Testbericht: Gods vs Humans

Tower Defense-Spiele erfreuen sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit. Die simpel, aber oftmals gerade deswegen so fesselnden Titel, eignen sich immer wieder für ein kleines Spielchen zwischendurch. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Gods vs Humans“, obwohl man hier den besagten Turm nicht verteidigen, sondern zerstören muss – in der Rolle eines Gottes. Wir haben für euch den göttlichen Thron erklommen und unsere Wut auf die Menschheit losgelassen.

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!

Das Leben als Gottheit könnte so schön sein. Man lebt in den Tag hinein, lässt sich von seinen Untertanen verehren und nimmt hin und wieder ein paar Opfer entgegen. Doch damit ist Schluss, sobald die Verehrung eures Volkes zu weit geht und sie einen Turm bauen wollen, mit dem sich euer Reich im Himmel zu erreichen versuchen. Denn sobald sie dies erreicht haben, wollen sie nicht etwas ehrfürchtig vor euch auf die Knie fallen, sondern selbst euren Thron einnehmen. Von daher gilt es das Vorhaben der Menschen unbedingt zu sabotieren. Denn dass der Turmbau wie einst in Babel von alleine scheitert, darauf braucht ihr im WiiWare-Titel Gods vs Humans nicht zu hoffen. Stattdessen schlüpft ihr in die Haut von bis zu 16 verschiedenen Gottheiten aus der ägyptischen, nordischen, japanischen sowie römischen Mythologie, die nach und nach frei geschaltet werden. Den Anfang macht ihr als Osiris, der ägyptische Gott des Jenseits und der Toten. In dieser göttlichen Gestalt solltet ihr von eurer Macht Gebrauch machen und euer Kräfte einsetzen, um den von den Menschen errichteten Turm nach und nach zu zerstören. Blinde Wut hilft dabei allerdings niemandem. Natürlich könntet ihr wild mit Feuerbällen um euch werfen, Blitze vom Himmel zucken lassen oder gar einen Sandsturm heraufbeschwören, um damit die vier Säulen einer jeden Ebene im Tempel zu zerstören. Doch müsst ihr aufpassen, dass ihr bei euren Angriffen möglichst keine Menschen verletzt. Denn dies stimmt eure Untertanen missmutig und lässt sie den Glauben in eine gütige Gottheit verlieren.

Dies dagegen schmälert die Glaubenspunkte, die ihr durch die euch treu untergebenen Menschen erhaltet und eine leere Anzeige lässt euch keine weitere göttliche Kraft nutzen. Bis zu fünf Angriffe hat dabei jede Gottheit, die ebenfalls der Reihe nach freigeschaltet werden. Daneben stehen euch allerdings auch Verteidigungskräfte zur Verfügung, die es ebenfalls zu nutzen gilt, um euch die Gunst eures Volkes zu sichern. Wackelt beispielsweise ein Pin Up-Girl durch eine Ebene im Tempel, erhöht sich nicht nur der Glaube der Menschen an einen guten Gott, sie sind auch noch von ihrer eigentlichen Arbeit abgelenkt. Eine grausige Mumie dagegen verscheucht sie aus dem aktuellen Stockwerk und gewährt euch kurzzeitig etwas Freiraum. Während ihr nämlich nach und nach die verschiedenen Ebenen des Turms zerstören wollt, sind die Menschen daran interessiert den Turm auf zehn Stockwerke auszubauen und so das Himmelsreich zu erreichen. Natürlich reparieren sie dabei auch Schäden, die ihr an den Säulen verursacht. Die Einheiten der Menschen haben dabei verschiedene Eigenschaften. Es gibt Transporteure, die Baumaterial auf ihrem Rücken schleppen, es gibt die normalen Arbeiter oder aber auch Bauleiter, die ihre Untergebenen zu schnelleren Arbeitsleistungen antreiben. Böse Priester dagegen versuchen die Menschen vom Glauben an euch abzubringen, während gute Priester genau das Gegenteil machen. Die verschiedenen Einheiten der Menschen erfordern somit ein geschicktes Vorgehen und die perfekte Balance aus Zuckerbrot und Peitsche, um am Ende den Turm zum Einsturz zu bringen. Das unterste Stockwerk ist dabei besonders robust, aber ihr könnt euch eines Tricks bedienen: Sabotiert ihr eines der oberen Stockwerke bis zum Einsturz, beschädigt es dabei automatisch auch die darunter liegenden Säulen der anderen Stockwerke. Teils lässt sich so ein Dominoeffekt erzielen und der Tempel kollidiert recht schnell.

Die ersten Level nach der Einleitung inklusive kurzem Tutorial spielen sich dabei recht einfach und es erweckt den Anschein, als könne man mit einfachen Angriffen den Einsturz eines Turms schnell provozieren. Das mag anfangs funktionieren. Später aber sind wesentlich mehr Menschen im Turm, so dass ein geschickteres Vorgehen gefragt ist. Zudem werden teils die Säulen beim Reparieren noch zur zusätzliche Stützten gestärkt, was ebenfalls bedacht werden muss. Gods vs Humans entwickelt so schnell ein gewisses Suchtpotenzial. Die Steuerung geht dabei ebenfalls leicht von der Hand und wurde sehr einfach und intuitiv gehalten. Mittels Pointer dirigiert ihr den Cursor an die Stellen, wo ihr tätig werden wollt. Ein Druck auf das Steuerkreuz öffnet euer Aktionsmenü, wo mittels Analogstick die gewünschte Aktion gewählt und mit dem A-Button später ausgelöst wird. Neben dem Abenteuermodus wird schon nach wenigen Spielminuten noch der Freie Modus sowie der Duell-Modus freigeschaltet, bei dem zwei Spieler mit geteiltem Bildschirm im Wettstreit antreten können. Profis freuen sich dabei über drei verschiedene Schwierigkeitsgrade sowie die besonders knackigen Herausforderungen, die für weitere Langzeitmotivation sorgen.

Einfach nur göttlich?

Aus technischer Sicht hat man sich in den Artefacts Studios viel Mühe gegeben mit Gods vs Humans. Es gibt zwar kaum detaillierte Texturen, doch das sehr knuffige Design der Menschen in ihren verschiedenen Ausführungen macht das fast wieder wett. Nahe heran gezoomt erkennt man einige der Feinheiten, die in der normalen Spielansicht leider etwas flöten gehen. Das kunterbunte Geschehen auf dem Bildschirm läuft flüssig ab, auch wenn die gebotenen Effekte niemandem wirklich hinter dem Ofen hervor locken. Insgesamt ergibt sich allerdings ein sehr stimmiges Gesamtbild inklusive einer humorvollen Präsentation, die einen guten Eindruck hinterlässt. Der beschwingte Soundtrack untermalt das Geschehen und wird von passenden Soundeffekte abgerundet. Ein paar Brocken Sprachausgabe – und wenn es eine Fantasiesprache gewesen wäre – hätte hier aber noch für mehr Wertungspunkte sorgen können.

Fazit

Wer ein etwas anderes Tower Defense-Spiel mit knuffiger Optik und gelungener Steuerung sucht, sollte bei Gods vs Humans einen Blick riskieren. Die Präsentation ist in sich stimmig und der Umfang stimmt ebenfalls. Somit rechtfertigen sich auch die 1.500 Punkte, die Nintendo für diesen Titel verlangt und die wohl den einzigen wirklichen Wermutstropfen darstellen. Für 1.000 Punkte würden sicherlich mehr Spieler interessiert zugreifen. Genrefans dürfen ihre Wii Points dennoch bedenkenlos investieren.

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