Testbericht: Don King Boxing

Springt in die Shorts, reißt euch die Oberteile von der Brust und schlüpft in die Boxhandschuhe! Wir fangen an mit dem Review-Marathon der Box-Games! Den Anfang macht „Don King Boxing“ von 2K Sports. Ob das Game ein regelwidriger Tiefschlag ist oder ob 2K Sports damit den Meistergürtel holen kann, wollen wir euch in der nun folgenden Review beantworten!

Laaaaaaaaaaaaaadies and Gentlemen!

Macht den Ring frei, denn hier kommt er. Der Mogul, der Eine, der Einzigartige! Mr. „Ich greife jeden Morgen zum Frisieren in die zwei magischen Löcher in der Wand“ – Mr. Don King! 2K Sports hat sich den guten Namen des wohl berühmtesten Boxpromoters der Welt geangelt und ein Spiel auf die Beine gestellt. Wer jetzt an Wii Sports denkt, der sollte den Gedanken schnell wieder fallen lassen, denn mit dem Remote-Gefuchtel hat es bei Weitem nichts zu tun.

Bing! Bing! Round 1! Fight!

Wie bereits gesagt will 2K Sports mit Don King Boxing keinen Party-Boxer liefern, sondern möchte durch die lizensierten Sportler und die doch sehr realistische Steuerung eine gute Boxsimulation bieten. Man muss jedoch leider sagen, dass gerade die Steuerung ein dicker Minuspunkt am gesamten Game ist. Was uns genau daran gestört hat, werden wir später noch ausführlich darlegen, zunächst jedoch zum grundsätzlichen Aufbau des Spiels.

Zu Beginn des Spiels stellt sich dem Spieler nur eine Frage, nämlich ob er direkt in den Kampf ziehen will oder sich vorher etwas in den Trainingsbereich begibt. Wer sich zunächst für das Training entscheidet, der wird auf Übungen stoßen, die tierisch nach Minispielen schmecken. Es ist eigentlich klar, dass ein Training in einem solchen Spiel auf eine solche Art und Weise von statten gehen wird, jedoch endet es im Grunde in einem heillosen Gefuchtel. Im Training kommt das Balance Board auch das erste Mal zum Einsatz. Jeder kennt das lustige Boxtraining aus Wii Fit, dieselbe Übung bietet auch Don King Boxing, jedoch ohne niedliche Optik. Wer genug trainiert hat und sich nun fit für den Ring fühlt, der kommt mit zum folgenden Abschnitt, der Rest bleibt hier und macht noch 100 Liegestütze!

Vorsicht an den Seilen, die haben wir erst neu gespannt!

Das ist also der Ring, in dem man sich beweisen muss. Man kann sich aber auch hier noch entscheiden, ob man einfach nur einen Showkampf austragen will oder sich an einer Kariere versuchen möchte. Wer nur schnell etwas Luft ablassen möchte und seinen angestauten Aggressionen freien Lauf gewähren möchte, der veranstaltet einen Showkampf. Gewichtsklasse, Boxer und Ring wählen und schon kann die Schlägerei los gehen.

Wer lieber langfristig etwas aus sich machen möchte, der startet eine Karriere als Boxer. Eins sei im Voraus gesagt, die Karriere ist kein Pappenstiel, auch wenn die ersten Kämpfe noch relativ leicht zu sein scheinen und meist zu eigenem Gunsten ausgehen. Man merkt schnell, dass man spätestens ab dem vierten Kampf etwas mehr Taktik benötigt. Wer schon bei Wii Sports gerne gegen Opa oder Tante Hilde geboxt hat, der kann sich natürlich auch bei Don King Boxing in den Kampf gegen einen reellen Gegner begeben. Aber bitte Vorsicht walten lassen! Nicht nur im Einzelspielermodus hat man den Drang auf den Fernseher zuzulaufen, nein auch im Multiplayermodus kommt dieser Drang durch und so kann es schon einmal vorkommen, dass man sich kurz vor der Mattscheibe trifft – Wort wörtlich!

Wir ändern die Strategie! Hau‘ ihn einfach um!

