Testbericht: Brothers in Arms: Double Time

Mit der Spieleserie „Brothers in Arms“ hat Ubisoft bereits viel Erfolg auf dem PC gefeiert. Jetzt bringt der französische Publisher die beiden Teile „Road to Hill 30“ und „Earned in Blood“ auf die Wii. Das Besondere daran ist, dass Ubisoft beide Teile als Bundle unter den Namen „Brothers in Arms: Double Time“ anbietet. Man erhält also nicht nur ein Spiel, sondern gleich zwei. Ob die Portierungen ebenfalls so gut gelungen sind wie die Original-Versionen auf dem PC, erfahrt ihr im nun folgenden Testbericht.

Die Story

Brothers in Arms: Road to Hill 30

Als Sergeant Baker springt ihr mit der 101. Luftlandedivision über der Normandie ab. Leider verläuft der Absprung nicht ganz reibungslos, sodass die 101. hinter den feindlichen Linien verstreut wird. Eure Aufgabe ist es nun die Kameraden zu finden und eine neue Einheit zu formieren. Anschließen macht ihr euch auf den Weg zum Hügel 30, den es zum Ende des Spiels einzunehmen gilt.

Brothers in Arms: Earned in Blood

Earned in Blood ist bis Mitte des Spiels eine Parallelerzählung zu Road to Hill 30, jedoch aus Sicht von Sgt. „Red“ Hartsock. Dieser erzählt Colonel Marshall die Geschichte von Hügel 30 und was danach mit ihm und den anderen Kameraden, unter anderem Sgt. Baker, geschah. Dabei dürft ihr euch auf haarsträubende Städtekämpfe in Carentans und St. Sauveur erfreuen.

Die Steuerung

Die Steuerung in beiden BiA-Teilen erfolgt absolut identisch. Ziele und Richtungsveränderungen erfolgen über die Pointerfunktion der Wii-Remote. Über den Analogstick des Nunchuks erfolgt die Bewegung der Spielfigur. Die C-Taste lässt Sgt. Baker bzw. Sgt. Hartsock in die Hocke gehen. Mit der Z-Taste wird abhängig von der Waffe ein Zoom ausgeführt. Dabei erhalten präzisere Waffen einen besseren Zoomeffekt als z.B. Maschinenpistolen. Auch das Zielfernrohr der Scharfschützenwaffen wird mit der Z-Taste verwendet. Gefeuert wird mit der B-Taste der Remote und das Nachladen erfolgt über das Steuerkreuz, indem es nach unten gedrückt wird. Wenn ein Kamerad oder eine Waffe in der Nähe sein sollte, kann man durch diesen Knopf auch neue Munition und Granaten bzw. die Waffe erhalten. Eine Waffe wird ebenfalls mit dem Steuerkreuz ausgewählt (jedoch diesmal nach rechts drücken). Mittels schwingen der Remote wird eine Nahkampfattacke ausgeführt.

Granaten werden mit der Plus- oder Minus-Taste aktiviert, wobei erst ein Zielbereich gewählt und anschließend bestätigt werden muss. Nun reicht zur Ausführung nur noch eine Wurfbewegung mit der Wii-Remote. Leider führt dies manchmal dazu, dass sich die Spielfigur kurz dreht und die Gegner dabei leicht aus den Augen zu verlieren sind. Die Granate findet jedoch fast immer ihr Ziel. Diesen Orientierungsverlust kann man jedoch auch im Menü abstellen, dann wird der Wurf der Granate direkt nach der Zielbestätigung automatisch ausgeführt.

Die Taste 1 bringt euch in die Situationsübersicht, die es euch erlaubt das Geschehen von oben zu betrachten und neu einzuschätzen. Ins Menü kommt ihr über die 2-Taste.

Die Truppsteuerung ist recht einfach gehalten. Es sollte als erstes festgelegt werden, welchem Trupp ihr einen Befehl geben wollt. Dies könnt ihr über die Linkstaste des Steuerkreuzes machen. Über dem ausgewählten Soldat oder Panzer erscheint das entsprechende Symbol. Auch auf dem Kompass könnt ihr den gewählten Trupp jetzt erkennen. Die A-Taste bringt eine Markierung auf den Boden, welche ihr jetzt mittels Pointerfunktion positionieren könnt. Beim Lösen der A-Taste bewegt sich der gewählte Trupp zum ausgewählten Zielpunkt. Eure Trupps suchen sich nach Erreichen dieser Position von ganz alleine die nötige Deckung. Wenn eure Einheiten ein Sperrfeuer auf gegnerische Einheiten legen sollen, wird einfach die oben genannte Prozedur wiederholt, jedoch wird diesmal einfach der Feind anvisiert. Jetzt erscheint neben dem roten Symbol des Gegners zusätzlich das Symbol eurer Einheit, die gerade das Sperrfeuer auf diese Position legt.
Wollt ihr einen Sturmangriff auf einen Gegner ausführen, wird zusätzlich zu der A-Taste nach dem Anvisieren die B-Taste gedrückt. Jetzt läuft der ausgewählte Trupp los und versucht diese Position zu erobern. Dies sollte jedoch niemals ohne ein Sperrfeuer geschehen, weil der angreifende Trupp stark verletzt werden könnte.
Es gibt auch die Möglichkeit euren Trupps zu befehlen, sich bei euch zu sammeln und dann zu folgen. Dies erfolgt mit dem gedrückten Steuerkreuz nach links und der kreisförmigen Bewegung des Nunchuks oder der Wii-Remote. Leider passiert es häufiger, dass nicht der gewählte Trupp kommt, sondern ein anderer. Dies liegt an der Tastengleichheit „Sammeln“ und „Trupp auswählen“.

