Testbericht: Medal of Honor: Vanguard

Konkurrenz für Activions Call of Duty 3 – Electronic Arts bringt einen weiteren Zweiten Weltkriegs-Shooter für die Wii-Konsole auf den Markt. Wie die Actionballerei ausfällt im Vergleich zu anderen Titeln dieses Genres, erfahrt ihr im folgenden Review.

Die Story

Operation Husky – Als Teil der 82. Luftladedivision springt ihr mit dem Fallschirm über Sizilien ab und kämpft euch durch die Gasse einer Stadt. Corporal Frank Keegan, so heißt der Soldat den ihr dabei spielt, muss jedoch auch häufiger einen Umweg durch Häuser und Hallen machen, um ans Ziel zu gelangen. Außer der Operation Husky sind noch Market Garden, Operation Neptun und Operation Varsity mit an Bord und warten darauf vom Spieler erfolgreich absolviert zu werden.
In den Missionen müsst ihr verschiedene Orte erreichen und dabei bestimmte Ziele erfüllen. Dafür habt ihr eine Vielzahl an Waffen zur Verfügung, welche man natürlich nicht alle auf einmal mitschleppen kann. Wurde das Magazin einer Waffe verpulvert, solltet ihr euch schnellstens eine andere beschaffen, denn die meist kleinere Zweitwaffe ist auch schnell leer geballert.

Nach der ersten Landung macht ihr euch trotz des schon direkt bevorstehenden Gefechts nach und nach mit der Steuerung vertraut. Hier setzt EA auf Spielunterbrechungen in denen per Bild und Text erklärt wird, wie genau die Steuerung funktioniert. Positiv ist übrigens auch, dass in diesen Unterbrechungen direkt ein wenig geübt werden kann, bevor es im eigentlich Spielgeschehen zum Einsatz kommt.
Gegenstände wie z.B. Tische oder andere Dinge können perfekt als Deckung genutzt werden. Auch Fahrzeuge und Mauern sind ein guter Schutz.
Leider lassen sich Fahrzeug nicht wie z.B. bei Battlefield einfach besteigen um damit in die Schlacht zu ziehen. Aber das ist ja bei der Medal of Honor-Reihe eh unüblich.

Steuerung

EA scheint sich bei der Steuerung etwas mehr Zeit gelassen zu haben. Sie ist wirklich schnell erlernt und bietet schon einige sehr gute Ansätze für eine angehend perfekte Shooter-Steuerung auf der Wii. Doch leider nur in Ansätzen. Am auffälligsten ist hier die schnelle Links- (Nachladen) oder Rechts-Bewegung (180-Grad-Drehung) mit dem Nunchuk-Controller. Diese wird jedoch leider nicht immer so richtig erkannt und verursacht dadurch Probleme im Kampf mit den Gegnern. Dafür wird man durch den Fallschirmsprung jedoch entschädigt, denn diesen hat EA einfach richtig gut umgesetzt. Wii-Remote und Nunchuk werden vor den Körper gehalten (als ob ihr euch wirklich an den Seilen eines Fallschirms festhalten würdet) und man steuert mit Oben-, Unten-, Rechts- und Links-Bewegungen die Flugrichtung und den Flugwinkel. Fallschirmspringen macht bei MoH einfach Spaß!

Grafik

Grafisch kann auch MoH-V nicht mit sehr hoher Qualität überzeugen. Manchmal gibt es Ruckler und Slowdowns, die sich leider negativ auf den Spielspaß auswirken.
Bei den Missionen hat man sich bei EA allerdings sehr viel Mühe gegeben, denn es gibt viele Details und auch der Umfang der Levels ist recht groß ausgefallen. Schade ist allerdings die Tatsache, dass es nur insgesamt 10 Missionen in 4 Kapiteln gibt. Effekte wie Rauch, Feuer oder Explosionen sind gut gemacht und sehen ziemlich authentisch aus. Die Waffen sind allesamt realistisch dargestellt, hier gibt es wohl nicht mehr viel zu verbessern. Schusslösung, Nachladen und das Bewegen mit der Waffe sehen einfach gut aus. Alles in allem ist die Wii-Version grafisch nur einen kleinen Tick besser als die PS2-Version.

Sound

Die Soundkulisse kann wirklich ordentlich punkten. Man fühlt sich wie in Mitten eines großen Schlachtfelds. Wie auch schon CoD³ bietet MoH-V ein beinahe realistisches Klangbild des Zweiten Weltkrieges. Sämtliche Waffen sind mit passenden und sehr gut klingenden Sounds ausgestattet.
Die Musik ist stets von hoher Qualität und unterstützt die Atmosphäre des harten Krieges vollkommen.

Multiplayer

Hier darf man leider nicht wie bei der PS2-Version online gegen andere Spieler antreten, sondern nur offline im klassischen Splitscreenmodus. Mit bis zu vier Leuten dürft ihr im Death-, Team-Death-Match, Capture the Flag, King of the Hill oder auch Schnitzeljagd auf einander losgehen. Computer-Bots sucht man im Multiplayer-Modus leider vergeblich und auch die Maps sind allgemein etwas klein ausgefallen.
Insgesamt kann man sagen, dass Multiplayeraction auf den kleinen Bildausschnitten im Splitscreen einfach nicht mehr zeitgerecht und somit auch weniger spaßig ist. Schade.

Spielspaß

Wie schon bei der Grafik erwähnt ist der Spielumfang recht klein geraten für so einen namhaften Titel wie Medal of Honor. Dies drückt natürlich den Spielspaß ein wenig, die Motivation verliert man allerdings dennoch nicht so schnell. Jedoch ist es fraglich, ob man auch wirklich die Motivation hat, eventuell in mit einem höheren Schwierigkeitsgrad das Ganze noch einmal von vorne zu spielen.

Fazit

Medal of Honor Vanguard steht Call of Duty 3 in nichts nach und kann sogar in Sachen Steuerung noch etwas mehr Punkte holen.
Ob der Sound und die Musik von MoH besser als die von CoD³ ist oder umgekehrt, darüber lässt sich streiten. Da ist wohl der persönliche Geschmack ausschlaggebend. Ich finde beide Produkte in diesem Bereich ziemlich gleichwertig.
Wer noch keinen Shooter für Wii in seiner Sammlung hat bzw. ein eingefleischter MoH-Fan ist, oder es vielleicht noch werden möchte, dem kann ich MoH-V absolut empfehlen.

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