Testbericht: Avatar: Der Herr der Elemente – Der Pfad des Feuers

Aller guten Dinge sind Drei und deswegen kommt nun auch der dritte und letzte Teil der „Avatar: Der Herr der Elemente“-Reihe auf den Markt. Ob sich THQ nochmals steigern konnte und ob wir nun den von uns prophezeiten Supertitel geliefert bekommen, wollen wir für euch in unserer Review zum Game klären.

Lasst uns das Ding zu Ende drehen!

Drei Bücher umfasst die Geschichte über den Avatar Aang und seinen doch sehr abenteuerlichen Kampf gegen die Feuernation. Die ersten beiden Bücher durften wir uns schon zu Gemüte führen und nun geht es im dritten und letzten Buch in Richtung großes Finale.

Für alle, denen die Geschichte um den Avatar ein Buch mit sieben Siegeln ist, mal ein Crashkurs in der Geschichte von Aang und Konsorten. Wir befinden uns in einer Zeit, in der es nur vier Nationen auf der Welt gibt, die Feuer-, die Wasser-, die Erd- und die Luftnation, von denen Letztere bis auf einen Vertreter ausgestorben ist. Dieser Eine ist Aang, unser Protagonist. Aang ist der Avatar, der einzige Mensch, der alle vier Elemente bändigen kann und somit für das Gleichgewicht der Welt sorgt. Aang war jedoch 100 Jahre in einer Luftblase im Eis gefangen und hat somit seine komplette Ausbildung verpennt und muss nun wieder für Gleichgewicht sorgen, da die kriegerische Feuernation versucht die Herrschaft über alle Nationen an sich zu reißen. Aang begibt sich also auf seine Reise und lernt mit den einzelnen Elementen umzugehen. Nun im letzten Buch kommt es zum großen Showdown und Aang trifft auf den Fürsten der Feuernation und muss diesen in die Schranken weisen, um wieder für Recht und Ordnung auf der Welt zu sorgen.

Wenn es um die Avatar-Reihe geht, so sind wir ja Überraschungen gewohnt und durften Zeuge davon werden, dass auch ein Lizenztitel sich verbessern und auch Nicht-Fans begeistern kann. Mit Avatar: Der Pfad des Feuers gelingt THQ schon wieder eine Überraschung, jedoch geht diese leider leicht nach hinten los – soviel sei schon mal verraten. Was denn nun so überraschend ist lest ihr am besten eine Etage tiefer nach.

Let’s talk Inglisch!

Wir starten das Spiel und uns erwartet, wie schon beim Vorgänger, ein relativ schickes 3D-Menü. Die üblichen Optionen lassen wir links liegen, da wir schon ganz heiß auf das Spiel sind und wissen wollen, ob sich denn nun noch mehr daran geändert hat.

Das Einführungsvideo läuft und uns fällt die Kinnlade in den Schoß. „Was zum fliegenden Bison soll DAS denn!?“ Englisch! Die sprechen alle Englisch! Immerhin wurde an die deutschen Untertitel gedacht und somit ist es sehr sinnvoll, wenn man lesen kann, da man ansonsten nicht wirklich viel von der Geschichte mitbekommt. Hier liegt auch der erste richtig dicke Minuspunkt, den das Game kassieren muss – beide Vorgänger boten eine deutsche Sprachausgabe.

Den ersten Schock haben wir einstecken müssen und merken schon nach kurzer Zeit, dass noch etwas nicht stimmt. Grafik und Sound können es nicht sein, die erscheinen identisch mit dem Vorgänger. Die Steuerung ist der Übeltäter!

Steuermann, wir scheinen ein Problem zu haben!

Meist wird bei Spielen gemeckert, wenn die Steuerung zu komplex ausfällt und man für die einfachsten Aktionen unmögliche Tastenkombinationen drücken muss. Da Avatar: Der Pfad des Feuers jedoch auf die jüngere Gamer-Generation ausgerichtet ist, begnügen wir uns schon mit wenigen Tasten, bekommen dafür aber noch lustige Bewegungen mit der Wii-Remote aufgedrückt.