Das Gameplay

Im gesamten Spielverlauf erhaltet ihr als Gruppenführer die Befehlsgewalt über verschiedene Einheitstypen. Anfangs erhält man nur einen Untergebenen, später bekommt man zwei ganze Trupps. Diese bestehen jeweils aus bis zu drei Soldaten oder einem Panzer. Sollten zwei Trupps mit Soldaten zugewiesen werden, ist ein Trupp davon mit leichten Feuerwaffen ausgerüstet um Feuerschutz geben zu können und der zweite Trupp mit schweren Feuerwaffen und Handgranaten – zum Stürmen von feindlichen Stellungen.
Gegnerische Einheiten werden mit einem roten Kreis über ihren Köpfen angezeigt. Der volle rote Kreis bedeutet jedoch auch, dass der Gegner ungehindert mit voller Feuerkraft auf euch und eure Trupps feuern kann. Je mehr Sperrfeuer auf einer gegnerischen Einheit liegt desto weniger feuert sie selbst auf eure Einheiten. Dies erkennt man auch daran, dass der rote Kreis im Uhrzeigersinn immer grauer wird. Ist der Kreis ganz in grau, feuert der Gegner nur noch sehr selten.

Das Grundprinzip des Spiels ist immer dasselbe: Ein Trupp gibt Feuerschutz, der andere schleicht sich von der Flanke des Gegners an und schaltet ihn aus. Dies wird allerdings von Kapitel zu Kapitel immer schwieriger, weil auf der Flanke ebenfalls Gegner auf euch warten oder die Gegner ihre Position wechseln. Gerade in Earned in Blood steigt der Schwierigkeitsgrad und die KI-Stärke deutlich an. Besonders fordernd sind MG-Stellungen, Panzer oder 88-Geschütze. MG- und 88-Stellungen sind fast nur von der Flanke her angreifbar, wobei Deutsche MG-42 eine sehr große Feuerkraft und eine schnelle Schussfolge besitzen, die einfach jeden Gegner erledigt. Auch mit Panzern kann ein MG erledigt werden – diese Panzer stehen allerdings nicht allzu häufig zur Verfügung. Deutsche Panzer können mittels Panzerfaust oder einem anderen Panzer zur Strecke gebracht werden, wobei dabei ein Angriff von hinten die wirkungsvollste Methode darstellt. Auch ist es manchmal möglich sich von hinten an einen Panzer zu schleichen und eine Granate in die Dachluke zu werfen.
In BiA dürft ihr insgesamt aber nur zwei Waffen plus fünf Handgranaten mit euch tragen. Welche Waffen dies genau sind, steht vor jedem Kapitel geschrieben, meist jedoch sind es Gewehr und Maschinenpistole. Es können jedoch zudem Waffen der Gegner aufgehoben und mitgenommen werden, sofern ihr euch dafür von einer der aktuell getragenen Waffen entledigt.

Sound und Grafik

Sound und Musik sind absolut passend zum Spiel. Auf dem Schlachtfeld kommt ein richtiges „Ich bin im Krieg“-Gefühl auf – Explosionen hören sich richtig stark an und überraschen durch den massiven Sound des Öfteren. Aber auch alle Waffen hören sich sehr authentisch an. Leider sind jedoch die Motoren der Panzer deutlich zu leise, denn diese sind kaum bis gar nicht, vor allem wenn die Panzer still stehen, zu hören. Die Kommandos und Informationen der Gruppenmitglieder sind jedoch klar und deutlich zu verstehen und helfen somit auch des Öfteren im Spielverlauf.

In der Kategorie Grafik liegt leider das größte Problem des Spiels, denn das ganze Spiel wird von Bildrateneinbrüchen und starken Rucklern begleitet. Anfangs ist dies noch nicht dramatisch oft, aber gerade in Earned in Blood macht es so schon fast keinen Spaß mehr zu spielen. Auch Abstürze der Wii blieben uns während unserer Testphase leider nicht erspart. Gerade in starken Feuergefechten sind diese Ruckler sehr nervenzehrend, sodass die Motivation zum Durchspielen zu leiden hat. Auch gibt es so manche Pop-ups und unscharfe Texturen zu bestaunen, welche die ansonsten authentische und spannende Atmosphäre der beiden Spiele stark stört. Auch zu erwähnen ist der kurzzeitige Stillstand beim Autosave, jedoch ist dies zu verkraften – immerhin weiß man somit, dass man endlich einen ersehnten Checkpoint erreicht hat.

Fazit

Leider war man nicht in der Lage, die beiden an sich super gelungenen Games aus der Brothers in Arms-Reihe vernünftig vom PC auf die Wii zu bringen. Die massiven Probleme mit der Grafik töten die Spannung und den Spielspaß auf Nintendos Konsole. Der grundsätzliche Ansatz, zwei Spiele im Bundle für rund 60 Euro auf den Markt zu bringen ist allerdings sehr gut. Auch die Spielzeit von ca. 14 bis 16 Stunden ist durchaus akzeptabel. Leider fehlt es deutlich an einer technisch guten Umsetzung sowie einer Multiplayeroption – hier wäre ansonsten sicherlich ein Bronze-Award möglich gewesen!

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