Testbericht: Disney Sing it: Pop Party

Es ist mal wieder Zeit eure Wii zur Karaoke-Maschine umzuwandeln, denn im Hause Disney hat man die erfolgreiche Sing-it Reihe erweitert. Das neuste Werk trägt diesmal den Untertitel „Pop Party“. Verständlich wenn euch jetzt, nachdem ihr das Wort „Party“ gelesen habt, die Haare zu Berge stehen. Schließlich musste dieser Begriff schon seit Anbeginn der Wii für minderwertige und schlecht gemachte Spiele herhalten. Nichts desto trotz finden sich ab und zu welche, die zu Recht diesen Zusatz verdient haben. Man denke da nur an die Mutter aller Partygames „Mario Party“ oder Nintendos neustem Titel „Wii Party“. Ob aber das aktuelle Sing it Partystimmung in eurem Wohnzimmer aufkommen lässt, lest ihr in diesem Review.

Here We Go Again

Das grundlegende Spielprinzip dürfte den meisten Lesern bekannt sein, nachdem es mittlerweile unzählige Karaoke-Games auf dem Markt gibt: mit Hilfe eines Mikrofones seid ihr aufgefordert verschiedene Lieder zu singen und dabei möglichst viele Punkte zu erzielen. Während ihr trällert, werden der Text sowie die Tonhöhe und -länge angezeigt. Je besser ihr die Töne trefft, desto mehr Punkte bekommt ihr. Die einzelnen Songabschnitte werden sofort mit einem „cool“, „ok“ oder „hervorragend“ bewertet. Entsprechend gut oder schlecht fällt am Ende auch die Gesamtbewertung aus, bei der ihr mit bis zu fünf Sternen belohnt werdet.
Soweit die Basics, schauen wir uns einmal die einzelnen Spielmodi ein wenig genauer an:

Wer es klassisch mag, der wählt den Sing it-Modus. Dort könnt ihr einen der insgesamt 30 Tracks auswählen und diesen alleine singen. Solltet ihr euch nicht entscheiden können, welchen Song ihr zum Besten geben möchtet, wählt ihr einfach „Zufall“.

Neu bei allen Spielvarianten ist, dass ihr die Originalstimme des Sängers oder der Sängerin verändern könnt. Wählt ihr „Normal“ bleibt alles wie immer, bei „Karaoke“ ist die Stimme des Interpreten nur noch leise zu hören, dafür kommt eure umso mehr zur Geltung. Ganz abstellen, wie beim richtigen Karaoke, lässt sich der Originalgesang aber leider nach wie vor nicht.

One Less Lonley Girl

Das „Gruppenspiel“ in dem bis zu acht Möchtegernsänger gegen- oder miteinander antreten dürfen ist ebenfalls wieder mit dabei. Davon abhängig, wie viele Spieler mitmachen und welche Anzahl an Mikrofonen ihr besitzt, gibt es verschiedene Spielmöglichkeiten. Der „Wettbewerb“, bei dem ihr gleichzeitig gegen Andere singt, ist einer davon.
Für alle, die ausprobieren möchten, wie ihre Stimmen zusammen harmonieren, gibt es das „Duett“.
Im Team-Modus benutzt ihr je ein Mikrofon zu zweit. Bevor es losgeht lässt sich festlegen, welche Spieler jeweils ein Team bilden. Außerdem könnt ihr für jeden Spieler oder jedes Team die Schwierigkeit getrennt voneinander festlegen, sodass niemand unter- bzw. überfordert ist.

Die wirklichen Profis kommen dann im so genannten „Leistungsmodus“ zum Zug. Hier fehlen Texte und „Noten“, lediglich der Song samt Video wird eingespielt. Ihr solltet also den Song wirklich gut kennen um eine akzeptable Bewertung zu bekommen.

Nun darf natürlich bei einem selbsternannten „Partyspiel“ auch der gleichnamige Modus auf keinen Fall fehlen. Dieser ist so aufgebaut, dass das Mikro hier abwechselnd in der Runde weitergereicht wird. Es gibt aber auch Abschnitte, bei denen alle gleichzeitig losträllern dürfen.
Damit man genau weiß wer gerade an der Reihe ist, steht über der Notenanzeige der jeweilige Spieler. Anhand eines abnehmenden Balkens erkennt man, wie lange dieser noch singen muss bis der Nächste an der Reihe ist. Da es in diesem Sing it-Teil anscheinend nicht möglich ist, die Spielernamen einzugeben, muss man sich wohl oder übel mit „Spieler 1 – 8“ zufrieden geben.

