Testbericht: Ready 2 Rumble Revolution

Den ersten Kampf haben wir schon hinter uns und Karol scheint es auch noch gut zu gehen. Nun stellt sich der zweite Gegner des Review-Marathons in den Ring. „Ready 2 Rumble Revolution“ von Atari möchte unseren kämpferischen Redakteur nun auch auf die Probe stellen. Ob das Game ein würdiger Gegner war oder ob wir es knall hart auf die Bretter schicken mussten, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Hier der Kampfbericht!

Ready 2 Rumble!? Das kenne ich doch schon!

Wem der Titel des neuen Boxspiels von Atari bekannt vorkommt, der muss entweder ein Fan der Serie sein oder schon das ein oder andere Jährchen Gaming-Erfahrung auf seinen Schultern tragen. Der erste Teil erschien im September 1999 für die Dreamcast, wurde dann in Windeseile im Oktober für die PlayStation und das Nintendo 64 portiert. Ob man hier schon ahnte, dass die Traumblase in nicht ganz zwei Jahren platzen würde? Des Weiteren folgte noch ein zweiter Teil für den 64-Bit-Protz, danach wurde es aber ganz still und dunkel um das Game. Bis zum heutigen Tag!

Ohhhhhhhh mein Gott, da steht BRAT PITT!

Nehmen wir uns zunächst die Charaktere vor, denn da hat man sich wohl einmal in Hollywood umgeschaut und sich gedacht, dass es doch sicherlich super lustig wäre, wenn man sich mal mit Jack Black (School of Rock) und Brad Pitt (der mit der Jolie am Arm) ordentlich einen auf die Nuss geben könnte. Leider gab es wohl keine Lizenzen und so musste man auf Karikaturen zurückgreifen und diesen auch noch sehr merkwürdige Namen verpassen, die nur von wirklichen Fans als Indiz erkannt werden. Die Karikaturen sind zwar gelungen, jedoch wird wieder mal nur lauwarme Kost geboten, die so auch auf der PS2 hätte serviert werden können. Die Animationen sind dürftig und das Publikum wurde wohl mal eben schnell aus einer alten Müslischachtel ausgeschnitten. Nur eine Person ist keine Karikatur seiner Selbst, Mr. Michael Buffer. Wem dieser Name nichts sagt, der gehört standrechtlich mit einem Gartenstuhl verprügelt. Dieser Mann ist wohl der berühmteste Boxansager der Welt. Das seeeehr lang gezogene „Ladys and Gentleman!“ entstammt seinen Lippen und findet auch im Spiel seinen Platz. Wenn wir schon bei Sprechen sind … ab zum Sound und gleich dazu noch das Gameplay!

WTF!?

Was wäre ein guter Film ohne seinen Sound? Richtig! Langweilig! Was wäre der berühmte Klingeltonsender ohne seinen Sound? Ja okay, nicht ganz so nervig! Beim Sound wurde hier nicht gespart. Jeder Fetzen gesprochener Text kommt auf Deutsch daher und auch sonst sind alle Menüs in deutscher Sprache. Kinderfreundlich nennen wir dies, obwohl man mit 12 Jahren schon lesen können sollte. Die verwendeten Effekte sind zwar nicht die Krone der Schöpfung, lassen sich aber genauso wie die verwendete Musik ohne Probleme auch über längere Zeit anhören und aushalten.

Wir hatten es ja bereits bei Don King Boxing bearbeitet. Man versucht durch markante Bewegungen die Schläge darzustellen. Vergesst was wir damals gesagt haben! Atari hatte eine viel bessere Idee. Wir haben damals bei der Entwicklung gelauscht, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Gespräch:

„So Leute! Die Idee ist klasse. Wir machen die Steuerung so kompliziert, dass die Leute sowieso wieder anfangen zu fuchteln und zu zappeln, dann können wir eine größere Bandbreite an möglichen Spielern ansprechen!“

Dieser Plan wurde in die Tat umgesetzt und eine Steuerung entwickelt, die alle Grenzen sprengt. Für die normalen Schläge wird die Wiimote bzw. der Nunchuk, der natürlichen und logisch nachvollziehbaren Bewegung entsprechend, einfach nach vorne geschlagen. Welchen Schlag sollen aber Bewegungen nach unten, links oder rechts ausführen? Haken werden durch Bewegungen nach unten ausgeführt, was bei uns auf mehr als stutzige Gesichter trifft. So muss man sich dann noch durch mindestens ein Semester studieren, bevor alle Knopfbelegungen erfasst sind und man sich mit dem doch sehr wirren Schlägen zurechtfindet. Also hier hat man klar und deutlich weit ins Schwarze getroffen, nämlich ins schwarze Loch! Also mehr als Zufallstreffer konnten wir nicht erzielen und dadurch sinkt der Spielspaß bis unter den Ringboden.

Könnte mir mal bitte jemand das Wasser reichen?

Wir würden mal behaupten, dass Ready 2 Rumble Revolution trotz der üblichen Verdächtigen wie einem Multiplayer Modus, der Möglichkeit seinen eigenen Boxer zu erstellen, einem Arcade Modus, dem schnellen Kampf, einer Meisterschaft, der Möglichkeit für Teamkämpfe und Turniere einfach nicht der richtige Gegner für uns ist. Da trösten die mehr als verkorksten Minispiele, die auch hier zum Trainieren des eigenen Boxers dienen, nicht drüber hinweg.

Fazit

Atari dachte sich wohl dank der tollen und innovativen Steuerung der Wii ein gigantisch geniales Boxspiel schaffen zu können. Bekanntlich ist der Gedanke gerne auch mal weit entfernt vom fertigen Werk und so ist es auch leider bei Ready 2 Rumble Revolution. Hier liegt eine viel zu hohe Schlagdistanz zwischen Idee und Umsetzung. Eine vernünftige Steuerung, etwas mehr Power in der Grafik und eine ansprechendere Gestaltung der Charaktere hätten den Titel auf jeden Fall zu mehr Spielspaß und somit auch zu mehr Wertungspunkten verholfen. Schade, dass wir hier eher zum Kauf eines Boxsackes raten müssen – Finger weg!

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