Testbericht: GT Pro Series

Neben dem Rennspiel Monster 4×4 World Circuit bringt Ubisoft gleich noch einen zweiten Titel aus diesem Genre zum Start der Wii – GT Pro Series soll die Arcade-Racing-Fans begeistern. Ob dies jedoch tatsächlich gelungen ist, erfahrt ihr im Folgendem.

Vorneweg sei erwähnt, wer dem Englischen nicht mächtig ist, wird sich ein wenig durch die Menüs kämpfen müssen, denn Deutsch wird leider nicht unterstützt. Somit werden übrigens auch die Geschwindigkeiten nicht km/h, sondern in Meilen angegeben. Immerhin macht der mitgelieferte Lenkradaufsatz einen guten Eindruck. Die Wii Remote wird einfach quer eingepasst und schon kann’s losgehen!

Die Grafik
Bekanntlich hat Nintendo immer betont, dass die Grafik bei der Wii-Konsole keine hohe Priorität hat. Dies haben MTO, die für Ubisoft GT Pro Series entwickelt haben, wohl ein wenig zu ernst genommen. Die Optik des Spiels erinnert eher an die N64-Ära als an ein modernes Spiel. Um die Grafikdetailschwächen noch ein wenig zu kaschieren, verpasste man den Rennboliden gleich noch einen Cellshading-Look. Grafik hin oder her, für ein Spiel, dass 55 EUR kosten soll, kann man durchaus ein wenig mehr erwarten.

Der Sound
Wenn die Grafik schon unterirdisches Niveau annimmt, kann dann wenigstens der Sound punkten? Die Musik ist passend, die Soundeffekte wie Motorengeräusche etc. erfüllen ihren Zweck. Angesichts der miserablen Grafik, kommt einem der Sound schon fast richtig gut vor.

Viele japanische Autos
Schade für uns Europäer, dass der Titel lediglich japanische Autos beinhaltet. Zwar handelt es sich um lizenzierte Modelle bekannter Marken, aber westliche Flitzer sucht man vergeblich. Positiv ist immerhin die Tatsache, dass ganze 82 Fahrzeuge von insgesamt 10 Herstellern frei zu fahren sind im Spielverlauf.

Die Steuerung
Kommen wir nun zu einem wesentlichen Merkmal eines jeden Rennspiels – die Steuerung. Prinzipiell ist diese recht gut gelungen, vor allem in Verbindung mit dem oben genannten Lenkradaufsatz. Zwar neigen die Boliden doch sehr stark dazu, mit dem Heck auszubrechen, nach ein wenig Übung lässt sich dieses aber gut in den Griff bekommen. Leider etwas unverständlich, dass die Fahrzeuge auf dem Grün sofort abbremsen. Hier hätten die Programmierer sicherlich noch ein wenig an der Fahrphysik feilen können. Auch ein Schadensmodell sucht man bei GT Pro Series vergeblich.

Speicherfunktion
Wie schaut es aus mit der Speicherfunktion? Eine Autosave-Funktion, wie sie in vielen Rennspielen vorhanden ist, kann GT Pro Series leider nicht anbieten. Lediglich vor oder nach Meisterschaften kann man den Spielstand abspeichern.

Die Spielmodi
Im Spiel stehen insgesamt fünf verschiedene Spielmodi zur Auswahl: Driftcombo, Quick Race, Time-Attack, Championship, und VS-Mode.

Im Time-Attack-Mode geht es lediglich, wie der Name schon sagt, um die möglichst schnellsten Rundenzeiten.

Beim Quick Race kann schnell und einfach ein Rennen gefahren werden. Einfach einen Boliden und eine Strecke auswählen, die Tageszeit sowie das Wetter bestimmen und das Rennen kann beginnen.

Im Driftcombo-Mode gilt es innerhalb von drei Runden eine möglichst lange Driftcombo zu fahren. Hier müsst ihr euer Fahrzeug also um die Kurven rutschen lassen. Zwei Drifts unmittelbar hintereinander ergeben dabei zwei Combos, drei zusammenhängende Drifts ergeben drei Driftcombos usw. Aufgrund der recht schwierigen Steuerung in dem Modus, ist der Frusfaktor recht hoch und somit geht die Motivation schnell verloren. Schade!

Das Herzstück von GT Pro Series bildet der Championship-Mode. Hier können von Rennen zu Rennen Tuning-Teile und neue Fahrzeuge frei gefahren werden. Dieser Modus wartet mit insgesamt fünf verschiedenen Klassen auf, die entsprechend unterschiedlich schwer sind.
Zu Anfang steht lediglich die Beginner-Class zur Auswahl. Für alle weiteren Klassen muss erst eine Lizenz erfahren werden. Dies gestaltet sich jedoch als recht einfach.
Erst wenn man in Besitz der jeweiligen Lizenz ist, darf in der Meisterschaft dieser Klasse angetreten werden. Manche Rennen erlauben das Starten mit dem eigentlich ausgewählten Fahrzeug nicht. Es wird dann ein bestimmtes Merkmal vorgegeben, welches der Flitzer erfüllen muss. Beispielsweise muss das Auto einem bestimmten Fahrzeugmodell entsprechen, mit einer bestimmten Antriebsart ausgestattet sein oder er darf keinen Turbo besitzen.

Vor jeder Meisterschaft ist auszuwählen, ob man im Drift- oder im Standard-Modus fahren möchte. Im Drift-Modus neigt das Fahrzeug noch mehr dazu, mit dem Heck auszubrechen, damit man einfacher in die Drifts hineinkommt.

In jeder Meisterschaft sind 3 Rennen zu gewinnen. Nach jedem Rennen gibt es natürlich eine Punktewertung: 10 für Platz 1, 5 Punkte für Platz 2 und 3 Punkte für Platz 3.
Es ist nötig, mindestens in jedem Rennen als dritter ins Ziel zu kommen, ansonsten geht es in der Meisterschaft nicht weiter. Bei jeder gewonnen Meisterschaft erhält man dann ein Tuning-Teil für seine Fahrzeuge sowie ein neues Auto. Diese neuen Fahrzeuge und Tuning-Teile kann man dann in den folgenden Meisterschaften einsetzten.

Der VS-Multiplayer-Modus hat leider auch keine verborgenen Talente. Hier kann man mit bis zu vier Freunden via Splitscreen gegeneinander einzelne Rennen fahren. Meisterschaften oder ähnliches können leider nicht ausgefahren werden.

Fazit:
Ubisoft gewinnt mit diesem Spiel sicher keine neuen Rennspielfans hinzu, ganz im Gegenteil. Hier sollte man rechtzeitig auf die Bremse treten und nach einer Alternative Ausschau halten. Einziger Lichtblick im Verhältnis zu den anderen Bewertungsmerkmalen ist die Steuerung, die ein klein wenig Boden gutmachen kann. In Anbetracht des Preises kann man für diesen Titel jedoch keinerlei Kaufempfehlung abgeben. Wäre der Preis um einiges geringer, könnte die Steuerung und das beiliegende Lenkrad einen Kauf vielleicht noch gerecht fertigen.
Wer gerne einen Renntitel spielen möchte, der wartet besser, bis Spiele à la Excite Truck erhältlich sind. Wer im Moment aber absolut nicht auf Motorsport verzichten kann, der sollte sein Geld lieber in Monster 4×4 World Circuit oder Need for Speed Carbon investieren.

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