Testbericht

Rock Band 2

Saturday, 05. Dec 2009, 16:54 Uhr | Autor: Christian Leuenberg

Bereits mit dem ersten Teil von „Rock Band“ schickte uns EA auf die Bühnen, die die Welt bedeuten. Im neuen Teil der Reihe wurden einige neue Features samt Onlinespiel und -inhalte integriert. Ob „Rock Band 2“ somit noch mehr rockt als sein Vorgänger? Wir haben für euch die Amps voll aufgedreht und und in die Saiten gehauen!

Rock me, Baby!

Rock Band 2 ist vom grundsätzlichen Spielprinzip nicht anders als sein Vorgänger oder die konkurrierende Musikspielreihe Guitar Hero. Mit diversen Instrumenten-Controllern muss der Spieler sich in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden durch zahlreiche Songs rocken. Dazu kann er entweder das Mikro schnappen und singen, die Plastikgitarre verwenden um die Gitarren- oder Bass-Parts zu spielen, oder aber das Drumset mit den Sticks bearbeiten, bis die Nachbarn sich beschweren. Auf dem Schirm laufen während des zu spielenden Songs farbige Buttons von oben nach unten, an korrekter Stelle muss dann eine Taste betätigt oder ein Pad des Schlagzeugs gespielt werden – im korrekten Rhythmus, um Punkte abzusahnen. Dabei ist es selbstverständlich auch möglich ein Multiplayer-Spiel zu starten und quasi eine ganze Band zu besetzen. Rock Band 2 hat jedoch einige neue Inhalte, allen voran den umfangreichen Tourmodus zu bieten, so dass für lange Zeit musikalische Unterhaltung geboten wird.

Verschaffen wir uns aber zunächst einmal einen Überblick über die verschiedenen Modi. Um zwischendurch ein paar Songs zu spielen, bietet sich das „Schnelle Spiel" an. Dieser Modus wird unterteilt in ein schnelles Solospiel, ein schnelles Bandspiel, das Tauziehen sowie das Score-Duell. Erste beiden Modi ermöglichen das „klassische" Spiel, wie man es bereits vom Vorgänger oder anderen Genre-Vertretern kennt. Ein Instrument gewählt, anschließend einen Song und den Schwierigkeitsgrad und ab geht es auf die Bühne. Im Bandspiel lässt sich, sofern vorhanden, eine für den Tour-Modus erforderliche Band auswählen. Diese Band kann ganz individuell gestaltet werden – Name der Band sowie ein Logo ist vom Spiele festzulegen. Tauziehen und Score-Duell stellen den Wettstreit in den Vordergrund und weniger das Miteinander – hier gilt es möglichst perfekt zu spielen um die Gegenspieler auf musikalische Art und Weise zu bezwingen.

Herzstück des Spiels ist ganz klar die Tour. Hier wird, wie bereits beschrieben, eine Band gegründet. Aufgefüllt wird diese dann durch einen ebenfalls frei gestaltbaren Charakter. Nun darf in einem kleinen Club in der zuvor festgelegten Heimatstadt der erste Gig gespielt werden. Je besser man sich dabei anstellt, umso mehr Fans können gewonnen und Kohle verdient werden. Nach und nach sind somit auch weitere Locations in der Heimatstadt zu spielen – später stoßen weitere Städte hinzu, bis man um den ganzen Globus tourt und allerorts neue Fans begeistern möchte. Insgesamt warten 59 Locations in 24 Städten darauf von euch erobert zu werden. Bei diesem Vorhaben darf ein adäquates Personal natürlich nicht fehlen. Ist zu Beginn noch die Mama zuständig für die saubere Garderobe, so wird man mit zunehmendem Erfolg weitere, einflussreichere Mitarbeiter einstellen können – vom Praktikanten bis hin zum Tourmanager und Stylisten. Das verdiente Geld wird aber auch in weitere Dinge investiert, neben einen Fortbewegungsmittel stehen vor allem neue Klamotten, Accessoires und Instrumente auf der Wunschliste ganz oben. Hier kann der Spieler viel virtuelles Geld loswerden, um seinen Musiker immer wieder individuell neu einzukleiden und umzustylen.

Die Zeichen der Online-Zeit hat man natürlich auch bei EA längst erkannt und so lässt sich die Tour auch online spielen. Dazu kann man entweder mit der eigenen Band antreten und Musiker aus den weiten des Netzes suchen oder man schließt sich dafür einer anderen Band an. Hat sich eine Musikkapelle gefunden, so darf aus den bekannten Tour-Locations ausgewählt werden, um gemeinsam das Haus zu rocken.