Man hat sich ohne Zweifel Gedanken gemacht bei der Steuerung, jedoch wohl noch nicht genug. Die grundlegenden Schläge werden durch die passenden Bewegungen ausgeführt. So muss man für einen Jab, das ist der gerade Schlag mit der Führungshand, den Nunchuk nach vorne schlagen. Für eine Gerade, der gerade Schlag mit der Schlaghand, die Wiimote. Haken und Uppercuts werden durch passende Bewegungen von Nunchuk bzw. Wiimote ausgeführt. Diese Schläge werden alle automatisch zum Kopf des Gegners ausgeführt, wenn man den Körper bearbeiten möchte, so muss man für die linke Körperhälfte zusätzlich zu den Bewegungen den Z-Knopf gedrückt halten, für die rechte Körperhälfte den B-Knopf. Natürlich überlebt kein Boxer auch nur eine Runde, wenn er keine ordentliche Deckung hat. Um die eigene Verteidigung aufzustellen müssen beide Controller nach oben gehalten werden, wie beim echten Boxen eben auch, jedoch muss zusätzlich noch der A-Knopf gedrückt gehalten werden. Während des Blockens kann man sich noch zu den Seiten oder nach hinten neigen um somit den Schlägen auszuweichen, auch Ducken ist im Programm inbegriffen, also nichts wie in die Knie. Ach, natürlich kann man auch noch im Ring umherlaufen. Der Analogstick wird dafür einfach in die gewünschte Richtung bewegt und schon setzt sich der Boxer, wenn auch nicht sonderlich schnell, in Bewegung. Wer einen kleinen Spurt hinlegen möchte, der tippt den Analogstick einfach zweimal schnell hintereinander in die entsprechende Richtung, in welche der Boxer springen soll.
Das Balance Board findet auch in den Kämpfen Einsatz, jedoch ist die ganze Sache unspektakulärer als man denkt. Durch die Gewichtsverlagerung auf dem Board neigt sich der Boxer in die entsprechende Richtung und weicht somit den Schlägen des Gegners aus.

Jeder, der sich für den Boxsport interessiert wird gemerkt haben, dass die gesamte Steuerung auf die Linksauslage geeicht ist. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als für Rechtshänder ausgelegt. Natürlich lässt sich aber auch die seltene Rechtsauslage einstellen, dies geht sogar während man sich inmitten eines Kampfes befindet – hierzu drückt man einfach das Steuerkreuz nach unten.

8 … 9 … 10 … K.O.!

So toll und leicht die Steuerung auch aussehen mag, 2K Sports hat sich mit ihr auch einen gehörigen Tiefschlag erlaubt. Die Bewegungen werden nicht immer erkannt und man muss sich für eine einigermaßen ordentliche Erkennung bewegen wie ein Roboter. Der Spielspaß bleibt natürlich ganz und gar auf der Strecke, wenn man merkt, dass man einfach keine Chance gegen einen stärkeren Gegner hat, da man keine ordentlichen Schläge landen kann. Wenn man es dennoch schafft genügend Adrenalin für einen Spezialschlag zu sammeln, so muss man sich immer noch auf sein Glück verlassen, ob man denn nun auch den gewünschten Schlag ausführt und ob dieser sein Ziel überhaupt trifft.

Grafisch kann man wieder einmal nicht von einem Meisterwerk reden, aber wir sind es ja schon gewohnt uns mit PS2-Grafik abzufinden. Die Boxer sind zu erkennen, die Veranstaltungsorte sehen auch ganz ordentlich aus, lediglich das Publikum besteht mal wieder aus einer einzigen Textur, aber darauf achtet man ja sowieso nicht beim Boxen.

Wer auf Hip Hop steht, der wird hier auf die richtige Musikuntermalung stoßen. Natürlich passen die Klänge perfekt zu dem Spiel, jedoch sind sie nun mal nicht jedermanns Sache. Effekttechnisch kann man sich nicht beschweren, da macht es *Patsch*, *Klatsch* und *Dong* wo und wie es *Patsch*, *Klatsch* und *Dong* machen soll.

Genug nun, wir werfen das Handtuch! Ab zum Fazit!

Fazit

Ich habe mir ja schon gedacht, dass es nicht leicht sein wird gleich drei Boxspiele auf den Prüfstand zu nehmen, aber dass ich dabei gleich ins Schwitzen komme habe ich nicht gedacht. Zwar kann man bei Don King Boxing den Schwierigkeitsgrad nach Belieben einstellen, jedoch sind die späteren Kämpfe einfach wegen der nicht zu 100 Prozent funktionierenden Steuerung auch auf leichter Schwierigkeitsstufe nicht zu gewinnen. Eigentlich ist es wirklich schade, da Don King Boxing endlich mal ein ernst gemeintes Boxspiel darstellt, welches sich einfach aus der immer größer werdenden Masse der Party-Boxern erheben wollte. Wer aber ein realistisches Spiel sucht und sich nicht von der leicht verkorksten Steuerung abschrecken lässt, der schlägt sprichwörtlich zu. Der Rest macht einen Ausfallschritt und weicht besser aus!

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