Testbericht: Defend Your Castle

„Defend Your Castle“ ist eines der Spiele, welches wohl viele unserer Leser nicht zuletzt durch die Flash-Version im Internet kennen sollten. Die Entwickler der XGen Studios haben sich nun auch an eine WiiWare-Version des Spieles gewagt. Wie diese ausgefallen ist, erfahrt ihr hier in unserem Testbericht.

I’m in front of ur castle, destroyin‘ ur defenz!

Zu aller Erst eine kurze Erklärung des Spielprinzips, für alle, die das Flashgame nicht gespielt haben. Wie der Titel schon vermuten lässt, müsst ihr eure Burg verteidigen. Die Angreifer sind kleine fiese Strichmännchen, die sich an der Burgmauer zu schaffen machen möchten. Um diese Angreifer von eurer geliebten Burg fern zu halten, habt ihr eine sehr effektive Waffe, nämlich eine Hand. Mit der Hand könnt ihr die Angreifer an ihren Köpfen packen und in die Höhe heben. Wenn sie losgelassen werden fallen sie Richtung Boden und schlagen auf. Der Aufprall endet ab einer gewissen Höhe mit dem Zermatschen des Angreifers. Wer noch effektiver sein möchte, der schleudert die Männchen einfach in die Luft und überlässt sie so der Schwerkraft.

Anfangs sollte man sich für einen der beiden Schwierigkeitsgrade entscheiden, dabei kann zwischen Normal und Heronic gewählt werden. Nach jedem erfolgereich bestrittenem Level werden die Gesamtpunkte, die ihr in der gerade gespielten und in den vergangenen Runde erkämpft habt, angezeigt. Anschließend kann gespeichert werden und es stehen Pläne sowie Burgskizzen zur Begutachtung bereit. Außerdem kann nun Geld in Türme investiert werden, von denen dann Zauberer und Bogenschützen angreifen können. Um die demolierten Burg wieder herzurichten ist es nötig Bauarbeiter zu kaufen, welche dann diese Arbeit für euch erledigen. Jedoch sind diese Türme, zumindest am Anfang, kostspielig. Im Laufe des Spiels wird immer wieder vorrangig in zwei Dinge investiert: Die vollständige Reparatur und die maximale Lebensanzeige der Burg.

Natürlich gibt es nicht nur die oben erwähnten Standartgegner in Gestalt der kleineren Strichmännchen, welche zwar immer in großen Scharen kommen und euch somit das Leben schwer machen, sondern sie haben auch noch große Brüder. Diese stellen Riesen dar, welche sich nicht mit der Hand packen aber dafür in gemeiner Weise pieksen lassen bis sie umfallen und so ihren Untergang finden. Des Weiteren setzen die Strichmännchen Katapulte ein, um eure Burg nieder zu reißen. Diese Katapulte stellen den härtesten Gegner dar und lassen sich auch nur durch gezielte Zauber oder Pieksen zerstören. Etwas sehr schwarz, was den Humor angeht, sind die Selbstmordatentäter, die sich in die angreifenden Massen stürzen.

Außer mit den fiesen Explosionen der Attentäter können die Gegner wie bereits erwähnt mit Zaubern bombardiert werden. Es gibt zwei unterschiedliche Zauber, darunter den Radiergummizauber und den Spraydosenzauber. Der Radiergummi lässt wie zu vermuten die Gegner einfach verschwinden, die Spraydose färbt sie um und macht sie so zu eigenen Verbündeten. Leider steht der Spraydosenzauber und die Selbstmordattentäter erst in späteren Levels zur Verfügung und müssen sich somit erst erarbeitet werden.

Die oben beschriebene Vorgehensweise könnt ihr aber nicht mit jedem eurer stürmenden Gegner verrichten, denn manche laufenden Gesellen sind so schwer, dass eure „Zange“ diese nicht hochheben kann. Da bleibt euch nur das Anstupsen der Gegner übrig die je nach Art mehr Stupser nötig haben um zusammen zu fallen. Von solchen Gegnern gibt es insgesamt zwei verschiedene: Große Strichmännchen mit riesigen Köpfen, welche durch die Farbwahl des Kopfes an eine Pepsi-Dose erinnern, sowie Katapulte, die besonders viel Zeit in Anspruch nehmen um zerstört zu werden. Dafür benötigt man einige Explosionen durch Zauber oder durch „Selbstmordattentäter“–Strichmännchen, die ein zahnradförmiges Etwas vor sich herschieben und durch einen Klick explodieren lassen. Bis auf die Katapulte können auf diese Weise alle in der Nähe befindlichen Gegner ausgeschaltet und bei entsprechendem Einsatz Kettenreaktionen ausgelöst werden.

Steuerung

Gesteuert wird Defend Your Castle mit der Wii-Remote. Das Interagieren mit den gestrichelten Bösewichten wird mit dem A- oder B-Knopf getätigt. Der A-Knopf wird zudem auch für das Menü und das Upgraden der vier Türme verwendet. Das Steuerkreuz hingegen wird für das Zaubern benötigt: Links die Explosion, unten der Radiergummi und rechts die Spraydose. Und letztendlich noch der Plus-Knopf, welcher die Pause aktiviert. Eine überschaubare Button-Belegung also, mehr hat das Spiel jedoch auch nicht nötig.

Grafik und Sound

Defend Your Castle bietet einen interessanten 2D-Grafikstil, welcher nur aus Alltagsgegenständen zusammen gebastelt wurde. Das sieht um einiges besser aus als die Grafik des original Flashgames. Dennoch hätte man die recht simple Darstellung gerne durch kleine Details aufpeppen können. An Umgebungen bietet das Spiel nicht viel Abwechslung. Während dem Kampf um die Burg, ist stets der gleiche Hintergrund zu sehen: Grüne Landschaft mit einigen Hügeln, Wolken und die untergehende Sonne. Sobald diese hinter den Hügeln verschwunden ist und es komplett duster geworden ist, ist eine Runde beendet. Gelegentlich regnet oder schneit es zwar, das Umgebungsdesign ändert sich dabei jedoch nicht, was ruhig abwechslungsreicher hätte gestaltet werden können.

Zum Sound gibt es nicht allzu viel zu sagen: Während des Titelbildschirms erklingt eine epische Musik, die sich andauernd wiederholt und im Hintergrund laufen die Strichmännchen herum. Später im eigentlichen Spiel gibt es allerdings keine Hintergrundmusik, sondern nur noch das Geschrei der Männchen und die Soundeffekte wie beispielsweise Schläge, Waffengeräusche und Explosionen. Leider können diese Sounds alleine auf Dauer schon etwas nerven, hier wäre der Einsatz von Musik sicherlich nicht verkehrt gewesen.

Fazit

Leider muss ich sagen, dass bis auf Grafik und Steuerung bei Defend Your Castle kaum Unterschiede zum Flashgame festzustellen sind. Das Spiel macht im Multiplayermodus in jedem Fall viel mehr Spaß als alleine und dazu ist die Steuerung auch wesentlich besser gelungen. Wer sich nicht sicher ist, ob die 500 Nintendo Points eine Investition Wert sind, der probiert am besten einfach das Flashgame aus. Fans des Spiels kann ich die Wii-Version jedoch in jedem Fall empfehlen.

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