Testbericht: Cars

Es ist das Gefühl von Ruhm, dass ihn wieder hinaus bringt. Mit Vollgas durch die Piste, umjubelt von tausenden Fans, die entweder an der Strecke jubeln oder zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Und nicht zu vergessen, dass dieser Ruhm auch jede Menge Geld und eine besonders gute Stellung bei den Frauen mit sich bringt. Ganz klar, wer auf dieses Leben steht, Lighting Mc Queen, Protagonist im Disney-Pixar-Film Cars. Doch wie viel Action bringt die Wii-Version des THQ Titels?

Die Story

In Cars gibt es keine Menschen, sondern nur Autos und andere motorisierte Fortbewegungsmittel. Ihr schlüpft überwiegend in die Rolle von Lightning Mc Queen, einem rotem Sportwagen mit viel zu großem Ego, der sich bei seinen Freuden in Radiator Springs mitten in der Wüste befindet. Überwiegend gilt es Rennen gegen andere Autos zu fahren, hin und wieder könnt ihr auch in andere Rollen schlüpfen. Außerdem wird das Spiel mit diversen Zusatzaufgaben aufgelockert, so z. B. müsst ihr die Postkartensammlung der alten Lizzy wieder finden oder Luigi dabei unterstützen einen Reifenwechsel durchzuführen. Auch das Ärgern von Traktoren (welche in der Welt von Cars so etwas wie Kühe darstellen) gehört zur Palette der kleinen Aufgaben dazu. Neben einem umfangreichen Story-Modus enthält das Spiel auch eine abgespeckte Version für Kinder, in der die kleinen nicht durch zu schwere Stellen gefrustet werden sollen. Dies ist auch der einzige Pluspunkt den man dem Story-Modus abgewinnen kann.

Weitere Modi sind der Pisten-Cup-Modus, bei dem man einige Cup-Rennen fahren kann, ob allein oder zu zweit, und der Mini-Spiel-Modus, welcher allerdings nur Mini-Spiele enthält die man im Story-Modus zuvor freigespielt hat.

Steuerung

THQ hat das Spiel mit zwei auswählbaren Steuerungen versehen. Für den Standart benötigt ihr lediglich die Remote. Durch Neigung der Fernbedienung wie bei einem Lenkrad steuert ihr Lighting durch die Straßen, während ihr mit 2 Gas gebt, mit 1 gegebenenfalls den Turbo einsetzt und mit dem A-Knopf die Bremse einsetzt, bzw. Rückwärts fahrt. Zugegeben, gerade dies ist etwas ungewöhnlich, aber da man das Steuerkreuz nicht zum lenken benötigt eine durchaus legitime Belegung. Auf dem B Knopf findet ihr die Handbremse, welche ihr z. B. für 180 Grad Drehungen braucht. Hier wäre eine Belegung auf das Steuerkreuz sinnvoller gewesen. Mit diesem könnt ihr Power-Slides machen, sobald sie freigeschaltet sind

Alternativ könnt ihr ein Nunchuk anschließen und lenkt dann mit dem Analog-Stick. Der Z-Knopf wird zu Eurem Gaspedal, der B-Knopf zur Bremse und A zur Handbremse. Powerslide und Wheelie bleiben auf dem Steuerkreuz.

Die Grafik

Diese schon für Gamecube-Verhältnisse langweilig wirkende Grafik lässt vermuten, dass es bei diesem Spiel eher um das schnelle Geld ging, als um eine gelungene Film-Umsetzung. Da werden identisch aussehende Büsche etliche Male verwendet, dabei war es doch gerade der Disney Konzern, der uns in den 60er Jahren beibrachte, dass auch die Wüste lebt. Denn vor allem im Bereich der Landschaft wäre deutlich mehr drin gewesen. Interessanterweise fiel beim Test sogar auf, dass das Spiel während des Fahrens gerade in den Randbereichen des Areals nachlädt, hierbei stockt das Spiel sogar für einen zwar sehr, sehr kurzen, aber merkbaren Moment. Einen Hoffnungsschimmer bieten allerdings die Charaktere selbst, denn Lighting, Sally und all die anderen wirken durchaus gut gestaltet, und bieten eine gute Mimik.

Sound und Musik

Es gibt in diesem Spiel aber auch positives zu berichten. Die deutschen Synchronsprecher des Films haben auch dem Spiel ihre Stimme geliehen. Dabei wird das Spiel von einem Pop-Rock-Soundtrack mit englischem Gesang begleitet. Dieser ist allerdings nicht sehr umfangreich und man wünscht sich nach mehrmaligem Spielen dann doch den einen oder anderen zusätzlichen Song. Die Geräusche sind für den Grafikstil passend, nichts phänomenales, aber auch nicht zu wenig.

Fazit

Das Urteil ist hart, aber deutlich. Wer kein Fan des Films ist, oder das Spiel nicht für seine Kinder kaufen möchte, sollte bei diesem Spiel nicht zugreifen. Bis auf die Tatsache, dass es einen speziellen Modi für Kinder gibt, bietet das Spiel leider keine besonderen Überraschungen. Eine stärkere Verfolgung der Film-Storyline hätte dem Spiel sehr gut getan, Disney-Film-Spiele der 16-Bit-Ära können heute immer noch fesseln, dies fehlt diesem Spiel vehement. Das fatale Speichersystem übersteigt die Fragerei von Mario Party 7 bei weitem („Willst du wirklich speichern“, „Bist du dir im klaren dass du den alten Speicherstand überschreibst“, „Also gut, dann werde ich jetzt speichern“, „Ich habe gespeichert, bestätige bitte“, „Hast du gelesen, dass das Spiel gespeichert wurde?“), so dass auch der letzte kleine Funken an Frohsinn im Keim erstickt wird. Im Namen der Videospielgemeinschaft kann man nur darum bitten, sich bei den nächsten Disney-Umsetzungen zu steigern.

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