Testbericht: Scarface: The World is Yours

Scarface? Ist das nicht ein altes Game? Dies dürfte die Frage sein, die sich die meisten Wii-Konsolenbesitzer mit Interesse an diesem Spiel gestellt haben. Allerdings haben sie sich diese Frage nicht zu unrecht gestellt, den Scarface kam schon im Oktober 2006 für andere Systeme auf den Markt. Was Vivendi dazu gebracht hat, dieses Game für die Wii zu bringen bleibt uns jedoch verborgen. Ob allerdings Scarface nur ein einfacher Port oder eine Bereicherung für die Wii ist, könnt ihr im folgenden Review erfahren.

Die Story

Als „Tony Montana“ versucht ihr ein Drogenimperium wieder aufzubauen, welches euch euer Erzfeind „Sosa“ genommen hat. Gespielt wird in einer GTA-ähnlichen Atmosphäre, in der ihr euch frei durch die Stadt Miami bewegen könnt. Dabei entpuppt sich Scarface gleich zu Anfang nicht als reine eins zu eins Filmumsetzung, denn anders als im Film wird Tony Montana nicht bei dem großen Massaker umgebracht – er überlebte es und konnte flüchten. Nach einiger Zeit taucht er wieder aus dem Untergrund auf um sein Drogenimperium neu auszubauen. Nebenbei will sich Tony an seinen Feinden von damals rächen.

Gameplay

Eure Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, Kontakte zu Dealern herzustellen, Drogendeals einzufädeln, weitere Gangster zu rekrutieren und noch vieles andere. Nebenbei ist es möglich, sich neue Autos und Boote zu kaufen oder euch Möbel und Dekoration für eure Villa zulegen. Auch neue Waffen warten nur darauf ihren Einsatz in deinen Händen zu erleben. Dabei ist das Zulegen von neuen Gegenständen für die Villa oder sogar eine komplette Renovierung nicht ganz sinnlos.
Sie dienen dazu, deinen Ruf aufzupeppen. Dies kann jedoch auch durch Einschüchterungen oder andere Dinge verbessert werden.
Schon bald bist du in der Lage, dir andere Autos und Boote zu zulegen oder auch neue Handlager zu rekrutieren. Auch neue Missionen können dadurch freigeschaltet werden. Aber nicht nur der Ruf muss verbessert werden, auch der Mumm sollte beachtet werden. Dieser dient dazu, den „Blinde-Wut“-Modus zu aktivieren, der es euch erlaubt für eine kurze Zeit in einer First-Person-Shooter-Optik eure Feinde zu erledigen. Dabei läuft die Zeit etwas langsamer als normalerweise und auch die Verwundbarkeit wird in diesem Zeitraum abgeschaltet. Zusätzlich seid ihr in der Lage, die Gegner mit nur einem Treffer zu töten. Wenn ihr Frauen in eure Villa einziehen lasst, könnt ihr so auch die Lebensenergie verbessern und die Zeit der Wutphasen verlängern.

Steuerung

Bevor ihr jedoch in die Story abtauchen dürft, müsst ihr erst ein Training in einem Camp absolvieren. Hier wird euch die komplette Steuerung erklärt und ihr könnt auch den Umgang mit selbiger trainieren. Anders als zum Beispiel bei der PC-Umsetzung von Scarface, ist die Steuerung relativ gut gelungen. Die Zielerfassung ist mit der Wii-Remote gut zu meistern, allerdings sollten hektische Bewegungen stets vermieden werden, denn sonst könnte es durchaus passieren, dass die Steuerung nicht mehr reagiert.
Auch anzumerken wäre, dass die Steuerung für Anfänger recht überladen ist. Geübte Wii-Spieler sollten allerdings mit der Fülle der Funktionen keinerlei Probleme bekommen.

Grafik

Die Grafik ist leider die große Schwäche von Scarface. Hier handelt es sich um eine 100%-Portierung der PS2-Grafik und die ist leider alles andere als auf dem neusten Stand der Technik.
Auch ein Kritikpunkt ist die Kameraführung, die zu sensibel regiert und dadurch hier und da Probleme im Spiel verursacht.
Im Test sind uns auch Darstellungsfehler aufgefallen, sodass auf einmal nach dem Laden einer Mission Texturen gar nicht mehr zu sehen waren. In einem anderen Fall war die Figur zwar auf dem Bildschirm präsent, aber nicht mehr steuerbar. Nach einem Restart der Wii-Konsole war jedoch alles wieder okay und man konnte mit dem alten Spielstand fortfahren.

Sound

Hier erwartet euch eine Fülle von Musikstücken, bei denen es einfach Spaß macht zuzuhören.
Die Soundeffekte für die Waffen klingen sehr realistisch – da macht es richtig Spaß, mit der AK47 die Gegend zu bearbeiten.
Auch die Sprachausgabe ist filmgerecht und hätte kaum besser umgesetzt werden können. Allerdings ist diese nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch, was aber nicht wirklich von Nachteil ist.

Spielspaß

Die offene Spielwelt in Scarface macht einfach richtig Spaß. Man kann mit dem Auto quer durch Miami cruisen oder auch mal eine kleine Fußtour einlegen. Die gelungene Story zieht euch bald in den Bann und auch die Aufgaben, die sehr vielseitig sind, lassen so schnell keine Langeweile aufkommen. Einen Multiplayer-Modus gibt es allerdings leider nicht.

Fazit

Aller Anfang ist schwer. Dies gilt bei Scarface für die Steuerung und besonders für die Kameraführung. Hat man sich jedoch daran gewöhnt, wird Scarface auch schnell sehr viel Spaß machen. Kleiner Wermutstropfen ist die doch teils sehr beschnittene deutsche Version des Spiels. Hier fehlen oft wichtige Inhalte zur Story, daher solltet ihr euch nach Möglichkeit die Uncut-Version zulegen. Ob ihr wirklich die 40 Euro in die Wii-Version von Scarface investieren oder doch lieber auf die deutlich günstigere PS2- bzw. X-Box-Variante zurückgreifen solltet, ist schwer zu sagen und muss wohl jeder für sich entscheiden. Für diejenigen unter euch, die gut mit der Wii-Remote umgehen können und somit ein anderes Spielgefühl erleben möchten, ist der Kauf der Wii-Version durchaus gerechtfertigt.

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