Testbericht: Agent Hugo: Lemoon Twist

In den 90er Jahren sorgte ein kleiner computeranimierter Troll für erhöhte Telefonkosten. Dieser kleine Wicht namens Hugo war Teil einer interaktiven Fernsehsendung, in denen die Zuschauer im Studio anrufen und dann via Telefontasten den Troll in diversen Spielen steuern konnten. Wer sich geschickt anstellte, konnte sogar das ein oder andere Sümmchen gewinnen. Auf der Wii gibt es nun zwar weder einen neuen Telefoncontroller zu bestaunen, noch echte Preise zu gewinnen, aber Hugo ist Teil eines neuen Videospiels. Wir haben „Agent Hugo: Lemoon Twist“ für euch genauer unter die Lupe genommen.

„Trolle sind toll!“

Hugo präsentiert sich in seinem neuen Abenteuer als Agent, der die Welt retten muss. Diese wird nämlich von Dr. Hypno bedroht, der mit einer neuentwickelten Waffe sämtliche Lebewesen der Erde hypnotisieren will um somit die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Agent Hugo und sein Team sind nun gefordert diesen üblen Plan zu durchkreuzen. So simpel wie die Story ist auch das Gameplay des Spiels.

Agent Hugo: Lemoon Twist ist als reinrassiger 3D-Plattformer zu bezeichnen. In der Rolle von Agent Hugo muss der Spieler mehrere Missionen bestehen, die jeweils in drei Levels unterteilt sind. Pro Mission präsentiert sich ein neues Setting. So läuft und hüpft man mit Hugo beispielsweise durch Wüsten-, Eis- und Ruinen-Level. Auf seiner Mission stellen sich unserem Troll-Agenten zahlreiche hypnotisierte Tiere in den Weg, die es zu erledigen gilt. Absolut wichtig sind jedoch die zahlreichen Zitronen, die im Level verstreut wurden, welche es möglichst vollzählig einzusammeln gilt. Am Ende eines jeden Levels erfolgt dann eine Abrechnung sowie eine Bewertung in Form von Bronze-, Silber- und Goldmedaillen. Eine Energieanzeige gibt Aufschluss über Hugos vitalen Zustand. Blockbatterien helfen dabei, neue Lebensenergie zu erlangen.
Um ein wenig für Abwechslung zu sorgen, erhält Hugo in bestimmten Spielabschnitten technische Hilfsmittel – so wie es sich eben für einen richtigen Agenten gehört. Durch besonderes Schuhwerk kann Hugo schneller als gewöhnlich laufen. Die sogenannten Stahlstelzen sorgen dafür, dass Hugo sämtliche Gegner plattlaufen kann und ihm z.B. gefährliche Stachel im Boden nichts anhaben können. Spannender wird es mit der Käfigkugel, die an das Spielprinzip von Super Monkey Ball erinnert – Hugo kugelt fortan in dieser Kugel durch die Level. Durch den Mini-Helikopter, den der Troll wie ein Jetpack anziehen kann, lässt sich das Level im Flug erkunden.

Die Steuerung

Wie schon erwähnt dient kein Telefon als Controller, sondern natürlich die Wii-Fernbedienung samt Nunchuk-Erweiterung. Den kleinen Troll steuert man mittels Analogstick und einen Sprung führt man mit der A-Taste aus. Um einen Gegner anzugreifen lässt sich entweder eine Wirbelattacke mittels horizontaler Geste, oder eine Rollattacke mittels vertikaler Geste mit der Wii-Remote ausführen. Eine Änderung der Steuerung ergibt sich bei Verwendung des Helikopters. Mit Hoch- und Runterbewegungen der Wii-Remote kann nun die Flughöhe adjustiert werden. Nach rechts und links lenken erfolgt weiterhin mit dem Analogstick.
Insgesamt geht die Tastenbelegung in Ordnung und ist schnell erlernt, dennoch steuert sich der kleine Troll meist nur recht schwierig. Das Problem ist nämlich die automatische Kameraperspektive, welche sich andauernd selbst adjustiert und das nicht immer ganz forteilhaft. Schwierig wird dabei vor allem punktgenau in eine Richtung zu laufen, meist ist dies nur durch einen Zick-Zack-Lauf möglich, um die Kamera irgendwie einigermaßen in Position zu bekommen.

Grafik und Sound

Optisch erhält das Spiel einen ordentlichen Punktabzug, denn die gebotene Grafik ist einfach nicht mehr zeitgemäß – da zieht auch die limitierte Rechenpower der Wii nicht als Entschuldigung. Das Dargebotene ist nämlich, bis auf den 480p-Modus, so auch vermutlich auf dem Nintendo 64 lauffähig. Die Texturen sind recht verwaschen und die Polygone der 3D-Objekte an den Fingern abzählbar. So prägt eine kantige und grobpixelige Optik das Erscheinungsbild des Spiels.

In Sachen Sounddesign dudeln meist recht unauffällige Melodien im Hintergrund vor sich her und erzeugen eine kaum ansprechende Atmosphäre. Die Soundeffekte sind akzeptabel, an manchen Stellen jedoch einfach unpassend. Zusammenbrechende Holzböden erzeugen ein Geräusch, welches eher an einen Vulkanausbruch erinnert. Positiv anzumerken ist jedoch die deutsche Sprachausgabe in den Cut-Scenes, die zwar nicht überwältigend aber durchaus passend ist – auch wenn die Dialoge nicht unbedingt ansprechend sind, aber immerhin die Story auf ihre Weise voran treibt. Auch im Spiel selber gibt Hugo hier und da einen Spruch à la „Trolle sind toll!“ o.ä. ab.

Fazit

Agent Hugo: Lemoon Twist ist ein 3D-Plattformer, der leider durch die viel zu einfach gestrickte Story gepaart mit einer unterirdischen technischen Darbietung sowie einer ständig nervenden automatischen Kameraperspektive kaum für Spielspaß sorgen kann. Die zwar thematisch unterschiedliche Optik der einzelnen Missionen sowie die zusätzlichen Hilfsmittel wie der Helikopter sorgen für etwas Abwechslung, jedoch folgt das Spielprinzip ständig dem gleichen Schema – durch die uninspiriert gestalteten Level laufen, Gegner plätten, Zitronen einsammeln und Schalter betätigen. Mehr gibt das Spiel unter dem Strich leider nicht her und kann somit natürlich auch keine überragende Benotung einheimsen. Witziger wäre es vermutlich geworden, wenn die Minispiele der 90er Fernsehshow Einzug erhalten hätten. Das Agentensetting vermag jedenfalls nicht zu überzeugen.

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