Testbericht: Batman: The Brave and the Bold – Das Videospiel

Wer der dunkle Ritter ist, braucht man nun wirklich nicht mehr zu erklären. Ob das neuste Spiel um seine Person jedoch tatsächlich spielenswert ist, oder ob die Entwickler auf seiner Racheliste landen, das ist wieder etwas ganz anderes. Spielspaß pur oder ein übler Scherz des Jokers, hier erfahrt ihr es.

Eine Fledermaus und viele andere erwachsene Männer in Strumpfhosen

Eigentlich ist Batmans Welt ziemlich düster. Er ist der dunkle Rächer Gothams, der sich nur mit den übelsten und geistesgestörtesten Schurken anlegt und in Spielen wie Arkham Asylum gezeigt hat, dass man ihm nicht in die Quere kommen sollte. The Brave and the Bold ist das krasse Gegenteil zu dem finsteren Vorgänger der Konkurrenzkonsolen. Es ist bunt, es ist abgefahren und es ist herrlich sinnfrei. Vorbei ist die Zeit des grüblerischen Antihelden, Strumpfhosen und schlechte Witze sind wieder angesagt! Im Kern ist der neusten Teil der Batman-Videospiele-Ableger eine Mischung aus Jump’n’Run und Beat ‘em Up: Man rennt, springt, hangelt und schwebt durch eine bunte Welt und verkloppt alles, was einem so in den Weg kommt.

Dabei kämpft Batman nicht alleine gegen Superschurken wie Two Face oder Catman/Catwoman, sondern hat stets andere mehr oder weniger bekannte Helden im Schlepptau. Diese können entweder durch einen zweiten Spieler oder durch die Konsole übernommen werden. Neben dem selbstbetitelnden Wunderknaben Robin stehen „Bats“ auch Hawkman, Guy Gardner und Blue Beetle zur Seite. Der Sidekick wechselt von Episode zu Episode und jeder von ihnen bringt neue Waffen und Fähigkeiten ins Spiel.
Im Nachhinein bereue ich es sogar etwas darauf bestanden zu haben als Batman zu spielen (Freund: „Ich will Batman sein!“ Ich: „Das geht nicht.“ Freund: „Wieso geht das nicht?“ Ich: „Weil ich das Batman-T-Shirt anhabe.“ Freund: „Aber-“ Ich: „Hast du ein Batman-T-Shirt an?“ Freund: „Nein?“ Ich: „Dann kannst du auch nicht Batman sein.“), da alle anderen Figuren mit sehr viel spannenderen Waffen aufwarten. Zwar ist es möglich während des Spiels Münzen einzusammeln und neue Waffen zu kaufen oder alte zu upgraden, aber mal ernsthaft, ein Elektroschocker kann einfach nicht mit einer Bombenkanone oder einem Laser mithalten …
Zudem gibt es noch sogenannte „Jump-In-Helden“ wie Aquaman, Black Canary, Black Lightning und andere DC Schöpfungen, die man zwar leider nicht aktiv spielen, dafür aber als eine Art Zusatzwaffe verwenden kann.

Knöpfchendrücken leicht gemacht

Die Kämpfe selbst sind weder sonderlich abwechslungsreich noch schwierig. Buttonmashing ist angesagt oder, wenn die blaue Energieleiste voll genug ist, Spezialwaffen und Powerangriffe. Was bei den ersten paar Kämpfen noch ganz lustig ist, verliert irgendwann seinen Reiz und wird etwas langweilig. Die verschiedenen Kampftechniken sind leicht zu erlernen, wobei einem anfangs Tutorials helfen, was gerade für unerfahrene Spieler und Kinder ganz nett ist. Hier und da wird mal die Remote geschüttelt, aber so wirklich anspruchsvoll ist das Ganze nicht.
Wenn die Energieleiste mal erschöpft ist, findet man an allen Ecken und Enden des Spiels Objekte, die diese wieder aufladen oder man lässt sich mal kurz töten, denn irgendeine Konsequenz (außer den Verlust von ein paar Münzen) hat das nicht. Jedoch lassen sich die meisten Gegner durch stupides A-drücken erledigen, daher wäre das sogar fast zu viel Aufwand. Für kurze Spiele zwischendurch ist diese Art des Kampfes absolut in Ordnung, wenn man jedoch mal etwas länger spielen will, ist man davon sehr leicht gelangweilt.

Die bunte Seite des dunklen Ritters

Batman: The Brave and the Bold bietet 2D-Grafik vom Feinsten, anders kann man das nicht sagen. Die verschiedenen Levels sind grafisch sehr abwechslungsreich und detailliert. Alles natürlich ganz in Zeichentrickmanier quietsch bunt und abgedreht, ganz im Sinne der gleichnamigen Zeichentrickserie, auf der es basiert.
Die Synchro ist durchaus in Ordnung und sogar mit einigen bekannteren Stimmen versehen. Auch die Musik und die restlichen Soundeffekte passen optimal. Hier und da hätte ich mir ein paar kitschige „Pow!“ und „Bäm!“ gewünscht, aber hey, man kann ja nicht alles haben. Der das Retro-Feeling, das sicher nicht nur mich an Adam West erinnert, trösten über vieles hinweg, denn so einen Charme haben nicht viele Spiele.

Fazit

„Ein Held gibt niemals auf!“ ist die Erklärung der Entwickler, warum man unendlich viele Leben hat. Warum das Spiel so verdammt einfach und daher auch enttäuschend kurz ist, wird jedoch leider nicht erklärt. Insgesamt gibt es vier Episoden und vier wechselnde Sidekicks. Da hätte man einfach mehr heraus holen können. Die Menge an Jump-in-Helden, die angeboten werden, macht einem einfach nur schmerzlich bewusst, was für ein Potenzial letztlich verschwendet wurde, denn mit vielen von ihnen hätte ich gerne eine Runde Schurken verkloppt. Eigentlich ist es ein großes Kompliment, wenn ich sage, dass das Spiel zu kurz ist, denn es bedeutet, dass ich gerne mehr Zeit in dieser trashig bunten Welt voller Irrer in Kostümen und Dialogen, die so schlecht und sinnfrei sind, dass GZSZ eine ernsthafte Konkurrenz bekommen hat, verbracht hätte. Also, liebe Entwickler: Beim nächsten Mal ein bisschen mehr Abwechslung und eine etwas längere Spieldauer, dann können wir auch über eine bessere Bewertung reden. Ach, und bitte lasst Robin aufhören sich ständig „Wunderknabe“ zu nennen oder macht zumindest, dass man seinen Sidekick auch verkloppen kann, ja? Da wäre ich euch wirklich sehr dankbar.

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Packshot Batman: The Brave and the Bold – Das Videospiel

Batman: The Brave and the Bold – Das Videospiel

Release: 10.09.2010
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Entwickler:
Anzahl Spieler: 2
USK: 12