Testbericht

Fast Draw Showdown

Wednesday, 01. Sep 2010, 14:30 Uhr | Autor: Christian Leuenberg

Light-Gun-Shooter waren Mitte der 90er Jahre ziemlich angesagt und das Genre hat auch auf der Wii eine kleine Auferstehung feiern können durch die einfache Art und Weise das Spielprinzip auf die Wii Remote adaptierten zu können. Mit „Fast Draw Showdown“ bringt Digital Leisure nun einen Arcade-Titel aus dem Jahre 1994 auf WiiWare, der allerdings nicht in Deutschland erschienen ist. Warum das so ist, erfahrt ihr in unserem Bericht, denn wir haben unsere Remotes gezückt und für euch qualmen lassen.

Die Remote im Holster

Fast Draw Showdown war bereits 1994 als Arcade-Version samt Lightgun zu spielen. Das Spielprinzip ist dabei absolut simpel gehalten und erinnert an den NES-Klassiker Wild Gunman. In bester Western-Manier mit einigen Slapstick-Einlagen geht es darum, aus der Ego-Perspektive seinen virtuellen Colt zu zücken und einen Schuss abzugeben, bevor man von seinem Gegenüber getroffen wird. Im Grunde eine Art Western-Duell-Spiel. Die Besonderheit hierbei allerdings, dass sämtliche Spielszenen per Videosequenzen mit echten Schauspielern von statten gehen, was damals recht angesagt war. Dies ist aber auch gleichzeitig der Grund, warum der Titel nicht bei uns zu haben ist, denn auf echte Menschen zu schießen ist bei der USK weniger gern gesehen, auch wenn in diesem Spiel keinerlei Blut fließt und sämtliche Schauspieleinlagen sehr übertrieben sind. In schlechter VHS-Qualität präsentieren sich also zahlreiche Cowboys und auch Cowgirls auf dem Screen, die einen mehr oder minder kecken Spruch von sich geben und anschließend ihren Revolver zücken um euch über den Haufen zu schießen. Da heißt es dann schnell zu reagieren und selbst zu schießen. Allerdings fehlt eine Story und somit ist nicht ersichtlich, warum die ganzen Leute so feindselig sind.

Die Entwickler erweiterten die WiiWare-Version um die Auswahl von drei Schwierigkeitsstufen. In der einfachen Variante wird dem Spieler mittels einer farbigen Einblendung visualisiert, wann er seinen virtuellen Colt, sprich die Remote, ziehen darf. Mit der Remote wird nämlich zunächst in Richtung Boden gezielt, ehe das Signal zum Schießen ertönt bzw. der bösgesinnte Cowboy seine Schusswaffe zückt. Das Schießen erfolgt dann mittels Knopfdruck, wobei es egal ist, ob man sich hier für den A- oder B-Knopf entscheidet. In der mittleren Stufe fällt die visuelle Hilfestellung weg und der Spieler muss selbstständig erkennen, ob er die Waffe ziehen darf oder nicht. Zieht man zu früh, so gibt es einen Hinweis auf den Fehler. Zückt man ein weiteres Mal beim gleichen Gegner zu früh, so heißt es „Foul" und die Runde geht verloren. Im dritten Schwierigkeitsgrad heißt es dann mit ein oder zwei Schuss auszukommen, hat man in den beiden anderen Stufen hingegen jeweils fünf Schuss zur Verfügung. Wer sich die Angelegenheit noch anspruchsvoller gestalten möchte, der kann zusätzlich das Fadenkreuz ausblenden. Insgesamt besteht eine Runde immer aus sechs Gegnern und dabei gilt es, eine bestimmte Zeit zu unterbieten. Schafft man dies nicht oder erzielt ein Foul, so muss man die komplette Runde neustarten. Allerdings sei es hierbei auch erwähnt, dass selbst wenn dies zu Beginn einer Runde bei einem der ersten Gegner passiert, muss die Runde zunächst komplett zu Ende gespielt werden, was mitunter recht nervig ist. Allerdings sind die ersten drei Runden, sprich 18 Gegner sehr locker zu meistern. Ab Runde vier hingegen zieht der Schwierigkeitsgrad merkbar an und die ersten Fehler schleichen sich ein.

Rauchende Colts

Fast Draw Showdown basiert, wie bereits erwähnt, auf Videosequenzen mit zahlreichen Schauspielern. Leider ist die Qualität recht schlecht, zumal diverse Komprimierungsartefakte im Bild zu sehen sind – zusätzlich zur ohnehin minderen VHS-Qualität des Originalmaterials. Somit wird es gerade dann schwierig zu erkennen wann der Gegner zur Waffe greift, wenn dieser weit entfernt im Bild platziert wurde. Die schauspielerische Leistung der Akteure ist eher weniger ernst zu nehmen, die ganze Aufmachung erinnert jedenfalls stark an eine Low-Budget-Western-Produktion. Soundtechnisch gibt's neben der englischen Sprachausgabe lediglich eine eintönige, westernartige Melodie im Menü und zwischen den Sequenzen zu hören. Die Steuerung mittels Remote funktioniert aufgrund der Pointerfunktion jedoch einwandfrei, sodass mit ein klein wenig Übung die fiesen Cowboys und -girls in den ersten Runden problemlos vom Schirm gepustet werden.

Fazit

Digital Leisure bietet mit Fast Draw Showdown zwar eine kurzzeitig interessante Interpretation eines Westernspiels, wird aber bereits nach wenigen Runden absolut eintönig und langweilig. Selbst die späteren, knackigen Zeiten, die es zu meistern gilt, können keine Spielfreude erzeugen. Zwar kostet der Titel nur 500 Wii Points, jedoch möchten wir vom Kauf aufgrund der recht minderwertigen Videosequenzen und der Eintönigkeit des Spielprinzips abraten. Dann doch lieber eine Runde Wild Gunman samt „NES Zapper" auf dem guten, alten Röhrenfernseher.

Bewertung

Fast Draw Showdown

Packshot Fast Draw Showdown
3.0
Redaktion
Grafik
Sound
Steuerung
Spielspaß
Multiplayer

Screenshots: 12.02.2019

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Spiel-Details

Packshot Fast Draw Showdown
  • Fast Draw Showdown

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