Testbericht: Der Fluch der Osterinsel

Etwa ein Jahr nach „Die Krone der Midas“ bringt SevenGames eine Fortsetzung des Adventures von Entwickler Independent Arts in den Handel. Wir haben uns in das Abenteuer begeben und gemeinsam mit Stephan und Jessica herausgefunden, was es mit dem Fluch der Osterinsel auf sich hat.

Schiffsunglück, alte Steinplatten und ein Fluch

Bereits der Name des Spiels lässt erahnen, worum es bei Der Fluch der Osterinsel geht. In der Rolle der beiden Protagonisten des Vorgängers, Stephan und Jessica, begebt ihr euch im Auftrag des Museums-Direktors Keldermann auf die Suche nach einer alten und geheimnisvollen Schrifttafel. Diese sogenannte 26. Rongorongo Tafel soll es ermöglichen, die 25 anderen Schrifttafeln der Osterinsel zu übersetzen und damit endlich das Geheimnis um diese zu lüften. Doch die Steintafel ist vor Jahrzehnten während eines Sturms mitsamt dem Schiff untergegangen. Deshalb begeben sich Stephan und Jessica nach St. Petersburg, um dort im Haus des Kapitäns dieses Schiffs das Logbuch mit dem Hinweis auf die Position des Wracks zu finden. Später führt die Reise der beiden über eine indische Insel und Lima bis auf die Osterinseln.

Insgesamt wird die Geschichte in fünf Kapitel und einem Prolog erzählt. Dabei wechselt ihr immer wieder zwischen den beiden Hauptfiguren, die sich gegenseitig unterstützen müssen. An einigen Stellen wirkt die Erzählweise ein wenig abgehackt, was aber nur minimal störend ist. Letztlich ist die Story des Spiels aber zu vorhersehbar und weist keinerlei Überraschungen oder Wendungen auf. Das macht die Story nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich spannend. Allerdings sind die Rätsel in einem guten Adventure mindestens genauso wichtig, wie eine gut erzählte Geschichte. Aber auch hier bietet Der Fluch der Osterinsel weitgehend Standardkost. Es müssen Gegenstände miteinander kombiniert werden, Schlüssel gefunden oder Schalter betätigt werden. Dabei gestalten sich nur wenige Rätsel als wirklich anspruchsvoll. Zumindest erfahrenere Spieler sollten kaum Probleme haben. Lediglich manchmal erfordern die Aufgaben ein klein wenig um die Ecke denken, wenn die Lösung nicht vollkommen logisch nachzuvollziehen ist. So etwas tritt aber nur äußerst selten auf. Ein klein wenig Abwechslung bringen die „Minispiel“-Rätsel mit sich. Hier müsst ihr zum Beispiel Personen mit Hilfe von Informationen auf einem Stammbaum dem richtigen Namen zuordnen oder auf einem Fahrplan herausfinden, wohin eine verfolgte Person verschwunden ist. Diese Aufgaben lockern das Geschehen etwas auf, sind aber meistens recht einfach zu lösen und bringen kaum Herausforderung mit sich. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass fast immer alle Gegenstände mitgenommen werden können, selbst wenn sie erst deutlich später für ein Rätsel benötigt werden.
Für Genreanfänger oder nicht sonderlich rätselaffine Spieler bietet Der Fluch der Osterinsel eine recht praktische Hilfe. Im Menü könnte ihr diese durch einen Klick auf die entsprechende Schaltfläche aktivieren, werdet zuvor aber noch um eine Bestätigung gebeten. Nun stehen drei verschiedene Tipps zur Verfügung. Der Erste ist dabei noch sehr allgemein und dient nur als kurzer Denkanstoß, während der zweite Tipp schon etwas genauer wird. Tipp Nummer drei offenbart schließlich die genaue Lösung und erspart dem Spieler jegliches Überlegen.

Steuerung, Grafik und Sound

Im Gegensatz zu klassischen Point & Click Adventures, benötigt ihr bei Der Fluch der Osterinsel auch das Nunchuk, da die jeweilige Spielfigur mit dem Analogstick bewegt wird. Trotzdem wird auch die Pointerfunktion genutzt. Damit bewegt ihr einen Mauszeiger über den Bildschirm und könnt so mit den einzelnen Objekten interagieren. Dabei werden für jeden Gegenstand bis zu zwei Möglichkeiten angegeben. Entweder betrachtet ihr es oder ihr benutzt es bzw. sprecht mit einer Person. Aufgrund der Einfachheit der Steuerung funktioniert diese vollkommen problemlos und auch in den hin und wieder vorkommenden Minispiel-Aufgaben gibt es keine Erkennungsprobleme.

Grafik und Sound

Grafisch kann der Titel als zweckmäßig bezeichnet werden. Die Umgebungen und Charaktere passen nicht immer zusammen, dies hängt aber mit dem Stil zusammen und stört nicht wirklich. Dafür wirkt die Grafik insgesamt etwas trist und weist nur wenige Details auf. Auch die Charaktere hätten hübscher sein können, gehen aber in Ordnung. Die Animationen wirken manchmal etwas hölzern und dazu kommt ein bei den Charaktermodellen teilweise recht starker Treppcheneffekt.

Der Fluch der Osterinsel ist komplett vertont und kann sich in dieser Hinsicht sogar hören lassen. Die Sprecher machen ihre Aufgabe meistens recht gut, wenn auch nicht überragend. Dabei sind die Stimmen teilweise prominent besetzt. So wird Stephan von Marius Clarén, dem Synchronsprecher von Tobey Maguire, gesprochen, während Jessica die Stimme von Sabine Jaeger, Synchronsprecherin von Nicole Kidman, geliehen bekommt. Neben der Sprachausgabe bietet das Adventure allerdings nur wenig in Sachen Sound. Die Hintergrundmusik geht in Ordnung, fällt während dem Spielen aber kaum auf. Selbiges gilt für die Soundeffekte. Diese sind meist zwar präsenter, bleiben aber im kaum erwähnenswerten Mittelmaß.

Fazit

Der Fluch der Osterinsel ist sicher kein schlechtes Spiel. Die erzählte Geschichte ist recht interessant und auch die Rätsel machen durchaus Spaß. Allerdings fühlen sich erfahrene Spieler meistens etwas unterfordert und schaffen das Spiel deutlich unter der angegebenen Spielzeit. In gerade einmal fünf bis sechs Stunden könnt ihr bereits den Abspann sehen. Weniger erfahrene Spieler hingegen könnten etwas länger mit dem Titel beschäftigt sein. Einen wirklichen Wiederspielwert hat das Spiel nicht, da ihr bereits beim ersten Durchlauf alles seht und sämtliche Artworks und Videos freischaltet. Auf technischer Seite präsentiert sich das Abenteuer recht unspektakulär. Lediglich die Synchronisation könnte hervorgehoben werden. Letztlich muss sich jeder selbst fragen, ob man für ein kurzes, aber recht unterhaltsames Adventure, über die erwähnten Fehler hinwegsehen kann und einen Kauf in Erwägung zieht.

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