Testbericht: Academy of Champions

Mit dem neuen, exklusiven Wii-Titel „Academy of Champions“ dribbelt Ubisoft in das Genre der Arcade-Fußballspiele vor, wurde dieses doch bislang lediglich von Nintendo mit „Mario Strikers Charged“ besetzt. Ob dieses Zuspiel wohl gut verwertet werden kann, oder ob wir es eher mit einem bösen Foul zu tun haben, erfahrt ihr in unserem Spielbericht.

Der Ball ist eher oval und das Spiel dauert drei Minuten.

Wie bereits aus der Einleitung zu entnehmen ist, stell Academy of Champions keine realistische Fußballsimulation à la FIFA oder PES dar, sondern beschränkt sich auf ein buntes Gekicke mit zahlreichen Comic-Charakteren in einer knallbunten Welt. Somit ist ein Vergleich eher mit dem bereits leicht angestaubten Mario Strikers Charged angebracht. Um die ganze Angelegenheit ein wenig aufzupeppen integrierte man Fußball-Ikone Péle sowie die US-Fußballerin Mia Hamm ins Spiel. Ebenfalls erwähnenswert die Möglichkeit des Freispielens bekannter Ubisoft-Charaktere wie beispielsweise Sam Fisher, Altair sowie die Raving Rabbids.

Man bestreitet dabei die zugegeben recht flotten Spiele mit Teams, welche lediglich aus vier Feldspielern und einem Torwart bestehen. Um dem ganzen Treiben etwas mehr Umfang zu verpassen, stattete man das Spiel mit einem Karriere-Modus aus. Als junger, talentierter Kicker gelangt man dabei auf Péles Fußball-Akademie. Dort gilt es nun in mehreren Semestern die Kicker-Kunst zu erlernen und zu perfektionieren. Dabei werden die zu absolvierenden Schultage jeweils aufgeteilt in verschiedene Übungen, Trainings, Tests und Spiele. Das eigene Team kann zusammengestellt und später durch erlangte Talentpunkte aufgewertet werden. Auch möglich sind Transfers bzw. das Rekrutieren neuer Mitspieler sowie das Einkaufen neuer Ausrüstung. Die Akademie stellt also ganz klar das Herzstück des Spiels dar. Selbstverständlich lässt sich jedoch auch im Menü ein schnelles Spiel auswählen oder Multiplayer-Matches veranstalten. Ebenfalls Wii-typisch die Minispiele, die im Übrigen teils mit Wii MotionPlus sowie Balance Board gespielt werden können und somit eine nette Abwechslung zum sonstigen Spielgeschehen darstellen.

Wichtig is auf’m Platz!

Academy of Champions lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise steuern. Die einfachste Variante ist die Steuerung mittels quergehaltener Wii Remote. Hier wird das Steuerkreuz für die Bewegungsrichtung verwendet, die Buttons zum Passen und Schießen bzw. zum Attackieren oder Spieler wechseln. Um individuelle Fähigkeiten einzusetzen, muss die Remote geschüttelt werden – somit wird Talent aktiviert. Eine weitere Steuerungsmethode ist mittels Nunchuk und Remote einsetzbar. Hierbei ändert sich natürlich das Button-Layout und die Steuerung des Charakters erfolgt per Analog-Stick. Ist zudem Wii MotionPlus im Einsatz, so können in Kombination mit Remote-Stellung und Knopfdruck verschiedene Extra-Aktionen ausgeführt werden, beispielsweise hohe und flache Pässe, sowie Heber und Flachschüsse. In einigen Minispielen wird zudem Gebrauch des Balance Boards gemacht, sodass mittels Körperbewegung und Körperbalance gesteuert werden kann.

Insgesamt funktioniert die Steuerung recht gut und geht recht schnell von der Hand. Auffällig ist jedoch, dass kaum Gebrauch der speziellen Steuerungsfähigkeiten der Wii gemacht wird – mit Ausnahme der Aktivierung des Talents mittels Schütteln sowie einigen Extra-Aktionen bei vorhandenem Wii MotionPlus.

Schau’n mer mal

In Sachen Optik kommt das Spiel, wie bereits erwähnt, in einem Comic-Look daher. Dieser Stil ist insgesamt recht gelungen und verleiht dem Titel einen eigenen Charme. Auffällig ist beim Konzept des Spiels die Ähnlichkeit mit der Harry Potter-Reihe, denn die Akademie ist ein Schloss und die Gestaltung erinnert doch sehr stark an Hogwarts – fehlen eigentlich nur noch die Zauberstäbe. Schön wäre es jedoch gewesen, wenn man seitens der Entwickler noch ein wenig mehr in die technische Darbietung der eigentlichen Spiele gelegt hätte, denn hier kommt kaum richtig Stimmung auf und das Drumherum wirkt doch meist karg und langweilig. Immerhin präsentiert sich das Ganze in 480p und 16:9.

Der Sound kann leider überhaupt nicht punkten, denn die Musik hat in etwas so viel zu bieten wie die aktuelle Offensive der Berliner Hertha. Die sonstigen Soundeffekte sind zudem meist recht übertrieben, passen aber dennoch zum Arcade-Feeling. Präsentiert wird der Sound sogar in Dolby Pro Logic II.

Fazit

Ubisoft spricht mit Academy of Champions ganz klar das jüngere Publikum an, sodass 12-jährige Jungs und Mädels mit Spaß am Fußball hier sicherlich für einige Stunden gut unterhalten werden. Ältere Spieler und Fußball-Spezis hingegen werden lediglich ein müdes Lächeln für den Titel übrig haben, sind sie mit FIFA und PES auf Wii doch deutlich besser bedient. Den Vergleich mit Nintendos Arcade-Fußballspiel Mario Strikers Charged kann Academy of Champions auch nicht wirklich halten, denn dieser vermag auch ältere Semester vor die Konsole zu fesseln. Die Dreingabe der spielbaren Ubisoft-Charaktere sei jedoch noch mal positiv erwähnt, stellt sie unter dem Strich jedoch keinen ernsthaften Kaufgrund dar. Jüngere Spieler dürfen gerne zugreifen, wer hingegen ernsthafte Fußballkost sucht, sollte lieber die Finger von diesem Titel lassen.

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