Testbericht: CSI: Eindeutige Beweise

Bereits im Oktober des letzten Jahres brachte Ubisoft mit CSI: Eindeutige Beweise den vierten Ableger der CSI-Spielereihe auf den PC und die Xbox 360 und Ende März können auch die Wii Spieler mit dem Team von CSI Las Vegas auf Spurensuche gehen. Wir haben für euch getestet ob das Spiel, welches zum Budgetpreis erscheint, sein Geld wert ist, oder ob uns mal wieder eine eher schwache Umsetzung eines erfolgreichen Fernsehformats ins Haus steht …

Von Jägern und Sammlern

Fans der Serie werden sich im Spiel schnell heimisch fühlen, denn Ubisoft orientiert sich bei diesem klassischen Point’n’Click-Adventure stark an der TV Vorlage und schafft von der Aufmachung des Menüs bis hin zu den Synchronstimmen sofort eine vertraute Umgebung.
Ihr schlüpft in die Rolle eines CSI Ermittlers der Abteilung Las Vegas und müsst insgesamt fünf Fälle aufklären die sich alle samt um Mord oder Mordversuche drehen. Zur Seite stehen euch dabei die Kollegen des CSI Teams wie beispielsweise euer Chef und Hobbyentomologe Dr. Grissom, euer direkter Vorgesetzter Captain James Brass oder Ermittler Warrick Brown. Bei jedem Fall unterstützen euch dabei unterschiedliche Ermittler deren Tätigkeit sich aber nicht darauf beschränkt am Tatort herum zu stehen. Denn solltet ihr bei euren Ermittlungen mal nicht weiter kommen so könnt ihr euch von den Kollegen Tipps geben lassen – aber Vorsicht, denn das bleibt nicht unbemerkt und hat Einfluss auf eure Schlussbeurteilung.

In Sachen Gameplay und Steuerung setzt man hier auf Altbekanntes, denn eigentlich wurde lediglich die Maussteuerung durch die Pointerfunktion der Wiimote ersetzt. Auf jegliche Wii-spezifische Bewegungs- und Geschicklichkeitseinlagen wurde verzichtet. Für mich persönlich ist das allerdings kein Kritikpunkt, im Gegenteil. Als Freund klassischer Point’n’Click-Spiele bin ich froh, wenn ich nicht jede Tür durch Drehen der Wiimote öffnen muss.
Das ganze Spiel läuft in der 1st Person Perspektive ab, wobei ihr euch nicht aktiv durch den Raum bewegen könnt, sondern euch nur ein wenig im Raum umsehen dürft indem ihr den Cursor an den Rand des Bildschirms bewegt. Wenn es die Möglichkeit gibt andere Stellen im Raum genauer zu untersuchen verwandelt sich euer Cursor in einen grünen Pfeil und per A-Knopf landet ihr dann im Closeup dieses Bereichs. Der B-Knopf dient dazu von dieser Ansicht wieder in eine etwas weitere Einstellung zu wechseln.
Bewegt ihr euren Cursor über eine anwesende Person im Raum erscheint eine Sprechblase. Drückt ihr jetzt den A-Knopf beginnt ihr ein Gespräch eurem Gegenüber und könnt aus verschiedenen Fragen auswählen.
Den Großteil der Zeit verbringt ihr aber damit Tatorte, Wohnungen und Fahrzeuge von Opfern und potentiellen Tätern nach Spuren zu untersuchen. In guter alter CSI Manier stehen euch dazu alle möglichen Hilfsmittel zur Verfügung die das forensische Herz höher schlagen lassen: Pinzette, Mikrosil, Tupfer, Beweissicherungsband, UV-Lampe, Ninhydrin um nur ein paar zu nennen.
In den Standardeinstellungen des Spiels hilft euch der Computer dabei das richtige Werkzeug für die zu untersuchende Spur zu wählen. Wer mehr Erfahrung im Laufe des Spiels gesammelt hat, kann das aber abschalten – übrigens auch alle weiteren Hilfsoptionen, was das Spiel deutlich schwerer macht.
Habt ihr alle wichtigen Beweise gesammelt geht es in der Regel zurück ins Labor, welches natürlich auch mit allerlei technischen Finessen versehen ist. Zu eurer Verfügung stehen Mikroskope für den Vergleich von Objekten, ein Montagetisch um Beweise in seine Einzelteile zu verlegen oder umgekehrt, ein Computer zur Materialanalyse, ein DNA-Analysator und so weiter.
Wie sich unschwer erkennen lässt muss man hier mit wirklich großer Sorgfalt vorgehen um auch wirklich alle Spuren zu entdecken, zu sichern und zu untersuchen.
Habt ihr dann eine heiße Spur gefunden ist es an der Zeit bei Captain James Brass eine Vorladung oder gar einen Haftbefehl zu beantragen um den Verdächtigen in die Mangel zu nehmen.

