Testbericht: Zombie Panic in Wonderland

Es gibt mal wieder ein Erstlingswerk zu begutachten! Mit Zombie Panic in Wonderland schicken die spanischen Akaoni Studios ihr Debut ins Rennen. Ob die Zombies die Weltherrschaft an sich reißen oder ob ihnen auf der Zielgeraden die Puste ausgeht? Lest es in unserer Review des Funshooters.

Verliebte Zombies und duftende Zwerge

Eine Horde „Amorous Zombies“, die ihre Gegner zu Tode umarmen sowie einige weitere Schergen des Bösen haben die Zwerge aus dem Königreich Wonderland entführt und Duftzwerge sorgen dafür, dass sich der herzlose Blechmann im Wald komisch verhält. Ihr als Held macht Euch natürlich sofort auf, den Zombies den Garaus zu machen. Soviel zur groben Story…

Im Menu wählt Ihr Euch zuerst einen von drei Speicherständen aus und dann kann es auch schon los gehen. Das Spiel lebt natürlich in erster Linie vom Storymodus. Unter dem Punkt Arcade kann man später allerdings die Level, die man bereits erfolgreich gemeistert hat, nochmals spielen. Zu Beginn hat man als Held nur einen gewissen Momotaro in zwei verschiedenen Outfits zur Auswahl. Sieben weitere Charaktere, unter anderem ein schießwütiges Schneewittchen, begegnen Euch noch während des Spiels, die Ihr dann ab diesem Zeitpunkt als frei geschaltet bezeichnen könnt. Doch kommen wir nun zum Spiel.


Quietschbunt und Japanesque

Mit ein paar Comicstrips inklusive Untertitel und Musik werdet Ihr auf jede Stage vorbereitet. Dort fällt schon auf, dass die Mucke während der Zwischensequenzen durch ein leichtes permanentes Knacken unterlegt ist. Jeder, der mal eine schlecht komprimierte MP3-Datei gehört hat weiß, was ich meine. Zudem sind die Texte in der Form nicht ordentlich angepasst und inhaltlich – sagen wir mal – sehr simpel gehalten. Da schwante mir doch schon Böses, was die Qualität dieses Spiels angeht … sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten?

Hinein ins Geschehen: Kaum im Dorf angekommen, fallen schon die ersten Zombies über Euch her. Bewaffnet seid Ihr mit einer Standard-MP, einem Granatwerfer und einer etwas gewaltigeren vollautomatischen Waffe. Zudem habt Ihr noch die Möglichkeit die Schergen des Bösen mittels Flammenwerfer zu grillen. Während Ihr für die Standardwaffe unendlich viel Munition habt, müsst Ihr für die restlichen Waffen immer wieder Munition sammeln, welche von niedergemetzelten Gegnern gedroppt werden. Somit gilt es auch, die exklusivere Bewaffnung mit Bedacht einzusetzen. Geschossen wird mit dem B-Knopf, den Granatwerfer löst Ihr mit dem A-Knopf aus. Euren Helden steuert Ihr mit dem Control-Stick des Nunchuks. C sorgt für einen Waffenwechsel, Z lässt Euch mit einem Hechtsprung allem ausweichen, was Euch Eure Gegner so entgegen schleudern.

Die Szenarien sind dabei knallbunt und mit viel Liebe zum asiatischen Detail dargestellt. Auch bei den Gegnern zeigten die Entwickler viel Einfallsreichtum, wenn man sich anschaut, wer da alles zum Zombiedasein verdammt wurde: Sumo-Ringer, Robin Hood, der Weihnachtsmann … ja – auch den lieben Santa hat’s erwischt und er hat alles andere als Geschenke dabei.

Moorhuhn meets Superball

Insgesamt gibt es neun Level zu bestehen. Nach jeweils dreien wartet ein Endboss auf Euch. Was sich bisher noch alles nach lustigem und interessantem WiiWare-Titel anhörte, das endet alles beim Gameplay. Es erinnert halt doch alles ein bisschen zu sehr an Moorhuhn – darüber können auch nicht die skurrilen Gegner hinwegtäuschen. Obwohl man hin und wieder im Spiel sogar traurigerweise Moorhuhn-Zombies zu Gesicht bekommt! Euer Held lässt sich nur in der Horizontalen bewegen. In den ersten sechs Welten ist es noch nicht mal ein Problem die ganze Zeit nur dämlich von rechts nach links und umgekehrt zu laufen ohne von den Gesteinsbrocken oder Bumerangs getroffen zu werden, die die Gegner auf Euch abfeuern.
Erinnert Ihr Euch an dieses unsägliche „Superball“ mit dem Sat.1 die Zockerseele von Rentnern und Hausfrauen heimsuchte? Genau so funktioniert das letztlich auch bei Zombie Panic in Wonderland!

