Testbericht: Pimp My Ride

Spätestens seit „Need For Speed Underground“ haben Videospieler Geschmack daran gefunden, mit aufgemotzten Karren herumzucruisen. Da kann ein Spiel mit offizieller „Pimp My Ride“-Lizenz doch nur genial werden. Oder? Fans der MTV-Serie können sich schon einmal freuen: Xzibit ist, wenn auch nur in einer arg eckigen virtuellen Form, mit von der Partie. Ganz wie in der Serie hört man seine Originalstimme, zur englischen Sprachausgabe gesellen sich immerhin deutsche Untertitel.

Welcome to Pimp City!

Eure Aufgabe ist es, die heruntergekommenen Autos eurer Kunden der fiktiven Stadt Pimp City aufzumotzen. Doch bevor ihr das tun könnt, müsst ihr erstmal das zum Aufrüsten benötigte Kleingeld beschaffen. Dafür fahrt ihr mit eurem Auto mithilfe einer eher suboptimal gelösten GPS-Funktion zu verschiedenen Missionen. Wer sich hier etwas besonderes erwartet, wird enttäuscht: Mehr als ein paar Minispiele, bei denen man entweder verschiedene Tastenkombinationen schnell drücken muss oder wild seine Wiimote umherfuchtelt, gibt es einfach nicht. Das macht wenig Freude – vor allem sind einige dieser Spiele total sinnlos.

Beispielsweise gibt es die Aufgabe, Passanten zuzuwinken. Auch wenn in einem Videospiel andere Regeln gelten: Warum bekomme ich fürs Zuwinken Hunderte von Euro? Und vor allem: Wieso muss ich, damit ich jemandem erfolgreich zuwinke, mehrere Tasten schnell aufeinander in der richtigen Reihenfolge drücken?

Hat man keine Lust auf die immer gleichen Minispielchen, kann man auch nach den in Pimp City verstreuten Geldstücken „suchen“. Wirklich versteckt sind die allerdings nicht, schließlich sind sie auf der Karte eingezeichnet. Das GPS-System hilft einem bei dem Münzen einsammeln aber nicht: Das führt euch nur zu den Minispiel-Aufgaben – und zu nichts anderem.

Einfach in der Stadt herumfahren macht auch keine große Freude: Überall sind Levelbegrenzungen, die einen schnell zwingen umzukehren. Immerhin bringt es etwas Geld, andere Autos zu rammen. Da das eigene Auto – und auch alle anderen – keinen Schaden nehmen, kann man die vorbeifahrenden Autos ruhig als Geldquelle missbrauchen.

I’m going to Pimp your Ride!

Hat man genug Geld gesammelt, kommt eine kurze, nett gemachte Sequenz in Spielgrafik in der Xzibit seinen Kunden besucht und dieser total aus dem Häuschen ist. Dann macht sich Xzibit über das heruntergekommene Auto lustig. Das ist wie in der TV-Serie und kann sogar ab und zu mal ein Lächeln hervorlocken.

Danach dürft ihr dann endlich das heruntergekommene Auto eures Kunden aufmotzen – aber nicht nur ihr dürft das. Plötzlich gibt es, warum auch immer, zwei identische Autos und eines davon rüstet eure Konkurrenz auf. Daher herrscht Zeitdruck, da man innerhalb von zwei Minuten mit seinem neuen Fahrzeug zu allen Werkstätten fahren muss. Neben einer neuen Lackierung und besseren Felgen kann man auch allerlei Spielereien einbauen, ganz wie man das aus der Sendung kennt. Es ist keine Herausforderung, das für den Kunden optimale Upgrade zu finden – das teuerste Extra gefällt eurem Kunden immer am besten.
Beim Einbau darf man leider nicht zuschauen oder gar helfen, aber mittels einiger Knöpfchen- und Schüttelminispielchen kann man noch den Preis seiner neuesten Errungenschaft etwas drücken.

Hat man diese Spielrunde überstanden, zeigt Xzibit seinem Kunden stolz das gepimpte Gefährt. Habt ihr euch nicht allzu schlecht angestellt, wählt der Kunde euer Auto aus und nicht das der Konkurrenz. Wer jetzt aber denkt, der Kunde fährt mit dem Auto davon, der irrt. Fortan gehört das Auto euch und ihr könnt es dafür einsetzen, Geld für das Aufrüsten des nächsten Autos zu sammeln. Da sich jedes Auto gleich schwammig fährt, motiviert das aber leider nicht.

Wie sieht Pimp City so aus?

Auch technisch überzeugt das Spiel nicht. Die Umgebung sowie die Autos sind extrem detailarm, die Bewegungen der Passanten hölzern. Überall flimmert es, aber immerhin läuft das Spiel flüssig. Das kann man von einem Spiel, dass grafisch irgendwo zwischen einem PSX- und PS2-Titel angesiedelt ist, aber auch verlangen.
Die Musik des Spiels ist ganz nett – nervt aber über kurz oder lang extrem. Mehr als drei verschiedene Lieder habe ich im gesamten Spiel nicht gehört.

Fazit

Pimp My Ride kann leider seiner durchaus unterhaltsamen TV-Vorlage überhaupt nicht gerecht werden. Das Gameplay besticht eher durch merkwürdige und unpassende Einlagen. Die Zwischensequenzen, in denen „X“ seine Kunden überrascht, sind zwar ganz nett anzuschauen – der Rest jedoch ist so schrottig wie die Autos vor dem „Pimpen“. Das Geld für diesen Titel kann man sich getrost sparen und lieber in das eigene Auto investieren.

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