Ein Querschnitt durch die Gesellschaft

Die verschiedenen Fälle bieten ein perfektes Ebenbild der amerikanischen Gesellschaft und stellen Morde dar, wie sie im Prinzip täglich auch bei uns passieren können. Ob nun ein lesbisches Künstlerpärchen den männlichen Ex-Lover anzündet, eine komplette Rockband von Starkstrom gegrillt wird oder rachsüchtige Freundinnen die Leihmutter ihres krebskranken Liebhabers um die Ecke bringen – alles Geschichten, die das Leben schreibt …
Aber genau das macht den Reiz des Spiels aus, denn im Laufe der Ermittlungen stellt ihr immer wieder neue hanebüchene Theorien auf und verdächtigt so ziemlich jeden, der mit der Sache zu tun hat. Gepaart mit gelungenem Wortwitz der Protagonisten fügt sich das Ganze zu einem sehr unterhaltsamen Zeitvertreib zusammen.
Schade ist, dass der Spielverlauf absolut linear ist da es keine alternativen Lösungswege und kaum motivierende Sidequests gibt.

Veraltete Technik, gelungener Sound

Im Gegensatz zur hochmodernen Technik die ihr in euren Fällen anwenden dürft, präsentiert sich das Spiel in puncto Grafik leider ziemlich altbacken. Schwammige Texturen gehen mit hölzernen Animationen einher und trüben das sonst gute Bild des Spiels. Während man darüber noch hinweg sehen könnte nervt das ständige Nachladen und die damit verbundenen Bild- und Tonruckler immens. Denn selbst nachdem ein neuer Ort geladen wurde, was jedes Mal bereits einige Zeit in Anspruch nimmt, greift das Spiel immer wieder auf die Disc zu und verhindert somit, dass ihr euch flüssig im Raum umsehen könnt. Dies ist in Anbetracht der wenig detailreichen Aufmachung unverständlich. Hier wäre etwas mehr Feintuning dringend nötig gewesen.
Einzig die Zwischensequenzen während des Ladens, oder bei Darstellung des vermeidlichen Tathergangs, können sich wirklich sehen lassen und überzeugen im bekannten CSI Style.
Im Sachen Sound macht Ubisoft jedoch alles richtig, zumindest für alle diejenigen deren Muttersprache das Englische ist. Denn während die englischen Synchronstimmen bestens gelungen sind so sucht man eine deutsche Vertonung leider vergebens. So bleibt uns leider mal wieder nur das Lesen von ellenlangen Untertiteln.

Der Sound untermalt die Atmosphäre des Spiels gut, hier gibt es für uns nur wenig Grund zu meckern.

Fazit

Wer Freude daran hat Umgebungen penibel genau nach Beweisen ab zu suchen und diese dann später im Labor nochmals von allen Seiten unter die Lupe zu nehmen, der ist mit CSI: Eindeutige Beweise gut beraten, denn das Spiel wird alle Hobbyermittler und Freizeitforensiker einige Stunden beschäftigen. Zwar bieten der lineare Spielablauf und die nur wenig motivierenden freispielbaren Extras lediglich einen bedingten Wiederspielwert, aber als Budgettitel ist das Spiel für Point’n’Click-Freunde auf jeden Fall einen Blick wert.
Der Schwierigkeitsgrad ist auch in den späteren Fällen moderat jedoch nicht zu einfach, sodass Einsteiger wenige Frustmomente erleben und auch etwas erfahrenere Spieler auf ihre Kosten kommen. Abzüge müssen wir dem Spiel allerdings für die schwache grafische Präsentation sowie technischen Mängel geben.
Trotzdem steht uns hier ein gutes Point’n’Click-Erlebnis für die kleine weiße Box ins Haus, welches nicht nur für Fans der Fernsehserie interessant sein dürfte.

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