Testbericht: Splinter Cell: Double Agent

Zum vierten Mal setzt Sam Fisher sein Nachtsichtgerät auf – aber zum ersten Mal auf der Wii. Schleicht der Top-Agent auch auf Nintendos neuster Konsole in Richtung einer Traumwertung oder setzt er die Mission total in den Sand?

Schleich dich!

All diejenigen, die Splinter Cell bereits kennen, wissen, worum es geht: als Top-Agent Sam Fisher erhaltet ihr verschiedene Aufträge, die ihr erfüllen sollt. So müsst ihr meistens in ein Versteck einer Organisation gelangen, um Informationen des Gegner zu spionieren. Dies geht allerdings nicht einfach mit einer wilden Schießerei, denn euer Ziel ist es, nicht entdeckt zu werden. Ihr müsst bedenken, dass ihr nur alleine unterwegs seid und keine Verstärkung rufen könnt. In Double Agent gibt es diesbezüglich allerdings eine Neuerung: ihr seid nun zu zweit unterwegs und könnt dadurch verschiedene Passagen wie z.B. eine höhere Ebene per Räuberleiter bewältigen. Ihr könnt die Missionen auch zu zweit mit einem eurer Freunde im Co-Op-Modus bewältigen. Aber auch zu zweit ist es natürlich unmöglich, einem Dutzend Gegner gegenüberzustehen.

Euer bester Freund in diesem Spiel ist die Dunkelheit. Wenn ihr an Personen vorbei schleichen wollt, müsst ihr unbedingt darauf achten, dass ihr euch erstens nicht an zu hellen Stellen aufhaltet und zweitens keine Geräusche von euch gebt. Wichtig beim Schleichen ist deshalb, dass ihr jeden Schritt genau einplant und dass ihr genau wisst, wo ihr an euren Gegnern vorbei schleichen wollt. Ihr müsst daher die Umgebung genau studieren, da es meistens mehrere Wege ans Ziel gibt. Doch welcher ist der beste? Soll ich jetzt links durch den dunklen Bach marschieren oder soll ich rechts am Abwasserrohr hoch klettern? Wo stehen die Gegner? Welche Wege marschieren sie? Wann schauen sie wohin und wann drehen sie mir den Rücken zu? Gibt es vielleicht noch Kameras, die mich beobachten? Oder gar Laserschranken die den Alarm auslösen? Das sind alles Fragen, die ihr euch vor den nächsten Schritten stellen solltet, um die Mission erfolgreich zu bestehen. Die Missionen sind natürlich sehr abwechslungsreich gestaltet, sodass ihr wirklich immer wieder neu vorgehen müsst. Ihr merkt wahrscheinlich, das Spiel braucht zum Teil sehr viel Geduld wenn ihr weiterkommen wollt. Dieses Vorgehen bedeutet aber trotzdem nicht, dass ihr keine Gewalt ausüben könnt. Denn wenn ein einzelner Gegner seine Route abläuft und er euch im Weg ist, dann zückt ihr kurz eure Pistole mit Schalldämpfer und schon habt ihr ein Problem weniger. Dies ist nicht nur mit euren Schusswaffen machbar, denn Sam verfügt auch über ein paar sehr nützliche Handgriffe, die ihr z.B. von hinten oder auch von oben anwenden könnt. Der Gegner weiß nicht einmal, was hier vor sich geht und schon liegt er am Boden.

