Hands-On: Sonic und die Geheimen Ringe

Wir hatten die Möglichkeit, bei Sega in München als einziges deutschsprachiges Wii-Onlineportal Sonic und die geheimen Ringe vom Creative Producer / Game Director Yojiro Ogawa höchst persönlich präsentiert zu bekommen und natürlich auch selber anzuspielen. Was wir zu berichten haben, das lest ihr in unserem folgendem Hands-On-Bericht.

Die Story

Sonic wird eines Tages aus seinem Schlaf gerissen von Shahra, ein Flaschengeist aus dem bekannten Märchen Tausendundeine Nacht. Shahra braucht dringend die Hilfe des blauen Igels, denn ihre Welt, das Märchenbuch, wird von einem bösen Geist namens Erazor bedroht. Dieser verdreht die Geschichte zu seinen Gunsten, in dem er die Buchstaben und Sätze durcheinander wirbelt. Sogar die echte Welt will er in Angst und Schrecken versetzen. Sonic bleibt da also nichts anderes übrig, als sich mit Shahra in die Märchenwelt zu begeben und die Pläne Erazors zu durchkreuzen, indem er die Geschichte wieder in die richtige Bahn bringt.

Zurück zu alten Stärken

Sonic und die geheimen Ringe besinnt sich wieder ganz auf den pfeilschnellen Igel. Im Gegensatz zu vorhergegangenen Versionen, wird in der exklusiven Wii-Version wieder ausschließlich mit Sonic gespielt. Allerdings tauchen die altbekannten Freunde von Sonic im Verlauf des Spiels in Gewändern aus Tausendundeine Nacht auf, so z.B. Eggman, der auch als Sultan eine gute Figur macht.

So steuert man den Igel

Sonic läuft von ganz alleine auf mehr oder weniger vorgegebenen Pfaden. Klingt vielleicht im ersten Moment, als wäre keine richtige Kontrolle möglich – dem ist aber ganz und gar nicht so. Sonic kann mit der Wii-Remote, die quer gehalten wird, ähnlich wie bei Rennspielen, per Neigungsbewegungen nach rechts und links gelenkt werden. Mit dem 2-Knopf springt der Igel hoch. Wird der Kopf nur kurz betätigt, macht Sonic einen kleinen Hüpfer. Hält man den 2-Button aber länger gedrückt, so kann man auch höhere Sprünge ausführen – je länger 2 gedrückt wird, desto höher der Sprung. Ist Sonic einmal in der Luft, kann mit erneutem Drücken des 2-Knopfes der Sprung abgebrochen werden, falls notwendig. Wird hingegen die Wii-Remote nach vorne gestoßen, kann eine Attacke ausgeführt werden. Hierzu werden durch grüne Markierungen die Gegner oder Gegenstände anvisiert. Während des Sprungs verfärben sich diese Markierungen dann rot – jetzt kann die Attacke ausgeführt werden. Auch lassen sich ganze Kombinationen damit ausführen, sodass von einem attackierten Ziel direkt das nächste angegriffen werden kann.

An manchen Stellen ist es erforderlich, dass Sonic stoppt. Dies kann per 1-Knopf bewerkstelligt werden. Wenn Sonic still steht, kann durch Kippbewegung der Wii-Remote nach hinten der Igel die Richtung ändern, er läuft dann den Weg also rückwärts.

Nützliche Objekte

Im Verlauf des Spiels trifft man auf verschiedene Gegenstände, die einen an scheinbar unerreichbare Stellen befördern können. Beispielsweise gibt es die fliegenden Töpfe. Steigt Sonic in einen solchen ein, muss die Wii-Remote schnell abwechselnd nach oben und unten bewegt werden. Die Flügel des Topfs setzen sich in Bewegung und der Topf fliegt so nach oben, um hohe Stellen zu erreichen.
Ebenfalls nützlich ist das Katapult. Hierzu muss die Wii-Remote nach hinten bewegt werden und dann anschließend stoßartig nach vorne. Der Igel wird je nach Geschwindigkeit des Stoßes entsprechend weit oder hoch katapultiert. Ebenfalls für weit entfernte Ziele eigenen sich der fliegende Teppich und der sog. Luftwerfer, die an verschiedenen Stellen in den Level auftauchen.
Besonders hohes Tempo kann Sonic durch das Benutzen von Grind-Stangen erreichen. Einfach mit Sonic auf eine solche Schiene aufspringen und dann den 2-Knopf drücken. Soll das Tempo reduziert werden, reicht das Drücken des 1-Knopfes.

