Testbericht: Pop

Nintendos WiiWare-Service soll ja vor allem auch dazu dienen, kleineren Produktionen eine adäquate Plattform zu bieten. Im Falle von „Pop“ aus dem Hause des australischen Studios Nnooo passt dies besonders gut, denn das Spielprinzip von „Pop“ ist derart simpel, dass man sich den Titel nicht auf Disc vorstellen könnte. Aber heißt simpel auch gleich minderwertig? Wir versuchen für euch eine Antwort zu finden.

Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt.

Zunächst einmal wollen wir uns das Spielprinzip von Pop anschauen, was sich allerdings in wenigen Worten beschreiben lässt. Es gilt die auf dem Bildschirm erscheinenden Luftblasen zu zerstören. Das ist im Grunde auch schon alles. Allerdings haben sich die Jungs von Nnooo natürlich einige Dinge einfallen lassen, um dem Spiel mehr Tiefe zu verleihen.
Pop bietet insgesamt drei Spielmodi. Im Trainingsmode wird dem Spieler das Spielprinzip mit all seinen Feinheiten in Form von Spielunterbrechungen mit Erklärungstexten näher gebracht. Im „Normal“-Modus geht es dann richtig zur Sache. Wie schon erwähnt befinden sich auf dem automatisch scrollenden Spielfeld unzählige Luftblasen und während des gesamten Spiels läuft ein Timer ab. Erreicht dieser den Nullwert, so ist das Spiel beendet. Um den Timer oben zu halten müssen nun die Blasen zerstört werden. Jede geplatzte Blase erzeugt Bonuszeit und mit Kombinationen einen Farbreihe wird dieser Bonus größer. Zielt man allerdings daneben oder erwischt eine Blase mit einem Totenkopf-Symbol, so wird euch Zeit abgezogen. Andere Symbole wie die Multiplikatoren erhöhen euer Punktekonto, denn dieses wird natürlich ebenfalls durch Blasen-Platzer gefüllt. Weiter interessant machen das Spiel Blasen mit Atom-Symbolen – diese sorgen für eine Explosion und eliminieren die benachbarten Blasen. Sehr nützlich sind zudem die Zielkreuz-Vergrößerungs- und die Slowmotion-Symbole. Um Abwechslung ins Spiel zu bringen wurde dieses in Abschnitte, die sogenannten Wellen aufgeteilt. Jede Welle bringt eine eigene Farbpalette mit, sodass Hintergrund und Blasen entsprechend unterschiedlich gefärbt sind. Auch ändert sich die Scroll-Richtung sowie die Musikuntermalung in den einzelnen Wellen.

Im „Fortgeschrittenen“-Modus ist das Spielprinzip nochmals leicht abgewandelt, denn hier geht es darum in möglichst kurzer Zeit 9.999.999 Punkte zu erreichen. Wer hingegen völlig ohne Regeln, Zeit und Power-Ups spielen möchte, der ist im „Chill“-Modus bestens aufgehoben. Hier durchläuft man ebenfalls die unterschiedlichen Wellen, kann jedoch sorglos „herumpoppen“ bis die Lust daran vergeht.

Um die Motivation des Spielers zu steigern, statteten die Entwickler das Spiel mit einer Online-Highscoreliste aus, die nach jedem Spiel direkt eingeblendet wird. Hier lässt sich die eigene Position sowie die Top 10 einsehen. Ebenfalls für Motivation sollen die Abzeichen sorgen. Für besondere Leistungen erhält der Spieler hier kleine Abzeichen – z.B. für Kombos oder erfolgreich absolvierte Wellen. Ein weiteres nettes Gimmick ist die Möglichkeit, Personen aus dem Wii-Adressbuch per WiiConnect24 automatisierte Mails zukommen zu lassen, in denen neue Rekorde verzeichnet sind, die man zuvor erspielt hat.

Multiplayer

Der Multiplayer-Modus von Pop kann jederzeit, auch während eines Solo-Spiels, gestartet werden. Dazu melden sich die weiteren Spieler einfach mit ihrer Remote an. Nun sind zusätzliche Symbole auf dem Bildschirm vorhanden, mit welchen sich gegeneinander arbeiten lässt– beispielsweise eine Lähmung des Cursors, die Einschränkung des Sichtfelds etc. Da alle Spieler auf einem Screen spielen, läuft der Timer allerdings gegen alle Spieler. Möchte man also den Timer möglichst oben halten, so ist es sinnvoll kooperativ zu spielen. Ansonsten gewinnt am Ende derjenige, der die meisten Punkte gesammelt hat. Insgesamt lässt sich Pop mit bis zu vier Spielern spielen.

Die Steuerung

Die Steuerung in Pop ist genauso simpel wie auch das Spielprinzip. Benötigt wird nur die Remote, mittels Pointerfunktion steuert man an Zielkreuz auf dem Bildschirm. Um Blasen zum Platzen zu bringen reicht ein Druck auf A oder B. Hält man einen der Buttons gedrückt, so lässt sich eine Blase auf dem Spielfeld verschieben. Schüttelt man währenddessen die Remote, so wird die Blase aufgepumpt bis sie platzt – das Ergbnis ist ähnlich den Atom-Blasen, denn die umliegenden Blasen werden gleich mit „gepoppt“.

Grafik und Sound

Rein optisch bietet Pop eine recht magere Kost, die sich auf 2D-Luftblasen beschränkt. Allerdings durch harmonische Farbkombinationen, netten kleinen Grafikeffekten sowie einem schicken Menü, weiß der Titel durchaus zu gefallen. Die Soundeffekte sind sehr gelungen, auch durch die Tatsache, dass der Lautsprecher der Wii-Remote stark zum Einsatz kommt – z.B. werden hierüber die Zerplatz-Geräusche der Blasen verstärkt ausgegeben. In Punkto Musik wurde ebenfalls ganze Arbeit geleistet, denn die teils chilligen aber auch treibenden Musikstücke besitzen eine hohe Qualität und passen sehr schön ins Spielgeschehen. Ein netter Effekt sind die dynamisch auf das Geschehen auf dem Bildschirm angepassten „Layer“ der Songs. Befindet man sich in einem längeren „Komborausch“, so wird die Musik entsprechend fülliger.

Fazit

Das WiiWare-Erstlingswerk der australischen Entwickler von Nnooo ist insgesamt ein recht gelungenes Spielchen. Das Prinzip ist zwar sehr simpel, bietet jedoch durch diverse Feinheiten mehr Spieltiefe und Motivation, als auf den ersten Blick vermuten lässt. Optisch hält es das Spiel ähnlich simpel aber dennoch stimmig und der Sound ist in jedem Fall hochwertig gelungen. Pop ist durch sein einfaches Spielprinzip und der intuitiven Steuerung wohl eines dieser klassischen „Pick up and play“-Spiele, welches keine großen Erklärungen benötigt und von jedem direkt gespielt werden kann. Das Abzeichen-Modell sowie die Online-Highscores sorgen für zusätzliche Motivation, jedoch geht im auch damit irgendwann sprichwörtlich die Luft aus und weiß nicht unbedingt auf lange Zeit zu motivieren. Allerdings gehört das Spiel mit 700 Wii Points eher zu den günstigeren Vertretern der WiiWare-Spiele. Wer auf solch schnell zugängliche Spiele steht, kann gerne zugreifen.

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