Testbericht: Ninja Captains

Lasst die Miezen los! Nordcurrent schickt in „Ninja Captains“ gleich vier der pelzigen Gesellen auf Nintendos Wii, um dort in 20 Minispielen möglichst viele Punkte zu erzielen. Miezen? Minispiele? Mamma Mia! Aber lest selbst.

Um die Welt in 80 … ähm, 20 Spielen!

Wie rechtfertigt man eine weitere Minispielsammlung für Nintendos Wii? Richtig, eigentlich gar nicht. Aber wie man es versucht, zeigt Nordcurrent, indem sie Ninja Captains zumindest einen Storymodus spendieren. Dieser führt die vier ausgeflippten Ninja-Katzen rund um den Globus, wo sie die Bedrohung durch eine mechanische Riesenmaus abwehren müssen. Klingt durchgeknallt? Glaubt mir, das ist es auch. Und dazu passt die Umsetzung im wirren Comicstil in all den Zwischensequenzen, die euch von Location zu Location führen. Dort angekommen erklärt euch der Ladebildschirm gleich das nun folgenden Minispiel. Das ist soweit praktisch, doch sind die Erklärungen manches Mal sehr missverständlich und führen dazu, dass man quasi erraten muss, wie man im aktuellen Minispiel zum Erfolg kommt. Mehrfache Wiederholungen sowie Verwünschungen der teils hakeligen Steuerung sind die Folge. Dabei sind die Ansätze gar nicht einmal so schlecht und sogar recht unverbrauchte Ideen haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Wenn man beispielsweise den Ayers Rock erklimmen muss, dabei per Pointer von Stein zu Stein springt und seinen Konkurrenten den Weg abschneiden kann, macht das durchaus Laune – denn immerhin reagiert der Pointer soweit einwandfrei. Nervig sind dagegen eher die immer wieder kehrenden Schütteleinlagen und die teils anderen drögen Minispiele. Hindernisrennen in mehrfacher Ausführung sind dabei genauso spannend wie Fluggästen die Kotztüten vor die Nasen zu halten oder Fast Food zu servieren, ohne eine Logik hinter dem Ablauf des Minispiels zu erkennen.

Der Frustfaktor steigt, da nur ein Erreichen von mindestens 500 Punkten das Vorankommen an die nächste Location ermöglicht. Ohne einstellbaren Schwierigkeitsgrad und mit den teils mangelhaften Erklärungen wird so das ein oder andere Minispiel bald zum Teufel gewünscht. Der Beelzebub hat die Programmierer übrigens auch bei der Entscheidung geritten, den Mehrspielermodus erst nach dem Durchspielen der Story freizugeben. Somit werden wohl nur die wenigsten Spieler Ninja Captains jemals mit ihren Freunden spielen, denn kaum jemand wird sich die Story komplett antun wollen. Und wer diese Hürde dennoch nimmt, wird spätestens nach 30 Minuten feststellen, dass seine Freunde fluchtartig den Raum verlassen haben. Ninja Captains hat zwar einige nette Ansätze, macht aber nichts so wirklich richtig.

Bin ich irre?

Dazu gehört auch die technische Präsentation. Die Minispiele bewegen sich optisch auf mittlerem Last Gen-Niveau und sind damit nicht der Rede wert. Die Zwischensequenzen sind stilistisch zwar nicht jedermanns Sache, unterstreichen durch ihren abgedrehten Look aber immerhin das durchgeknallte Flair des Titels. Der Sound mit den teils witzigen Maunzern der Katzen kann trotz dudeliger Musikstücke noch als passabel durchgehen. Nicht mehr durch geht hingegen die Steuerung, die in einigen Punkten leider komplett versagt, den Erfolg in den Minispielen zum Glücksspiel werden lässt und dem Titel damit satten Punktabzug beschert.

Fazit

Alles in allem ist Ninja Captains so verzichtbar wie eine Erkrankung an der Schweinegrippe. Hat man es aber dennoch in den Fingern, verhält es sich ähnlich wie bei dem gefürchteten Grippeerreger: Kurzzeitig hat man starke Schmerzen, aber schnell ist alles wieder vorbei. Folglich kann man sich die Infektion und damit den Kauf von Ninja Captains sparen, indem man einen großen Bogen um den Titel macht. Miau.

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