Testbericht

Need for Speed Carbon

Sunday, 24. Dec 2006, 10:35 Uhr | Autor: Björn Fuhr

Mit Need for Speed Carbon reiht sich Electronic Arts in die Reihe der Rennspieltitel für Wii ein. Kann der neuste Teil der bekannten Reihe auf Wii aber wirklich überzeugen? Und wie wird die innovative Steuerung der Wii-Konsole im Spiel verwendet? Wir klären euch in unserem folgenden Review darüber auf.

Die Spielmodi

In der Kampagne ist das Ziel die Kontrolle über die unterschiedlichen Bezirke der frei befahrbaren Karte zu erlangen. Diese Bezirke gehören zu Beginn allerdings noch anderen Crews, denen man erst gegenübertreten muss. Die eigene Crew wird im Verlauf der Kampagne nach und nach zusammengestellt, ebenso der eigene Wagen, der während der Kampagne aufgemotzt werden darf. Darüber hinaus warten aber auch neue Boliden darauf, von euch gekauft und anschließend getunt zu werden.

Neben diesem Kampagnen-Modus besteht die Möglichkeit einzelne Rennen im Quick-Race-Modus zu fahren oder im Herausforderungs-Modus bei Drift- und Verfolgungsrennen um Gold, Silber und Bronze zu kämpfen.

Einen Online-Modus sucht man bei der Wii-Variante von Need for Speed Carbon vergebens. Immerhin wurde ein Splitscreen-Multiplayer-Modus für 2 Spieler integriert, der aber lediglich für ein kurzes Rennvergnügen zwischendurch gegen die Freunde geeignet ist und einen Online-Modus sicher nicht ersetzen kann.

Die Events der Kampagnen

Die Bezirke auf der Stadtkarte im Kampagnen-Modus müssen vom Spieler erobert werden. Ein Bezirk wechselt erst dann die Crewherrschaft, wenn die Mehrzahl der vorhandenen Events gewonnen wurden. Wann genau zu welchem Event angetreten wird, unterliegt dabei der eigenen Entscheidung.
Die Events erreicht man zum einen per Fahrt mit dem eigenen Wagen, oder man wählt dieses direkt auf der Karte aus. Das verhindert wilde und Teils nervige Verfolgungsjagden mit den Streifenwagen.
Die Events können ganz unterschiedlich aussehen. Oft muss lediglich ein Rennen gegen andere Crews gefahren werden. Dabei gilt es entweder Rennen von A nach B, Runden- oder Zeit-Rennen zu gewinnen. Eine weitere Variante sind die Drift-Rennen, die mangels der schlechten Steuerung allerdings überhaupt keinen Spaß machen. Auch anzumerken ist, dass leider bei den Rennen lediglich bis zu drei Gegenspieler auf der Strecke sind. Ein paar mehr hätte EA hier ruhig platzieren können.

Während der Events kommt es auch vor, dass sich die Cops einschalten. Dann werden die Rennen erst richtig interessant. Die Cops stellen Straßensperren auf, legen Nagelbänder aus oder versuchen durch Rammen oder in den Weg stellen die am Rennen beteiligten Autos zu stoppen. Mit ein klein wenig Übung hat man aber schnell den Dreh raus, wie die KI diese Maßnahmen gestaltet und somit ist ein Entkommen recht unproblematisch.

Die Boss-Gegner

Natürlich bleibt es auf lange Sicht gesehen nicht aus, dass die Bosse der gegnerischen Crews Herausforderungen stellen. Zunächst muss in einem Rennen der Boss auf die Plätze verwiesen werden um dann im Canyon gegen ihn antreten zu dürfen. In diesem Canyon werden zwei Rennen gefahren. Im ersten Rennen müssen viele Punkte gesammelt werden, indem man möglichst dicht beim vorfahrenden Boss mit dem eigenen Auto bleibt. Bei der zweiten Fahrt werden die Rollen getauscht – jetzt muss der Boss-Gegner an der eigenen Stoßstange dran bleiben und zeigen, was er so drauf hat. Am Ende gewinnt der Fahrer mit dem prallsten Punktestand. Aber Vorsicht – wenn der Boss ein erfolgreiches Überholmanöver startet, ist das Rennen bereits verloren! Umgekehrt natürlich genauso, jedoch gestaltet sich dies als äußerst schwierig.

