Testbericht: Heatseeker

Codemasters schicken mit Heatseeker eine moderne Flugzeugschlacht auf der Wii ins Rennen. Mit zahlreichen lizenzierten Flugzeugen gespickt versucht man die Gunst der Flugzeugsimulations-Spieler zu gewinnen. Ob der Titel zu überzeugen vermag, möchten wir im folgenden Testbericht herauszufinden.

Ja, wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen Kampfpiloten Mike Hudson, genannt „Downtown“. Frisch von der Pilotenakademie gekommen, warten auch schon die ersten Einsätze unter Anweisung des Internationalen Rates auf Mike. In einer fiktiven Welt, die diverse Brandherde hervorbringt, müssen allerlei Missionen erfüllt werden. Die ersten fünf Missionen spielen auf der tropischen Inselgruppe „Lord Roberts Island“. Danach folgen drei weitere Szenarien, ebenfalls jeweils in fünf Missionen aufgeteilt. Downtown siedelt für diese drei Szenarien auf den Flugzeugträger „Nemesis“ um. Es erwarten den jungen Piloten dabei diverse Bösewichte, die nukleare Waffen schieben oder sonstigen kriminellen Aktivitäten nachgehen. Alle Widersacher verfügen über große Basisstationen und starke Kampfjets sowie Schiffe und Fahrzeuge, die es außer Gefecht zu setzen gilt.
Hat man zu Beginn lediglich ein Flugzeug zur Verfügung, können im weiteren Verlauf neue freigeschaltet werden. Sehr positiv hierbei, dass es sich ausschließlich um original lizenzierte Flugzeuge handelt.

So steuern sich die stählernen Adler

Heatseeker bietet dem Spieler zwei Steuerungsarten: Arcade und Profi. Der Arcade-Modus ist wohl die für Anfänger am besten geeignetste Variante. Mit der Wii-Remote steuert man ein Fadenkreuz auf dem Bildschirm und entsprechend bewegt sich auch das Flugzeug. Bewegt man den Analogstick des Nunchuks nach vorne, so aktiviert man die Nachbrenner, wodurch das Fluggefährt einen Geschwindigkeitsschub erfährt. Wird der Stick nach hinten gezogen, so fährt man die Bremsklappen aus und der stählerne Vogel reduziert seine Geschwindigkeit um ein Vielfaches. Mit dem Z-Knopf des Nunchuk-Controllers lässt sich das Bordgeschütz abfeuern.
Mit dem A-Knopf der Wii-Romte können die verfügbaren Ziele ausgewählt werden, abhängig von der Entfernung. Mit dem B-Knopf feuert man die Primärwaffen ab. Drückt man das Steuerkreuz nach unten, kann man zwischen den unterschiedlichen mitgeführten Primärwaffen wechseln. Die weiteren Knöpfe der Wii-Remote sind für Wechsel der Ansicht, Zoomen, Befehle und Karten/Radar-Ansicht gedacht. Man sieht also, die Steuerung ist recht umfangreich und zu Beginn sucht man teilweise nach der gewünschten Funktion. Im weiteren Spielverlauf jedoch erlernt man den Umgang damit sehr gut. Aber das Fliegen eines Kampfjägers ist ja auch im realen Leben vermutlich keine Leichtigkeit.
Die Bewegungssensoren der Wii-Remote (bzw. die des Nunchuks, je nach Steuerungseinstellung) haben noch weitere Funktionen. Mit schneller Bewegung nach rechts oder links fliegt man ein Abdrehmanöver, was sich vor allem bei Raketenangriffen als äußerst hilfreich erweist. Zieht man die Wii-Remote schnell nach oben, so führt man mit dem Flugzeug einen Looping aus. Ein weiteres Ausweichmanöver kann durch eine schnelle Bewegung nach unten geflogen werden.

Alle Flieger in der Übersicht

Folgende Flugzeuge können im Verlauf des Spiels freigespielt werden. Alle Vögel sind jedoch zusätzlich in verschiedenen Ausführungen vorhanden.

