflage des Klassikers geworden ist.

Das Beste aus den 80ern

Das im Prinzip mehr als simple Gameplay von Arkanoid Plus! wurde in seiner ursprünglichen Form bereits in den 80er Jahren in die Spielhallen gebracht. Im Laufe der Jahre fand es unter vielen weiteren Namen wie Breakout, Alleway und dergleichen mehr in nahezu unzähligen Varianten eine Umsetzung für den PC sowie alle möglichen Konsolen und Handhelds. Dabei hat man es eigentlich mit einer Einspieler-Variante von Pong zu tun. Mit einem Paddle schleudert ihr einen Ball immer wieder in die Stages zurück, um dort Blöcke zu zerstören. Sobald alle Blöcke vernichtet sind, gilt die Stage als gemeistert und ihr schreitet in das nächste Level fort. Natürlich versucht ihr den Ball möglichst lange im Spiel zu halten, denn jeder Ballverlust zehrt an euren Extraversuchen und bedeutet früher oder später das sichere „Game Over“. Damit ihr auch einen kleinen Anreiz habt den Ball im Spiel zu halten, wartet Arkanoid mit einer Story auf. Ihr steuert das so genannte VAUS, ein Balken ähnliches Raumschiff, welches sich gegen die Bedrohung der Außerirdischen stellt. 31 Stages müssen dabei im Arcade-Modus überwunden werden, was sich leichter anhört, als es in Wirklichkeit ist.

Doch zuvor dürft ihr euch noch in den Optionen austoben. Hier gilt es einzustellen in welchem Schwierigkeitsgrad ihr startet, ob ihr Extraleben oder eine Barriere einsetzen wollt und ob euch Feinde das Leben zusätzlich erschweren dürfen. Die Wahl zwischen Extraleben und der Barriere kann dabei das Spiel maßgeblich beeinflussen. Entscheidet ihr euch nämlich für die Barriere, wird eine solche unter eurem Schiff errichtet und fängt daneben gegangene Kugeln sofort ab. Das ist praktisch, funktioniert pro Stage allerdings nur drei Mal. Danach verschwindet die Barriere und ein weiterer Patzer führt zum sofortigen „Game Over“. Zwar kann die Barriere durch Items wieder hergestellt werden, aber spätestens wenn Multibälle ins Spiel kommen, ist sie gleich wieder verschwunden und ihr seid einzig und allein auf eure schnellen Reaktionen gestellt. Items? Multibälle? Ja, denn Arkanoid Plus! bringt euch wie schon das Original diverse Gegenstände, die beim Zerstören gewisser Blöcke auftauchen und von euch aufgefangen werden können. Neben dem bereits erwähnten Multiball und dem Errichten der Barriere verleihen euch die Items noch viele weitere Fähigkeiten. Mal wird die Geschwindigkeit eurer Kugel verlangsamt, mal euer Paddle vergrößert oder verkleinert, mal darf euer Schiff plötzlich Laserstrahlen abfeuern und sich damit durch die Blöcke ballern und mal prallt eure Kugel nicht mehr von den Blöcken ab, sondern rast durch sie hindurch und hinterlässt eine für euch sehr praktische Spur der Verwüstung. Die optionalen Gegner dienen dabei mehr als Kanonenfutter und segnen nach dem Kontakt mit eurer Kugel das Zeitliche. Wichtig zu wissen ist nur, dass sie die Laufbahn eurer Kugel beeinflussen und somit mitunter recht lästig sein können.

