Testbericht: Agent Hugo: Hula Holiday

Agent Hugo ist zurück! Bereits im vergangenen Jahr hüpften wir mit Hugo durch öde Landschaften auf der Suche nach der Spielfreude. Im neusten Teil mit dem Untertitel „Hula Holiday“ verschlägt es den Troll in ein Ferienparadies. Ob den Entwicklern von NDS die erhoffte Spielspaßsteigerung gelungen ist? Wir klären euch auf!

Ab auf die Insel!

In Agent Hugo: Hula Holiday geht es um … ja, um was eigentlich? Die erste ernsthafte Herausforderung stellt sich dem Spieler bereits vor Spielbeginn, denn weder auf der Packung, noch im Booklet findet sich ein Hinweis über die Handlung wieder. Startet man das Spiel, so wird man aus dem kurzen Renderfilmchen zu Beginn auch nicht wirklich schlauer. Zu erkennen ist zumindest, dass es den kleinen Troll aus irgendeinem Grund in eine sonnige Gegend verschlagen hat. Allerdings treiben hier lebende Mülleimer ihr Unwesen und Hugo fühlt sich wohl verpflichtet die Inselgruppen mal ordentlich zu bereinigen. Na, das war es auch schon soweit mit der Story. Bevor es hier zu tiefgründig und verworren wird, begeben wir uns lieber direkt ins Ferienparadies – Müll beseitigen!

Wer den Vorgänger Lemoon Twist trotz unseres Abratens gespielt haben sollte, der wird sich hier schnell zu Recht finden. Man könnte glatt meinen, die Entwickler haben das gleiche Spiel genommen, die Settings leicht angepasst und die Gegner ausgetauscht. Grundsätzlich spielt sich Hula Holiday nämlich identisch, abgesehen von der Tatsache, dass man noch mehr auf die Handlung verzichtet hat also schon zuvor. Aber das stört ja nicht weiter. Mit Hugo gilt es durch die bunten Stages zu laufen und zu hüpfen. Dabei stößt der Troll auf unzählige Müllhaufen, die mit Diamanten bestückt sind. Diese gilt es per Wirbelattacke zu trennen und einzusammeln. Die gemütliche Ferienidylle wird dabei von zahlreichen Mülltonnen gestört, mal kleinere, mal größere, die es zu beseitigen gilt. Simpelste Schalterrätsel hindern dabei am direkten Durchlaufen durch die Level. Hier heißt es dann entweder Drehscheiben zu drehen oder Schlüssel einzusammeln. Am Ende einer jeden Stage wartet dann zu allem Überfluss noch ein großer Müllcontainer, quasi eine Art Boss-Gegner, und möchte bezwungen werden. Ist dieser erledigt, sammelt man letztendlich noch ein Teil eines Musikinstruments ein. Nach erfolgreicher Absolvierung einer ganzen Insel spielt Hugo auf dem zusammengesetzten Instrument und merkwürdige Gestalten erfreuen sich an der gereinigten Landschaft. Anschließend wartet die nächste Insel auf Mülltroll Hugo. Der ganze „Spaß“ ist jedoch schnell vorüber, nach maximal drei Stunden Spielzeit hat man jeden Winkel der Ferieninseln gesehen.

Den kleinen Troll bewegt man mittels Analogstick des Nunchuk-Controllers. Per A-Knopf führt Hugo einen Sprung aus, zweimal A lässt einen Doppelsprung ausführen. Mit einer Fuchtelbewegung wirbelt Hugo durch die Gegend – hiermit lassen sich vornehmlich Gegner erledigen. Der Z-Knopf richtet die Kamera hinter den Troll, sollte diese einmal ungünstig positioniert sein – und ja, dies ist oft der Fall, mehr dazu im nächsten Abschnitt. Der B-Knopf aktiviert die Seifenblasenpistole – ein Zielkreuz kann per Analogstick bewegt werden (mittels Pointer wäre auch zu einfach gewesen), mit weiterem Druck auf B schießt Hugo die Blasen aus der Wumme. Für ein klein wenig Abwechslung sorgen Blasenball und Blasenballon – ersterer versetzt Hugo in ein Monkey Ball ähnliches Spielprinzip und letzterer sorgt für Heißluftballon-artigen Auf- bzw. Abtrieb. Der Blasenschild erzeugt darüberhinaus rotierende „Dinger“ um Hugo, mit denen der Troll sorglos alles aus dem Weg räumen kann, was sich ihm stellt.

Grafik und Sound

Leider hat der Titel nicht nur wenig inhaltlich zu bieten, auch aus technischer Sicht gibt es kaum Erwähnenswertes zu entdecken. Die Grafik wirkt wie aus der 3D-Steinzeit entsprungen, der Sound kann wenig überzeugen und die Musik plätschert bedeutungslos nebenher. Visuelle Highlights sucht man vergebens, zumal auch kein 16:9-Modus, geschweige denn 480p unterstützt wird. Immerhin gibt es Stereo-Sound. Besitzer von Mono-Anlagen sollten also langsam mal aufrüsten.

Ein ganz großes Manko stellt übrigens die Kamera dar, welche sich leider automatisch ausrichtet und oft zu Frustmomenten führt. Gerade wenn es an engen Passagen einige Abgründe zu überwinden gilt, springt die Kameraeinstellung nur zu oft hin und her, sodass ein präzises Spielen kaum möglich ist.

Fazit

Agent Hugo: Hula Holiday macht genau da weiter, wo der Vorgänger Lemoon Twist aufhört – nämlich am spielerischen Abgrund. Diesmal verzichtete man nicht nur auf eine angemessene Präsentation der Story, auch der übrige Umfang fällt noch magerer aus und die technische Darbietung ist einfach inakzeptabel. Zwar richtet sich das Spiel vornehmlich an ein jüngeres Publikum, aber auch dieses sollte gewarnt sein. Hula Holiday wurde nicht nur inhaltlich mit viel Müll versehen, das Spiel ist einfach für die Tonne.

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