Gesteuert werden Aang und seine Freunde mit dem auf dem Nunchuk sitzenden Analogstick, gesprungen wird mit dem Z-Knopf. Das war’s auch schon auf dem Nunchuk und nun weiter zur Wiimote, die mit einem etwas breiteren Arsenal an Tasten auftrumpft. Das Wichtigste im harten Kampf gegen die Feuernation ist natürlich der richtige Angriff und diesen führt man mit dem A-Knopf aus. Weiter geht es mit dem Steuerkreuz, welches es ermöglicht im Laufe des Spiels den Charakter zu wechseln und somit auch auf die Kräfte der anderen zurückzugreifen. Die Kräfte müssen natürlich auch entfesselt werden und dazu dient der B-Knopf in Verbindung mit der passenden Geste, welche entweder ein Kreis, eine schnelle Bewegung in eine bestimmte Richtung oder das Schütteln des Nunchuks sein kann. Zu guter Letzt noch das Pausemenü, welches man mit der Plus-Taste aufruft um mal etwas durchzuatmen.

Im Grunde klingt das nach keinerlei Komplikationen, jedoch ruckelt die Steuerung hier und da und auch die Kamera macht nicht immer das, was man sich von ihr wünschen würde. Somit sind wir auch schon im nächsten Testbereich angekommen und widmen uns nun Grafik, Sound und Spielspaß.

Gleich gibt’s was auf die Ohren, wenn du die Augen nicht aufmachst!

Fangen wir ganz unkompliziert an. Der Sound ist trotz fehlender deutscher Synchronisation sehr gelungen und so mit den beiden Vorgängern gleichzusetzen. Die Grafik hat einen leichten Schups bekommen und hat tatsächlich noch eine Stufe auf der Leiter zum Top-Titel erklommen, jedoch reicht es immer noch nicht für Worte wie grandios oder fabelhaft. Es wirkt zwar alles schon sehr nach Zeichentrick, jedoch ist die Kantenglättung noch nicht zu 100 Prozent im Spiel eingetroffen und so wirken manche Dinge immer noch sehr kantig und einige Bewegungsabläufe sehen dadurch sehr starr aus.

Was den Spielspaß angeht, so müssen wir das Ganze aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Als Hardcoregamer, wie wir nun mal welche sind, benötigt man knapp fünf Stunden um das Spiel zu meistern, verspürt dabei keinerlei Wiederspielwert und legt es zur Sammlung der Spiele, die man eben hat. Wenn wir uns aber nun in einen kleinen Knirps von sechs Jahren hineinversetzen, dessen größter Traum es momentan ist die Welt zu retten, dann sieht das ganze schon anders aus. Wenn der Knirps nicht gerade auf dem besten Weg ist ein Hardcoregamer zu werden, dann wird er sicherlich mehr als das Doppelte an Spielzeit vorfinden. Außerdem wird er den Drang verspüren jede Schriftrolle im Spiel zu finden um endlich mal 100 Prozent eines Spiels erforscht zu haben. Wenn nun noch ein zweiter Knirps die Bühne betritt, so bekommt auch der Multiplayer-Modus seinen Auftritt. Dieser ist eigentlich mehr ein Koop-Modus, da man einfach die gleichen Missionen mit einem Zweiten Charakter spielt und somit gemeinsam mit einem Freund die bösen Soldaten vermöbeln kann.

Wie Ihr seht ist Avatar: der Pfad des Feuers kein Spiel für jedermann, jedoch sicherlich perfekt für Fans sowie unsere kleineren Familienmitglieder, die sich meistens Geschwister nennen.

Fazit

Ich habe auf das Spiel gewartet und wurde leider nicht bestätigt in meiner Hoffnung, dass der dritte Teil das Highlight der Avatar-Reihe darstellen wird. Immerhin kann es jetzt nicht mehr schlimmer kommen, denn mit Buch Nummer drei ist die Geschichte um Aang beendet. Okay, es kann noch schlimmer kommen, aber ich bin ja ein Optimist und sage deswegen: Ich werde mich auch jedem weiteren Avatar-Game annehmen um später mal sagen zu können: „Kinder, ich hab das von Anfang bis Ende mitgemacht und es war eine Erfahrung wert!“ Dieser Satz wird meine Kinder sicherlich nicht interessieren, aber ich werde mich gut dabei fühlen.
Kurz gesagt: Wer Bruder oder Schwester im Alter von sechs bis zwölf Jahren sein Eigen nennt, der kann mal lieb zu den Knirpsen sein und ihnen das Spiel kaufen, der Rest lässt lieber die Finger davon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Packshot Avatar: Der Herr der Elemente – Der Pfad des Feuers

Avatar: Der Herr der Elemente – Der Pfad des Feuers

Release: 31.10.2008
Publisher:
Entwickler:
Anzahl Spieler: 2
USK: 6