Testbericht: Pop Them, Drop Them SAMEGAME

Hudson Soft hat sich über die letzten Monate zu einem der Entwickler gemausert, die Nintendos WiiWare-Service stets tatkräftig unterstützen. Dabei stehen neben Neuentwicklungen auch die Neuauflagen alter Klassiker auf dem Programm. Eine davon ist der Titel „Pop Them, Drop Them SAMEGAME“, den wir für euch genauer unter die Lupe genommen haben.

Still the same?

Als 1985 die erste Version von Same Game auf den Markt kam, erweckte das Puzzlespiel eigentlich nicht viel Aufsehen. Dennoch fand es im Laufe der Jahre unzählige Nachahmer des Konzepts und brachte nun sogar Hudson Soft dazu, ein Remake der ursprünglichen Spielidee für Nintendos WiiWare-Service zu entwickeln. Das Grundprinzip wurde dabei freilich beibehalten. Noch immer findet ihr euren Bildschirm bis fast an die Decke mit bunten Blöcken gefüllt, die es zu beseitigen gilt. Dies geschieht allerdings nicht, wie in den meisten anderen Puzzlegames, indem man die Blöcke bewegt und Reihen auflöst sondern die Blöcke können in Same Game automatisch aufgelöst werden, sobald zwei gleichfarbige Blöcke einander berühren. Was anfangs noch absolut simpel klingt, entpuppt sich im weiteren Spielverlauf jedoch als durchaus knifflig, denn es muss tunlichst vermieden werden, dass an irgendeiner Stelle nur noch ein einzelner Block einer Farbe übrig bleibt, der folglich nicht mehr aufgelöst werden kann. Entstandene Lücken werden zum Glück automatisch gefüllt, indem die verbleibenden Blöcke zusammen rutschen. Dennoch ist ein gewisses taktisches Vorgehen notwendig, denn sobald keine Blöcke mehr aufgelöst werden können, ist das Spiel vorbei.

Soweit muss es aber natürlich nicht kommen, da Hudson Soft sich dabei eine Modifikation im Vergleich zum Original hat einfallen lassen. So lassen sich per Tastendruck beliebig viele Aktionen rückgängig machen. Wer also merkt, dass er sich mit seinem Vorgehen in eine Sackgasse manövriert, darf dies verhindern und sich einen anderen Lösungsweg für das Puzzle suchen. Je mehr Blöcke dabei zusammenhängend auflöst werden, desto mehr freut sich natürlich euer Punktekonto darüber. Ist ein Screen komplett geleert, geht es in die nächste Stage weiter, wo es erneut fleißig Punkte zu sammeln gilt. Neben der klassischen Variante hat man sich noch ein paar weitere Extras ausgedacht, um den Spieler zu unterhalten. So lässt sich nicht nur die Größe des Feldes einstellen, sondern es darf auch aus drei bis fünf verschiedenen Farben auf dem Spielfeld ausgewählt werden. Die Blöcke selbst können sieben verschiedene Formen annehmen und sogar als kleine Bomberman-Köpfe erscheinen, was zumindest ein nettes Gimmick ist. Darüber hinaus gibt es fünf verschiedene Hintergründe sowie sieben Musikstücke, welche das Gameplay selbst aber natürlich nicht ändern. Dies wird dagegen durch die Bomben-Blöcke erweitert, die ebenfalls optional zugeschaltet werden können.

Einzelspieler dürfen in Same Game lediglich auf Highscorejagd gehen, wobei jedoch leider nicht auf Online-Leaderboards oder ähnliche Herausforderungen zurückgegriffen wurde. Auch einen Onlinemodus selbst sucht man vergeblich. Dagegen wird es mit bis zu drei weiteren Spielern vor der Konsole interessanter. Insgesamt gibt es drei verschiedene Spielmodi, die für Abwechslung sorgen. „Fame Game“ wird dabei der Modus genannt indem auf Punkte gespielt wird und den natürlich der Spieler mit der höchsten Punktzahl am Ende gewinnt. Das genaue Gegenteil ist der Modus „Shame Game“, denn hier gewinnt der Spieler, der im Endeffekt die wenigsten Punkte erzielt, was das Prinzip des Games auf den Kopf stellt und ihm einen interessanten Touch verleiht, denn wer versucht nur Zweierblocks aufzulösen wird schnell feststellen, dass dies in der Praxis gar nicht so einfach ist. Hinzu kommt, dass man für das komplette Lösen des Levels ebenfalls Punkte erhält. Wer aber keine Züge mehr übrig hat, bekommt für alle verbleibenden Blöcke Punkte auf sein Konto, wodurch auch hier taktisch gut gespielt werden muss. „Blame Game“ nennt sich der dritte Spielmodus, bei dem alle Mitspieler auf demselben Spielfeld agieren. Hier gewinnt ebenfalls der Spieler mit der höchsten Punktzahl, allerdings gibt es Punktabzug, sobald man einen Block anklickt, der momentan nicht aufgelöst werden kann. Da alle Spieler hier gleichzeitig aktiv sind, kommt es sehr auf die Schnelligkeit an. Insgesamt kommt dem Game dabei zugute, dass die Steuerung über die Pointerfunktion der Wiimote sehr simpel ist, intuitiv bedient werden kann und sehr präzise reagiert.

Aufgewärmte Kost?

Auf der technischen Seite darf man von Same Game nicht allzu viel erwarten. Dennoch hat sich natürlich einiges seit dem ersten Release des Titels im Jahre 1985 getan und man erlebt Same Game mit angepasster Optik. Für ein Puzzlegame hält sich dabei alles im angemessenen Rahmen. Die Grafik ist bunt und ansprechend aber zu jeder Zeit übersichtlich. Die verschiedenen Arten der Blöcke lockern das Game ebenso wie die unterschiedlichen Hintergründe ein wenig auf. Mehr gibt es nicht, was bei einem Spiel des Genres aber zu verkraften ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Sound. Die Soundeffekte sind eher spartanisch und locken niemandem hinter dem Ofen hervor, passen aber gut zum Spielgeschehen. Die Hintergrundmusik dudelt dagegen etwas belanglos vor sich hin, geht dem Spieler dafür aber auch nicht sofort auf die Nerven.

Fazit

Wer das klassische Puzzleprinzip von Same Game mag, macht mit dem Titel nicht sonderlich viel falsch. Die zusätzlichen Optionen sowie die drei verschiedenen Mehrspielermodi sind eine nette Dreingabe, auch wenn ein Onlinemodus die Langzeitmotivation noch zusätzlich hätte steigern können. Gemessen am günstigen Preis von 500 Punkten kann jedoch darüber hinweggesehen werden. Letztlich ist es in erster Linie Geschmackssache, ob man das Spielprinzip von Same Game mag oder nicht. Mir persönlich sind andere Puzzler in der Regel lieber, Genrefans werden aber dennoch ihren Spaß damit haben.

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