Testbericht: Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer

Über 40 Jahre ist es nun her, dass die Serie „Scooby-Doo!“ erstmals über die Mattscheiben flimmerte. Auch in Form von Videospielen wurde die Truppe rund um den schreckhaften Hund Scooby-Doo und seine menschlichen Kollegen von der Mystery Inc. schon mehrfach bedacht. Dass man sich an diese Titel nicht erinnern kann, wird wohl mit deren eher durchschnittlichen Qualität zu erklären sein. Ob die aktuelle Umsetzung „Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer“ etwas daran ändert? Wir haben für euch das Rätsel gelüftet.

Es darf gerätselt werden…

Wie es sich die Mystery Inc. gehört, hat man sich auf das Lösen von geheimnisvollen Fällen konzentriert. Die Truppe bestehend aus Shaggy, Fred, Velma, Daphne und Scooby-Doo selbst wird dabei in vier verschiedenen Episoden mit allerlei Rätseln konfrontiert. Vom Grundprinzip her hat man es bei Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer mit einem reinrassigen 3D-Plattformer zu tun. Dieses scheinbar langsam aussterbende Genre erlebte einst mit dem Erfolg der Polygongrafik in den letzten beiden Konsolengenerationen einen gewaltigen Aufschwung. Klassenprimus Mario selbst machte es in seinem 64er-Abenteuer vor, Crash Bandicoot, Spyro the Dragon und unzählige Kollegen machten es ihm nach. Scooby-Doo und seine Freunde hüpfen ebenfalls durch die einzelnen Levels und machen es sich dabei zunutze, dass jeder Charakter mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet wurde. Während Scooby-Doo selbst beispielsweise problemlos durch Klappen schlüpfen kann, kann Shaggy einen Enterhaken werfen, Fred als Muskelprotz kann schwere Gegenstände verschieben und so weiter und so fort. Allen ist die Fähigkeit gewaltige Hiebe auszuteilen gemeinsam. So verdreschen sie in bester Final Fight-Manier nicht nur ihre Widersacher, sondern legen auch unzählige Objekte wie Tonnen, Lampen, Bänke und dergleichen mehr in Schutt und Asche. Zerstörte Objekte hinterlassen dabei stets jede Menge Scooby Snacks. Diese dienen als eine Art Zahlmittel und lassen euch unter anderem neue Kostüme kaufen, die euren Charakteren weitere Fähigkeiten verleihen. Da die Scooby Snacks allerdings in jeder Stage stets in rauen Mengen vorhanden sind, geht das Flair des Besonderen verloren und man empfindet es schnell als lästig, die unzähligen Snacks aufsammeln zu müssen.

Während jeder Episode wechselt man übrigens mehrere Male zwischen den einzelnen Pärchen hin und her. Man startet beispielsweise mit Scooby und Shaggy, wobei man sich einen Weg in die Schule bahnen soll. Sobald Scooby einen Weg durch eine Klappe gefunden hat, springt der Spieler zu den nächsten Protagonisten, die nun auf ihrem Weg über die Sportanlage ihr Glück versuchen. Man versucht somit zumindest Abwechslung groß zu schreiben und auch die Sonderfähigkeiten der einzelnen Protagonisten immer wieder ins Spiel zu bringen. Das ist auch bitter notwendig, denn sonst wäre Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer ein ziemlich dröger Buttonmasher mit gelegentlichen Hüpfpassagen. Das äußert sich auch darin, dass sämtliche Besonderheiten der Wii-Steuerung außer Acht gelassen wurden. Spieler dürfen aus diesem Grund aber auch zum Classic Controller greifen, um mit Scooby-Doo und seinen Freunden die Levels zu erforschen. Erfahrene Spieler werden das Game dennoch binnen weniger Stunden durchgezockt haben. Jüngere Semester kommen dagegen durchaus für eine gewisse Weile auf ihre Kosten, können nur meist mit der Serie selbst wohl nicht allzu viel anfangen. Richtige Fans von ScoobyDoo dagegen werden vom Gameplay unterfordert werden und wundern sich über das ein oder andere Detail, welches nichts mit dem Serienvorbild gemeinsam hat – ein Teufelskreis.

Geheimnisvoll oder gruselig?

Aus technischer Sicht ist Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer im absoluten Mittelfeld anzusiedeln. Für ein Spiel seines Genres macht der Titel relativ viel richtig und eigentlich nichts so wirklich verkehrt. Dennoch bleiben vor Erstaunen offen stehende Münder natürlich aus. Die Spielfiguren sind nett animiert worden und wirken authentisch. Die Schauplätze und Areale wurden meist stimmungsvoll umgesetzt, es fehlt nur in der Regel ein wenig an Details. Herumstehende Gegenstände wiederholen sich recht oft, was die Lebendigkeit der Locations etwas hemmt. Die Zwischensequenzen sind recht gut geworden und erzählen die Story der einzelnen Episoden weiter. Alles in allem merkt man aber klar, dass Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer auf ein jüngeres Publikum abzielt, weshalb man Special Effects vergeblich sucht und man sich stattdessen auf bunte Grafiken verlassen hat, die das Flair des Spiels recht passabel vermitteln.

In Sachen Sound hat man sich immerhin die Mühe gegeben das Game komplett deutsch zu synchronisieren, was ein Lob verdient. Die Musikuntermalung ist dagegen eher von der unscheinbaren Sorte und auch mit den mittelmäßigen Soundeffekten kann man niemanden mehr hinter dem Ofen hervor locken. Zur Atmosphäre des Titels trägt man aber immerhin bei.

Fazit

Fans von Scooby-Doo dürfte dessen aktueller Ausflug in die Welt der Videospiele zu simpel sein. Die jüngere Zielgruppe dagegen wird nicht immer etwas mit den Charakteren der Serie anfangen können. An wen richtet sich also Scooby-Doo! Geheimnisvolle Abenteuer? Die Frage ist berechtigt. Das Game ist trotz netter Ansätze weder Fisch noch Fleisch und wurde offenbar an einer konkreten Zielgruppe vorbei entwickelt. Es macht zwar kurzzeitig Spaß und steuert sich auch passabel, mehr allerdings nicht. Somit sollten lediglich beinharte Serienfans sowie Eltern, deren Kinder keinen Wert auf den Bekanntheitsgrad der Spielcharaktere legen, ein Probespiel wagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.