Rock Band 2 bietet unter dem Strich deutlich mehr Motivation durch den aufgepimpten Tour-Modus, sodass Veteranen hier viele Stunden unterhalten werden. Aber auch Neueinsteiger werden sehr gut in das Spiel eingeführt, denn selbstverständlich steht auch wieder ein Trainings-Modus parat, in dem das Spielprinzip erläutert wird und zahlreiche Übungen zu absolvieren sind. Drummer können zudem im Drum-Trainer ihre Fertigkeiten verbessern, um schwierige Songs meistern zu können. Wem dann die mehr als 100 mitgelieferten Songs noch nicht ausreichen, um das Wohnzimmer zu rocken, der kann im Rock-Shop zudem aus unzähligen Tracks auswählen und sich für 200 Wii Points neue Tracks herunterladen – entweder auf den internen Speicher der Konsole oder direkt auf SD-Karte.

Eine Frage der Technik...

Wie bereits geschrieben verwendet Rock Band 2 spezielle Controller – die Wii Remote dient lediglich zur Navigation durch die Menüs, kommt im eigentlichen Spiel jedoch nicht zum Einsatz. Kompatibel ist das Spiel mit den originalen Instrumenten des ersten Rock Band-Teils – sprich Gitarre, Drumset und dem USB-Mikro. Aber auch andere Instrumenten-Controller funktionieren mit dem Titel sowie sämtliche Wii-kompatible Mikros. Sämtliche originalen Rock Band-Instrumente wurden sehr gut und solide verarbeitet, die Gitarre bietet zudem einen Sensor, welcher beim Hochziehen des Halses anspringt und somit Energie freisetzt, wodurch ein Punktemultiplikator in Kraft tritt. Das Drumset ist ebenfalls sehr robust, allerdings auch recht laut beim Drauftrommeln, sodass empfindliche Nachbarn möglicherweise wenig Freude haben werden. Aber hier gibt es mittlerweile ebenfalls Abhilfe von Drittherstellern, die schalldämpfende Auflagen anbieten.

Grafik und Sound

Die Optik von Rock Band 2 hat sich um einiges verbessert. Die Menüführung ist nochmal etwas ansprechender geworden und durch die individuellen Musiker-Charaktere flogen die vorgerenderten Videos endlich raus und wurden durch Echtzeit-Animationen der Musiker ersetzt, was deutlich mehr hermacht. Allerdings kann es hierbei schon mal in einem Set vorkommen, dass ein männlicher Lead-Sänger plötzlich einen Frauenstimme übernehmen muss. Das ist natürlich ein wenig befremdlich. Ansonsten sieht das Spiel aber wirklich schick aus und bringt auch optisch ein regelgerechtes Rock-Feeling herüber. Unterstützt wird zudem der 480p- und 16:9-Modus.

Der Sound des Spiels richtig gelungen – so erwartet man es allerdings auch von einem Spiel seiner Art. Sämtliche Tracks entsprechen, bis auf ganz wenige Ausnahmen, den Original-Tracks, welche jedoch für das Spiel allesamt neu gemastert wurden, damit die einzelnen Instrumentenspuren manipuliert werden können – bei falschem Spielen klingt es nämlich auch entsprechend schief. Aber nicht nur die Songs klingen gut, auch das Publikum sorgt für Stimmung.

Fazit

Rock Band 2 stiehlt seinem Vorgänger sprichwörtlich die Show! Deutlich umfangreicher präsentiert sich das Spiel und bietet mit dem komplett überarbeitetem Tour-Modus gepaart mit Onlinespiel und Online-Inhalten absolute Langzeitmotivation. Über 100 unterschiedliche Tracks der letzten 50 Jahre aus Pop, Rock, Heavy und sogar Progressive-Rock bedienen dabei vielerlei Geschmäcker. Neben Solo-Spielen können auch die Multiplayer-Modi überzeugen. Da bleibt nur eins zu sagen – ran die Instrumente und rauf auf die Bühne!

Bewertung

Rock Band 2

Packshot Rock Band 2
9.0
Redaktion
Gold Award
Grafik
Sound
Steuerung
Spielspaß
Multiplayer

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Spiel-Details

Packshot Rock Band 2
  • Rock Band 2

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