Grafik und Sound

Sonic und die geheimen Ringe macht einen optisch sehr soliden Eindruck. Die Grafik ist im Vergleich zu anderen Wii-Titeln definitiv auf höherem Niveau anzusiedeln. Die Framerate scheint sehr konstant zu sein, denn auch bei den schnellsten Sprints durch die Level läuft alles sehr flüssig.
Das Leveldesign ist ebenfalls hervorragend gelungen. Das 1001-Nacht-Feeling kam in den von uns gespielten Level sehr schön herüber durch die liebevolle und oft surrealistische Gestaltung. Auch die Sound- und Musikgestaltung fügte sich nahtlos in die Märchenstimmung ein.

Story- und Party-Modus machen Sonic zu einem 2-in-1-Titel

Neben dem Story-Modus beinhaltet Sonic und die geheimen Ringe auch einen Party-Modus, der alleine oder bis zu vier Spielern gespielt werden kann. Insgesamt 40 Minispiele wurden hier von den Entwicklern integriert. Wir haben das Geigenspiel angespielt, in dem die Wii-Remote wie ein Geigenbogen gehalten und eine vorgegebene Melodie nachgespielt werden muss. Hier kommt es vor allem auf das richtige Rhythmus-Gefühl an. Auch sehr witzig ein weiteres Minispiel, in dem per Lanze zugeworfenes Obst aufgespießt werden muss.

Spielumfang

Laut Yojiro Ogawa besitzt der Story-Modus einen Umfang von 30 bis 40 Stunden, um alle Geheimnisse zu lüften. Sonic kann nämlich bis zu 100 Eigenschaften im Spielverlauf erlernen. Beispielsweise kann dem Igel eine Turbo-Leiste hinzugefügt werden, sodass nach dem Einsammeln von notwendigen Perlen diese aufgefüllt wird und dann nach Aktivierung in Schallgeschwindigkeit durch das Level gesprintet werden kann.
Wer jedoch einfach durch die Level rennen möchte, ohne alle Items einzusammeln, der kann auch bereits in ca. 15 Stunden dem Endgegner gegenüber stehen.
Der Party-Modus ist komplett separiert zu betrachten und fesselt sicherlich noch einmal einige Stunden mehr an den Bildschirm. Hier steht der Multiplayerspaß natürlich im Vordergrund und spricht unserer Einschätzung nach wirklich alle Altersgruppen an.

Unsere Einschätzung

Sonic und die geheimen Ringe scheint Sega einen wirklichen Hit landen zu können. Das Ur-Spielprinzip der Sonic-Reihe steht hier wieder im Vordergrund: in hoher Geschwindigkeit durch unterschiedlichste Level rasen, Ringe einsammeln und diverse Gegner erledigen. Die Grundsteuerung mit der Wii-Remote ist ziemlich intuitiv und schnell erlernt. Ogawa-san z.B. spielte fast ausschließlich mit einer Hand. Aber auch optisch kann der Titel überzeugen und die Story ist im wahrsten Sinne des Wortes märchenhaft.

Ich freue mich tierisch auf das Spiel und kann es kaum erwarten, endlich in vollen Zügen mit dem blauen Igel durch die Welten zu fegen und auch der Multiplayer-Modus macht Lust auf mehr. Wenn die ersten Eindrücke, die ich bekommen konnte, auch im restlichen Spiel bestätigt werden können, dann sollte die Bewertung irgendwo zwischen 8 und 9 landen – ein toller Titel steht uns also bevor!

Interessante Fakten

– Sega hatte für die Entwicklung des Spiels nur halb so viel Zeit zur Verfügung als gewöhnlich, somit musste das Entwicklungsteam verdoppelt werden. Die Staff-Liste fällt entsprechend groß aus.

– Das Sonic Team konnte alle Ideen in das Spiel integrieren, lediglich eine Verwendung der WiiConnect24 konnte mangels Informationen von Nintendo nicht verwirklicht werden.

– Das Hauptaugenmerk lag bei der Entwicklung auf der neuartigen Steuerung der Wii-Konsole und weniger auf der Technik.

– Sonic und die geheimen Ringe erscheint am 9. März 2007 exklusiv auf Nintendo Wii.

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