Sind am Ende alle Bezirke erfolgreich erobert, was wirklich nicht sehr lange dauert, ist die Kampagne auch schon vorbei und es folgt ein kleiner Abspann zu der doch eher flachen Story.

Grafik

Die Grafik ist zwar wesentlich besser als bei den bis dato erschienenen Racing-Games auf der Wii-Konole, jedoch kann man bei diesem Titel klar von einer Portierung der Gamecube-Version sprechen. Wie auch in der Gamecube-Version, kommt es auch hier gelegentlich zu Rucklern. Trotzdem sieht Need for Speed Carbon noch recht ansprechend aus und muss sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht verstecken. Die Fahrzeuge sind sehr detailliert dargestellt und auch die Zwischensequenzen sehen sehr ansprechend aus.

Steuerung

Insgesamt stehen bei Need for Speed Carbon ganze fünf Steuerung-Modi zur Auswahl. Eine davon ist ähnlich der von GT Pro Series: die Wii-Remote wird horizontal gehalten und durch das kippen nach links oder recht wird das Fahrzeug gesteuert. Das Gas liegt dabei auf der 2- und die Bremse auf der 1-Taste. Leider hat man die Menüführung nicht auf diese Steuerung umgebaut, sodass der Controller im Menü immer wieder in die vertikale Position zurück gebracht werden muss.

Eine zweite Steuerungsmöglichkeit benutzt die Wii-Remote als Gaspedal. Wird die Wii-Remote nach vorne gedrückt, beschleunigt das Fahrzeug entsprechend. Zieht man die Wii-Remote zurück wird das Gas zurückgenommen. Kommt man dabei über die 45° Position wird gebremst und bei 0° wird dann voll in die Eisen gestiegen. Gelenkt wird über die Links- und Rechtsbewegung des Nunchuck-Controllers.
Diese zweite Variante gibt es zusätzlich auch in etwas abgeänderter Variante. Dabei wird nur beschleunigt, wenn das "Gaspedal" gedrückt wird. Die Bremse liegt dabei auf dem Z-Knopf des Nunchuck-Controllers.

Die letzten beiden Varianten unterscheiden sich gegenüber den zuletzt genannten Variationen lediglich darin, dass die Richtungssteuerung nicht mehr über das Links- und Rechtskippen des Nunchuck-Controllers erfolgt, sondern über den Analogstick.

Leider ermöglicht keine der Steuerungsmöglichkeiten eine präzise und einfache Kontrolle über das Fahrzeug. Hier hat GT Pro Series klar die Nase vorn. Leider haben beide Spiele eins gemeinsam, denn das Driften ist alles andere als schön, wobei auch hier Need for Speed Carbon sogar noch einen Tick schlechter ist. Häufig ist das Fahren bzw. Driften unmöglich und einfach zu schwer.

Sound

Soundtechnisch ist dieser Titel ganz vorn dabei. Die Fahr- und Motorensounds sind sehr authentisch und die Musik kommt wie von Need for Speed gewohnt, in einer guten Qualität über die Lautsprecher und ist sehr passend zur Rennatmosphäre.

Fazit

Wer gedacht hat, Need for Speed Carbon wäre endlich der Wii-Rennknaller, auf den viele gewartet haben, der wird enttäuscht sein. Der Spielspaß ist durch die kurze Kampagne, die innerhalb von wenigen Stunden durchgespielt ist, sehr niedrig. Das Tunen der Fahrzeuge kann dieses Manko auch nicht ausgleichen. Die unpräzise Steuerung macht die Wii-Version von Need for Speed Carbon zu einer leider schlechten Umsetzung des Titels. Vielleicht wäre sogar der Griff zur Gamecube-Version ratsamer.

Bewertung

Need for Speed Carbon

Packshot Need for Speed Carbon
6.5
Redaktion
Grafik
Sound
Steuerung
Spielspaß
Multiplayer

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