T-45 A Goshawk
F-16 Falcon
F-15 Eagle
F/A-18 Hornet
F-117 Nighthawk
F-35 Lightning II
F-22 Raptor
MIG-27 Flogger
YAK-141 Freestyle
MIG-31 Foxhound
MIG-29 Fulcrum
SU-27 Flanker
SU-34 Fullback
SU-37 Super Flanker
MIG-1.44 MFI
SU-47 Berkut („Golden Eagle“)
Geheimes Flugzeug

Die Grafik

Optisch ist der Titel alles andere als ein Leckerbissen. Am besten passt hier wohl der Vergleich mit einem mittelmäßigen PlayStation 2-Spiel. In den actionreichen Kampfszenen in der Luft, hat man aber eh kein Auge für die detailarme Umgebung.
Die unterschiedlichen Missionen bieten leider auch nicht viel Abwechslung, was die Optik angeht. Entweder gilt es über irgendwelche kleinen Inselgruppen oder über dem Meer zu fliegen. Im Grunde war es das auch schon.
Recht ordentlich ist das Schadenssystem gelungen und die Explosionen der zerstörten Einheiten. Hier können nette Explosionen bestaunt werden, die der sonst recht tristen Grafik zu einer kleinen Aufwertung verhelfen. Ist der eigene Flieger stark beschädigt, schlagen dunkle Rauchwolken in die Sicht und weisen klar darauf hin, dass beim nächsten Treffer wohl vorerst das Spiel zu Ende sein wird.

Sound und Musik

Die rockige Musik passt sehr gut zu den Kampfszenen und erinnert ein wenig an den 80er Film „Der stählerne Adler“, in dem der Protagonist mit Rockmusik per Walkman zu besonderen Flug-Leistungen animiert wurde. Naja, ganz so extrem ist die Wirkung der Spielmusik in Heatseeker dann aber vielleicht doch nicht, aber sie passt sich sehr gut dem Geschehen auf dem Bildschirm an.
Die Soundeffekte sind ebenfalls akzeptabel, wenn auch nicht spektakulär. Man staunt nicht drüber, aber es gibt auch nicht viel zu meckern.
Positiv ist allerdings die komplett deutsche Sprachausgabe im Spiel. In den Zwischensequenzen und Missions-Briefings muss nichts gelesen werden. Auch ein fiktiver Nachrichtensender spielt zwischen den Missionen immer wieder Berichte ein. Zwar ist die deutsche Synchronisation der Sprecherin nicht ganz perfekt gelungen, aber darüber kann hinweg gesehen werden.

Spielspaß

Der Titel weiß durchaus zu Motivieren – zumindest diejenigen, die arcademäßigen Flugzeugspielen etwas abgewinnen können. Es macht schon Spaß, durch die Lüfte zu jagen und diverse gegnerische Flugzeug-Geschwader vom Himmel zu holen. Auch das Timing zu finden für das Abwerfen von Bomben auf Land- oder Wasser-Gegner ist wirklich herausfordernd. Aber man muss leider sagen, dass auf Grund der wenig abwechslungsreichen Szenarien und des insgesamt mageren Spielumfangs nach wenigen Stunden schon alles erspielt ist. Motivierend ist dann höchstens noch, möglichst viele Gegner zu zerstören, um besondere Auszeichnungen nach den Missionen zu erhalten. Hier können dann weitere Flugzeuge und Waffen freigespielt werden. Insgesamt kann der Titel aber wohl maximal 8 bis 10 Stunden vor den Bildschirm fesseln und das auch nur, wenn man diesem Genre überhaupt etwas abgewinnen kann.

Fazit

Für ein Vollpreisspiel bietet Heatseeker ehrlich gesagt doch etwas zu wenig. Der Umfang der Missionen hätte größer ausfallen müssen, da hilft auch wenig die Tatsache, dass unzählige Original-Flugzeuge verfügbar sind bzw. erspielt werden können. Die Optik des Spiels ist leider ebenfalls nicht hitverdächtig, im Gegenteil. Immerhin – die deutsche Sprachausgabe und die recht gute Steuerung können punkten. Fans des Genres können sicherlich mal einen Blick riskieren, wer jedoch bisher kaum Arcade-Flieger gespielt hat, sollte nach Möglichkeit vorher Probespielen um herauszufinden, ob dieser Titel die 45 Euro tatsächlich wert ist.

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