Sams Technik-Zubehör

Was wäre ein Agent ohne jeglichen technischen Schnickschnack? Er würde wahrscheinlich schon bei der ersten Mission scheitern. Deshalb kann natürlich auch Sam auf vielerlei Dinge zurückgreifen, wie z.B. eine Kabelkamera. Mit diesem Hilfsmittel könnt ihr unter jedem Türspalt hindurch spionieren um zu wissen, ob die Luft rein ist oder nicht. Wenn sich Personen im anderen Raum aufhalten, könnt ihr die Türe auch leise öffnen. Die Geschwindigkeit könnt ihr selber per Analog-Stick beeinflussen. Auch kann es vorkommen, dass eine Tür verschlossen ist. Aber auch dies ist für Sam kein wirkliches Problem: mit der Wii-Remote könnt ihr versuchen, das Schloss zu knacken, was meist zum Erfolg führt.
Ein weiteres Gerät befindet sich in einer eurer Waffen, um Kameras, Laserschranken etc. zu stören. So kommt ihr unbemerkt an diesen Überwachungsgeräten vorbei. Es gibt natürlich noch diverse andere Hilfsmittel, aber das Wichtigste muss noch genannt werden: euer Nachtsichtgerät. Ihr seid an sehr vielen Stellen auf dieses angewiesen, da ihr euch ja möglichst viel im Dunkeln aufhaltet und trotzdem sehen wollt, was vor eurer Nase passiert. Das Gerät lässt sich auch umschalten, so könnt ihr also z.B. auch Wärme oder Computer und andere elektronischen Geräte verstärkt sehen.

Steuerung

Nun kommen wir leider zum größten Schwachpunkt in Splinter Cell: Double Agent – die Steuerung. Es scheint, als wäre es wirklich schwieriger geworden als gedacht, die Steuerung von Splinter Cell auf die Wii-Remote und den Nunchuk umzusetzen. Es gibt sicherlich ein paar innovative Dinge, die im Spiel genutzt werden können (z.B. Türschlösser knacken), aber im Großen und Ganzen ist die Steuerung einfach nicht gut genug gelungen. Bis man schon allein mit der Steuerkreuz-Belegung klar kommt, dauert es eine ganze Weile. Geschweige denn von den Nunchuk-Belegungen (Springen, Ducken, KO-Angriff, Sekundärwaffe, mit der Schulter zur Wand etc.). Die Kamerasteuerung macht zudem laufend Probleme, denn diese wird mittels Bewegungen der Wii-Remote verändert. So kommt es an manchen Stellen vor, dass die Kamera hängen bleibt oder dass man sie nicht mehr ausgeglichen hinter Sams Rücken platzieren kann. Hinzu kommt auch, dass Sam über eine so große Auswahl an verschiedenem Zubehör hat, dass man meistens nicht gleich beim ersten Anlauf das richtige Item erwischt. Es fehlt letztendlich jeglicher Überblick über die Steuerung.

Technik

Wer bei Splinter Cell: Double Agent kein grafisches Meisterwerk erwartet hat, der wird bestimmt weniger enttäuscht als die anderen. Denn grafisch bewegt sich das Spiel definitiv nicht auf dem Wii-Niveau, was man aber damit entschuldigen kann, dass es im Grunde eine GameCube-Portierung ist. Soundmäßig ist im Spiel nicht allzu viel enthalten, da es meistens recht ruhig zugeht. Dies passt aber zu der Atmosphäre – Musik wäre hier völlig fehl am Platz. Die Geräusche von Sam und den anderen Personen sowie der Umgebung können gut abgeschätzt werden um zu wissen, ob man vom Gegner gehört wird oder nicht (auch ohne Anzeige). Erwähnenswert ist allerdings die deutsche Sprachausgabe, die sehr gut gelungen ist.

Fazit

Splinter Cell: Double Agent überzeugt mit den einmal mehr gelungenen Missionen, die viele abwechslungsreiche Schleichpassagen bieten. Das Spiel leidet aber deutlich unter der Steuerung, an der Ubisoft noch dringend hätte feilen sollen. Zudem beinhaltet das Spiel meiner Meinung nach langsam einfach zu viel technisches Material, welches man anwenden kann. Man sollte die besten Dinge aussuchen, die man auch wirklich gebraucht und den Rest vergessen.
Fans der Splinter Cell-Serie können aber ohne weiteres zugreifen, allerdings empfehle ich die GameCube-Version.

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