Im Endeffekt hätte ich das Gameplay auch simpler beschreiben können: Haltet den B-Knopf gedrückt und bewegt den Control-Stick links-rechts-links … und das solange, bis die Stage gesäubert ist. Wann dies soweit ist, das erfahrt Ihr mittels einer prozentuellen Anzeige am unteren Bildschirmrand. Die Zeit, in der Ihr ein Level zu meistern habt, ist begrenzt – allerdings kamen wir bei unserem Test nie in zeitliche Schwierigkeiten. Später muss man dann doch auch hin und wieder das Ausweichmanöver nutzen – das macht den Spielablauf aber auch nicht zwingend anspruchsvoller. Ebenso wenig Sinn macht das Freispielen der Charaktere im Spiel, da sie sich sowieso in nichts außer der Optik unterscheiden.

Sobald Ihr einmal getroffen werdet, verliert Ihr ein Leben. Zu Beginn habt Ihr derer drei, jedoch lassen Eure Gegner nach dem Ableben neben Munition und Zeitboni auch hin und wieder ein 1Up fallen. Es kann Euch jedoch bei der Itemsammlerei durchaus mal passieren, dass Ihr von einem Geschoss getroffen werdet. Denn gerade durch die Horden an Gegnern und diese wirklich irre bunte Welt könnt Ihr leicht fehlgeleitet werden, denn die Items fliegen genauso auf Euch zu wie manche Geschosse. Das macht die ganze Angelegenheit ein wenig undurchsichtig.

Außerdem habt Ihr noch die Möglichkeit sämtliche Objekte auf der Map zu zerstören. Egal ob Häuser, Mauern, Grabsteine, Bäume, egal ob Gebäude von Freund oder Feind: Es kann einfach alles zerstört und in Brand gesetzt werden – und auch hier wird hin und wieder mal ein bisschen Muni in Eure Richtung geschickt. Kurz vor Ende der Stage erscheint ein Zwerg, der einfach ein bisschen dämlich mitten im Kreuzfeuer vor Eurer Nase rumtanzt und -läuft. Dies ist das Signal, dass Ihr den Abschnitt bald geschafft habt. Treffen könnt Ihr ihn nicht, und somit wären alle Möglichkeiten aus dem Wege geräumt, dass ein Schuss auch mal in die Hose gehen kann. Wie gesagt: B-Knopf halten und alles wird gut!

Nervfaktor = hoch!

Durch dieses viiiiiiieeeeeel zu einfache Gameplay haben die Jungs von Akaoni leider noch so jeden witzigen Ansatz im Keim erstickt. Sehr schade, denn zwischen meinen Gähnattacken musste ich doch öfter über so manchen Gegner schmunzeln. Im Multiplayer wird das Spiel zwar noch einfacher, aber nicht wirklich besser. Ich hab das Spiel mit ein paar Versuchspersonen im Multiplayermodus gestestet – witzig fanden es alle die ersten fünf Minuten, dann waren sie genervt. Stellt sich die Frage, ob man 1.000 Wii Points für fünf Minuten Spielspaß ausgeben mag?

Fazit

Die Grafik ist phantasievoll, witzig, überdreht und detailreich. Die musikalische Untermalung in den Stages ist durchweg asiatisch – von traditionell bis modern, aber abgesehen auf die Musik in den Zwischensequenzen von guter Qualität. Alles in allem wirkt es aber wie eine riesige, stylische Verpackung für wenig Inhalt. Selbst die asiophilsten User unter Euch sollten zuerst versuchen das Game bei jemandem Probe zu spielen. Eine Demo wäre bei einem solchen Titel hilfreich gewesen. Hätte Akaoni Zombie Panic in Wonderland als kostenloses Browsergame herausgebracht, wären die Chancen ganz gut gewesen, den ein oder anderen Arbeitnehmer im Büro in der Mittagspause zu bespaßen. Aber umgerechnet zehn Euro sind für dieses Spiel einfach zu viel.

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