Testbericht: Yetisports: Penguin Party Island

Kennt noch jemand die lustigen Flashgames mit dem Yeti und den Pinguinen? Yetisports? Na klar! Und was hat es zumindest die ersten zwei Minuten für einen Spaß gemacht, mit einem Baseballschläger auf Pinguine zu dreschen und sie somit möglichst weit über das Eis zu befördern. Nun hat es ein Spiel namens Yetisports Penguin Party Island auf Nintendos weiße Daddelkiste geschafft. Von der Farbe her passt das winterliche Game zur weißen Konsole. Doch passt auch der Spielspaß? Wir haben uns für euch auf die Partyinsel begeben und das Game auf Herz und Nieren getestet.

Hier tanzen die Pinguine im Bast-Rock!

Ganze 30 Minuten hat es gedauert, dann habe ich meine Wii wieder ausgeschaltet. Nicht aus Frust über das Game, wobei dies bei Yetisports Penguin Party Island auch durchaus hätte der Fall sein können. Nein, weil ich inklusive Pinkelpause nicht länger als eine halbe Stunde gebraucht habe, um mich durch die Optionen zu klicken, die Punkteranglisten zu betrachten und nebenbei noch das komplette Spiel durchzuspielen. Yetisports Penguin Party Island bietet euch nämlich die sensationelle Anzahl von sage und schreibe 9 (in Worten: NEUN!) Minispielen, die ihr im Wettkampf der Reihe nach absolvieren dürft. Habt ihr euch ein Profil erstellt und euren Pinguin-Avatar gewählt, geht es auch schon los. Die Reihenfolge der Minispiele ist dabei im Wettkampf fest vorgegeben.

Und schon dürft ihr mit Farbbeuteln auf einen Yeti am Drehrad werfen, an einem Pelikan hängend durch den Dschungel fliegen, an einem Seil nach oben klettern, auf einem Floß fahren, eine Wand erklimmen … *gähn* Ich denke ihr könnt es euch in etwa vorstellen. Vor dem Spiel wird euch die Steuerung kurz erklärt, wobei diese nicht immer so funktioniert, wie es sein sollte. Somit wird das Absolvieren der Minigames teils zum Glücksspiel, was nicht gerade den Spielspaß fördert. Hätte ich aufgrund der hakeligen und zum Haare raufenden Steuerung nicht über sechs Minuten für das Erklimmen der Kletterwand gebraucht, wäre das Game noch schneller aus dem Slot meiner Wii verschwunden. So kämpfte ich mich wacker die Wand hoch und bin froh, dass die Damen und Herren von Independant Arts Software bisher kein Jump’n’Run auf den Markt geworfen haben. Und sollten sie das jemals tun, werde ich das Game ganz sicher nicht testen. Doch zurück zu meiner eigentlichen Aufgabe: Nach jedem Minispiel erhält man Punkte, die am Ende des Wettkampfes addiert werden. Die Punkte lassen sich nicht nur lokal, sondern – man höre und staune – auch in einer Online-Rangliste vergleichen. Gleich beim ersten Durchlauf konnte ich mich hierbei übrigens bei „Cheese or Freeze“ auf einen sensationellen neunten Rang katapultieren! Wer seine Freunde mal so richtig ärgern möchte, lädt sie zu einer Runde Yetisports Penguin Party Island ein. Der Titel lässt nämlich bis zu vier Spieler gemeinsam an der Konsole sitzen. Geteiltes Leid ist ja auch bekanntlich halbes Leid. Die Minispiele lassen sich dabei natürlich auch einzeln auswählen, so dass man seine favorisierten Minigames immer wieder und wieder spielen kann. Juhuu.

Was auf die Augen?

Wenn man schon spielerisch nicht gerade glänzt, kann man mit Yetisports Penguin Party Island dann wenigstens im technischen Bereich glänzen? Ich weiß, das ist eine rhetorische Frage. Natürlich lockt der Titel auch optisch niemand hinter dem Iglu hervor. Die Charaktere der Pinguine sind nicht mehr als eine schlechte Raving Rabbids-Kopie, ohne jedoch auch nur ansatzweise deren Charme zu versprühen. Der Yeti dagegen verkommt zum bloßen Countdown-Männchen, bzw. zur Zielscheibe der Farbbeutel. Die Hintergründe der verschiedenen Minispiele sind passabel gestaltet und meist recht bunt. Jüngere Spieler werden sie recht nett finden. Insgesamt leiden sie allerdings genauso an Detailarmut wie sie an matschigen Texturen zu viel abbekommen haben. Positiv erwähnen muss man allerdings, dass alles technisch sauber abläuft und dem Spiel neben dem 60 Hz- auch ein 480p-Modus spendiert wurde. Und die Ladezeiten zwischen den Games sind wirklich verdammt flott, was das Übel auf dem Bildschirm erstaunlich schnell vorbei gehen lässt.

Der Sound geht dagegen ziemlich unter. Ich musste mich anstrengen, um die Hintergrundmusik überhaupt zu bemerken. Die Soundeffekt sind ziemlich dröge und wiederholen sich schnell. So mancher Effekt geht einem als Spieler schnell auf den Keks. Eine Meisterleistung sieht also auch in Sachen Sound anders aus. Eine Sprachausgabe sucht man zudem vergeblich. Diese hätte ich ehrlich gesagt aber auch nicht erwartet.

Fazit

Gibt es somit überhaupt einen Grund sich Yetisports Penguin Party Island zu kaufen? Nein. Gibt es einen Grund das Spiel überhaupt zu spielen? Ebenfalls nicht. Mit den bekannten Flashgames hat man neben dem Tiefgang nur den Namen gemeinsam. Erstmals bin ich mit dem Schreiben des Testberichts übrigens länger beschäftigt als mit dem Durchspielen des Games. Das sagt schon alles über den Umfang von Yetisports Penguin Party Island aus. Die öde Technik sowie die teils nicht funktionierende Steuerung sind weitere Gründe dafür, warum man sich lieber für eine halbe Stunde in die Gefriertruhe setzen, als dieses Game zocken sollte.

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