Beim Weitergeben des Mikrofons an seinen Nachbarn sollte man übrigens schnell sein, denn sonst passiert es leicht, dass dieser seinen Einsatz verpasst. Das ist aber nur halb so schlimm, denn am Ende gibt es sowieso eine Gesamtbewertung aller Mitglieder eurer „Band“. Wer sich das eben gesungene Stück noch einmal in Ruhe anhören möchte kann dies durch drücken des „Zugabe-Button“ tun. Während man also dem mehr oder weniger hitverdächtigen Gesang lauscht, lässt sich die eigene Stimme durch verschiedene Effekte wie „Echo“ oder „Telefon“ verändern. Am lustigsten ist es aber, wenn ihr euch selbst eine „Quietschestimme“ verpasst, als hättet ihr während des gesamten Liedes unentwegt Helium eingeatmet.

Im Partymodus ist es zusätzlich möglich eine „Setlist“ zusammenstellen, sodass ihr bis zu zehn Songs hintereinander absolvieren und einen wahren Marathon einläuten könnt.

Wie die meisten von euch wahrscheinlich schon geahnt haben, besteht die Tracklist typischerweise überwiegend aus Disney-Interpreten. Um also richtig Spaß mit diesem Spiel haben zu können, solltet ihr Interpreten wie „Selena Gomez“ auf jeden Fall schon einmal gehört haben. Alle anderen, die nicht nur Mainstream-Pop singen wollen werden sich schwer tun, denn richtige Partyhits sind in diesem Spiel sehr rar vertreten. Aber seht selbst:

  • Allstar Weekend – A Different Side Of Me
  • Ashley Tisdale – It’s Alright, It’s Ok
  • Black Eyed Peas – Boom Boom Pow
  • Camp Rock 2 – It’s On
  • Camp Rock 2 – Fire
  • Camp Rock 2 – Wouldn’t Change A Thing
  • Camp Rock 2 – Introducing Me
  • Camp Rock 2 – Brand New Day
  • Camp Rock 2 – I Never Told You
  • David Guetta ft. Kelly Rowland – When Love Takes Over
  • Demi Lovato – Remember December
  • Demi Lovato – Here We Go Again
  • Dami Lovato as Sonny – Me, Myself And Time
  • Iyaz – Solo
  • Jason Mraz – I’m Yours
  • Jonas Brothers – Paranoid
  • Jonas Brothers – Fly With Me
  • Jordin Sparks – Battlefiels
  • Justin Bieber – One Time
  • Justin Bieber – One Less Lonely Girl
  • Kelly Clarkson – Already Gone
  • Nick Jonas & The Administration – Who I Am
  • One Republic – All The Right Moves
  • Owl City – Firelines
  • Paramore – Ignorance
  • Paramore – Brick By Boring Brick
  • Selena Gomez – Magic
  • Selena Gomez – Naturally
  • Selena Gomez – Falling Down

All The Right Moves

Auch wieder mit dabei: Sing it Pro, diesmal aber unter dem Menüpunkt „Akademie“ zu finden. Hier bringt euch Disney-Star Demi Lovato allgemeine Grundlagen der Gesangslehre bei. Anhand kurzer Filme, die leider unglaublich schlecht synchronisiert wurden, bekommt ihr verschiedene Tipps zum Aufwärmen, oder ihr erfahrt was es mit sogenannten „Riffs“ in der Gesangswelt auf sich hat. Natürlich gibt es zu jedem Gebiet auch Übungen, bei denen sich das gerade erlernte gleich anwenden lässt.

Eine gelungene Abwechslung sind auch die Herausforderungen, bei denen man zum Beispiel die längste Note in einem bestimmten Song fehlerfrei singen, oder einen Platz in der Rangliste erreichen muss.

Die Grafik steht bei einem Wii-Titel dieser Art sicher im Hintergrund, ist aber zweckmäßig und die sechs verschiedenen Themes, von denen einige erst freigespielt werden müssen, sind recht gelungen.

It’s Alright, It’s Okay

Zusammenfassend lässt sich sagen: Sing it, wäre nicht Sing it, würden die vielen aktuell angesagten Disney-Stars mit ihren Songs in der Tracklist fehlen. Pop Party hält was es verspricht – Eingängige Popsongs für junge Disneyfans, die zusammen mit ihren Freunden trällern möchten. Für alle, die jedoch mit Filmen wie „Camp Rock“ nichts anfangen können, geben wir hier lieber keine Kaufempfehlung, denn die klassischen Partykracher sucht man vergebens.
Insgesamt ist das Spiel aber wieder recht ordentlich geworden. Neben ein paar Neuerungen wie lustigen Stimmeffekten, ist vieles altbewährte der Sing it-Reihe erhalten geblieben – man hat vieles schlicht und einfach umbenannt. Bestes Beispiel hierfür ist der „Leistungsmodus“, welcher im Vorgängerspiel noch „Du bist alleine-Modus“ geheißen hat.
Für jeden Disneyfan der gerne singt, ist Pop Hits schon wegen der 30 neuen Songs jedoch ein Muss.

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