In den Stages selbst ist zu beachten, dass nicht immer alle Blöcke zerstört werden können, bzw. müssen. Während farbige Blöcke schon bei einem Treffer verschwinden, erfordern graue Blöcke mehrere Treffer. Bronzene Blöcke dagegen sind unzerstörbar. Oftmals kommt es aber vor, dass nur noch ein einziger Block an einer schwer zugänglichen Stelle zerstört werden muss. Hier den Ball im richtigen Winkel an die gewünschte Stelle zu bugsieren ist dabei ein kleines Glücksspiel und sorgt mitunter für Frust. Kenner des Grundprinzips von Arkanoid wissen jedoch mit diesem Manko im Gameplay umzugehen. Sind alle Blöcke vernichtet, öffnen sich rechts und links am Bildschirmrand zwei Portale, welche euch in die nächste Stage bringen. Hierbei gilt es zu beachten, ob ihr den linken oder den rechten Ausgang wählt. Von dieser Entscheidung ist nämlich das nächste Level abhängig. Euch stehen somit nicht nur 31 Stages, sondern insgesamt 61 Stages zur Verfügung, da es von jedem Level quasi eine „linke“ und eine „rechte“ Variante gibt. Selbst der finale Endboss taucht in zwei Versionen auf, so dass der Umfang des Games in jedem Fall stimmt. Wer sich mehrfach durch die 31 Levels ballert, kann sich so seinen „Lieblingsweg“ erstellen mit den Stages, die ihm am besten gefallen. Gesteuert wird übrigens mit quer gehaltener Wiimote im NES-Stil mittels dem digitalen Steuerkreuz, was wunderbar funktioniert.

Neben dem Arcade-Modus steht dem Spieler noch der Time Attack-Modus zur Verfügung, in welchem eine bestimmte Anzahl an Levels möglichst schnell absolviert werden muss. An zwei Spieler gleichzeitig richtet sich der Multiplayer-Modus. Hier spielt ihr mit einem Kumpel Kopf an Kopf darum, wer die Stage zuerst von Blöcken befreit hat. Mit fiesen Items darf man dabei seinen Gegenspieler behindern und entweder die Geschwindigkeit seiner Kugel drosseln, sein Paddle verkleinern oder ihm gar zusätzliche Blöcke auf den Screen schicken. Das Rad wird damit zwar nicht neu erfunden, aber für ein paar Runden Spielspaß zu zweit reicht es allemal. Zum Preis von moderaten 600 Wii Points erhält man somit einen klassischen Titel mit einem ansehnlichen Umfang. Wer immer noch nicht genug hat, darf für 200 Wii Points mit der „Zone 2″ weitere 61 Level inklusive neuen Endbossen herunterladen, so dass man genug „value for money“ erhält. Dieses „Level-Pack“ optional anzubieten und nicht den Preis für das Game pauschal inklusive aller Levels auf 800 Wii Points angesetzt zu haben, halte ich für eine sehr kundenfreundliche Entscheidung. Wem das ursprüngliche Game an sich reicht bekommt es schon für 600 Wii Points und wer dagegen noch mehr Level will, investiert eben weitere 200 Wii Points – vorbildlich, Taito!

Retro-Wunder?

Vorbildlich ist auch die technische Umsetzung von Arkanoid Plus!. Dass man grafisch mit einem Klassiker aus den 80ern keine Bäume ausreißen kann, sollte eigentlich klar sein. Sonderlich viele Effekte lassen sich auch nicht in Blöcke und Kugeln packen, das ist ebenfalls logisch. Dennoch wirkt alles sehr sauber und wie auf Hochglanz poliert. Das Startmenü ist ungemein stylish und auch einige der Hintergründe wissen ziemlich zu gefallen. Während die Soundeffekte eher Mittel zum Zweck sind, hat man sich dagegen beim Soundtrack richtig Mühe gegeben. Die technoide Musikuntermalung forciert von der ersten Sekunde an eine pulsierende Stimmung, die den Spieler in ihren Bann zieht. Besonders klasse dabei ist die Tatsache, dass die Musik euch auch beim Wechsel der Stages stets begleitet. Die treibende Atmosphäre der Beats wird somit nicht durch Ladezeiten abgeflacht, sondern bleibt konstant erhalten.

Fazit

Natürlich ist Arkanoid Plus! in Sachen Gameplay nichts Neues, aber das will es auch gar nicht sein. Es ist ein toll umgesetzter Klassiker mit einem superben Soundtrack sowie ausreichendem Umfang, der zum kleinen Preis überzeugt. Fans des Pong-Prinzips, die noch keine Umsetzung des Klassikers zu Hause haben, dürfen getrost zuschlagen. Lediglich absolute Retro-Muffel werden hier wohl nicht auf ihre Kosten kommen.

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